Fr. 13-18 Uhr, Lausitzer Platz, Berlin-Kreuzberg
Weitere Aufenthalte in den Sommern 2001 und 2003
Montag, den: 03.04.00
Um Dich (Sie) auf dem Laufenden zu halten, möchte ich von dem Gespräch
mit dem Ingo Berthold erzählen, das sich jüngst bei meinem
Einkauf an seinem Stand auf dem Ökomarkt am Lausitzer Platz (in
Berlin-Kreuzberg) ergab.
Er sagte mir nämlich, daß sein Gärtnerhof nicht mehr genug
eingebracht hätte und schon sehr in die >roten Zahlen< gerutscht
sei, sodaß er schon einige Tiere verkaufen mußte, weil
er sie aus eigenen Mitteln nicht mehr unterhalten konnte. Das bedeutet
leider, daß diese verkauften Tiere nicht mehr wie bisher ganz vor
dem Schlachthaus sicher sind.
Er sprach auch von seinem Vorhaben, die Ackerflächen seines
Anwesens an einen Öko-Verein unterzuverpachten, die dann von den
jeweiligen Mitgliedern direkt genutzt werden könnten. Jedenfalls wird
es voraussichtlich und ausschließlich eine Pflanzenproduktion.
Er selbst beschränkt sich z.Zt. noch auf den Weiterverkauf der Produkte
anderer ökologischer Landwirte und denkt sogar an die Suche nach
einer ergiebigeren Arbeit, um aus den roten Zahlen wieder rauszukommen.
Und es wäre ihm schon mal eine große Hilfe, wenn die nahe Berlin-Kreuzberg
ansässigen Ökofreaks ab und zu auch mal zu seinem Marktstand
am Lausitzer Platz kämen, um ihm etwas abzukaufen, zumal das Wetter
jetzt wieder angenehmer geworden ist.
30. Juni 2001
Das Blatt hat sich inzwischen
gewandelt und auf dem Hof werden einige Gemüse-Kleinfelder bearbeitet.
An Tieren gibt es dort aber nur noch zwei, z.Zt. nur Mist und Gülle
erzeugende Kühe, ein Schaf und ein Hengst, der ab und zu auch
mal angeschirrt wird. In Spitzenzeiten werden dort gerne Helfer (für
Kost und Logie) angenommen, die sich an den Nutzpflanzen und Tieren
zu schaffen machen können. Ich selbst war mit einigen anderen BerlinerInnen
in July 2001 und im July 2002 dort und erholte mich beim Jäten, Gießen
und der Tierpflege bestens, die Sonne kam gratis dazu. Es blieb auch genug
Zeit für kurze Radeltouren in der wunderschönen Umgebung, Schwimmen
im See. Ein schöner und billiger Urlaub. Zeitweilige MitarbeiterInnen
können sich von den Feldfrüchten und oder von den Läden
im Ort Madlitz oder Berkenbrück (gut erreichbar per Fahrrad) versorgen.
Wer es selbst erleben möchte,
frage nach bei Ingo Berthold, dem Inhaber selbst, auf dem freitäglichen
Ökomarkt am Berlin-Kreuzberger Lausitzer Platz, nahe Ubhf-Görlitzer
Bahnhof´ oder rufe folgende Nr. an: 03363526026 oder schreibe nach
Wilmersdorf (bei Berkenbrück) Wilmersdorfer Str. 4
(Zurück)
Gärtnerhof an den Heiligen Pfühlen
Wilmersdorfer Str. 3, Vorwerk 1 von Wilmersdorf, bei Berkenbrück,
Landkreis Oder-Spree, Land Brandenburg, BRD
Aufenthalt mit veganer Ernährung vom 18.08.2003 bis 24.08.2003
Eine von mir eingeladene Bekannte vom lokalen Tauschring, die auch
mal für eine Weile Landluft schnuppern wollte, radelte also mit mir
und dem nötigen Campingzubehör gegen 9 Uhr früh bei nahezu
optimalem Reisewetter von Berlin-Kreuzberg über Erkner, Löcknitz,
Fangschleuse, (neuerdings) den idyllischen Spreeradelweg bis Fürstenwalde
und von da über Berkenbrück und Falkenberg, also größtenteils
auf geschützten Radwegen bis zum o.g. DEMETER-Hof, insgesamt etwa
65 km Fahrstrecke. Für den leichten Umweg an der Spree entlang entschädigten
uns die höflich bis nett grüßenden passierenden Radwanderer(Innen)
und Naturbeobachtungen unterwegs und bei kurzen Aufenthalten. Am frühen
Nachmittag angelangt, war außer uns und den vorhandenen Haustieren
(Pferd ´Benno´, die alte Katze ´Mohrchen´, 4 verwaiste
ein paar Wochen junge entzückende Katerchen, 2 Kaninchen im Ställchen
und eine Schar grad pubertierender Gänse noch kein Mensch da, wie
mir der Inhaber des Hofs, Ingo Berthold angekündigt hatte. Er würde
erst am nächsten Tag mit einem Teil seiner Familie dazukommen.
So bauten wir zwischen den Feldern, nahe dem Bauernhaus unsere Zelte
auf und machten den ersten Rundgang ums Gehöft, denn meine Begleiterin
war zum 1. Mal dort. Es ist meist ein recht ruhiger Ort, wo eine nicht sehr
frequente Buslinie und nur hie und da ein Vehikel vorbeikommen. Jenseits
der Straße ist gleich der Rand des urwüchsigen (nur andeutungsweise
beforsteten) Waldstücks, hinter dem sich das eigentliche Wilmersdörfchen
befindet. Es war wieder sehr erquickend, durch die Wiesen zu stapfen und
über das Land zu schauen, die im Vergleich zu Berlin viel saubere Luft
tief einzuatmen.
Wir hätten uns in den vorhandenen zur Übernachtung geeigneten
Camping- und Bauwagen oder gar im Bauernhaus selbst einquartieren dürfen,
zogen es quasi aus sportlichem Ehrgeiz jedoch vor erst mal in den Zelten
zu nächtigen.
Schon vor Ingo´s Ankunft kümmerten wir uns soweit möglich
um die allesamt sehr zutraulichen Haustiere. Im ehemaligen Kuhstall ist
jetzt nur noch Benno untergebracht, wo auch eine Schwalbenfamilie nistet.
Am nächsten Tag wurden uns dann die Felder gezeigt, wo das Jäten
am dringlichsten sei und woran wir uns zu schaffen machten. Ingo hatte
inzwischen eine Obstbaumplantage angelegt, die ich wegen der Trockenheit
zwischendurch bewässern durfte, trotz des syssiphusartien Eimerschleppems
doch eine angenehme Tätigkeit, bei der mir Benno von seinem Gehege
aus zusah. Mit ihm gab es am Anreisetag eine kleine Panne, weil ich ihn
irrtümlicherweise in das Gehege mit laufen ließ, das ich vom
Vorjahr noch in Erinnerung hatte und wo nun die Gänse herumschnäbelten.
Denn dort stand ein Papier-Kraftsack mit Getreide, den Benno mit den Zähnen
öffnete und munter davon aß, glücklicherweise kurz bevor
Ingo eintreffen würde und die Lage erkennend, in der Befürchtung
Benno könnte dadurch Eiweißvergiftung bekommen, ihn auf die
richtige Weide führte.
Unser Vorsatz, täglich etwa 5 Stunden auf den Feldern zu helfen,
ging nicht ganz in Erfüllung, weil die Witterung und die Ansprüche
der Tiere eben ihren eigenen Gesetzen folgten. Immerhin blieb uns noch
genug Zeit, nachmittags mal zum nahen idyllisch gelegenen Badesee bei Georgenthal,
nach Briesen (wo am Straßenrand zwischen den Feldern Äpfel- und
Bauernpflaumen-Bäume zum Probieren einluden und von weitem in östlicher
Richtung ein Windpark mit 15 Windgeneratoren zu erblicken waren) zum Einkaufen
oder zum Erholungspark in Alt-Madlitz radeln.
Während ihrer Anwesenheit teilten die Bauersleute ihre Mahlzeiten
mit uns und tolerierten gerne – selbst seit langem VegetarierInnen – unsere
Eßgewohnheiten. Als veganer Rohköstler war ich mit etwas Blattsalat,
Möhren, Tomaten und Hafer-Müsli leicht zufrieden zu stellen,
quasi ein Schnäppchen, nutzte aber auch teilweise meinen Proviant,
Nüsse, Sonnenblumenkerne, Spirulina-Tabletten und Dattelpaste, nahm
auch mal einige frische Wildkräuter zu mir.
Am Samstag vor der Heimreise packten wir die Zelte schon zusammen und
bezogen beide, meine Begleiterin und ich je einen der Wohnwagen. Das paßte
uns gut, da jene Nacht sternenklar und entsprechend kühl war. Beim
Beobachten des mitternächtlichen superklaren Himmels bemerkte ich
sogar eine flach einfallende Sternschnuppe.
Für ggf. Interessierte sei bemerkt, daß die anliegende Buslinie
von Fürstenwalde/Spree ausgeht, sodaß der Hof auch ohne Auto,
Flugzeug oder Fahrrad bequem erreicht werden kann. Denn vor Jahren erlebte
ich dort eine ganze Helfergruppe, mit der solch ein Aufenthalt um einiges
beschwingter war, zumal alle auf vegetarische Kost eingestellt waren und
sogar meine biodynamischen veganen Wildgemüse-Salate und -Eintöpfe
mitaßen.
Wer diesen ´Gärtnerhof an den Heiligen Pfühlen´
selbst kennenlernen möchte, kann sich getrost an meine Wenigkeit Tel
/Fax/A.b. 030-69534420 / eMail: " beob8er @ googlemail .com " oder telefonisch an Ingo
Berthold wenden, zu erreichen in Berlin-Köpenick, Tel.: 030-6568821
oder auf dem DEMETER-Hof selbst, Tel.(A.b.): 0336 3526026.
Wir hatten auch mit den Rädern Glück. Zwar hatten wir Flickzeug
mit, doch nicht eine einzige Radpanne unterwegs.
M.f.G. von WolfRAM
Aktualisiert am 25. August 2003