G e h e i m n i s s e
e i n e s Y o g i s
Gespräche
mit Seiner Exzellenz
A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada
Dieses Buch wurde aus verschiedenen auf Tonbandkassetten aufgezeichneten Gesprächen Seiner Exzellenz, Abhay Charan.Bhaktivedanta Swami Prabhupada vom englischen Original ins Spanische durch Svarupa Damodara ( Erwin Licona Calpe ). Übersetzung ins Deutsche: WolfRAM Löschke (Radha Vinoda dasa, initiiert in den Harinam durch Shrila Bhakti Sundar Dev-Goswami Govinda Maharaj).
Botschaft an den Leser
Hare Krishna ist in der aktuellen Welt ein vertrauter Satz geworden. Sowohl in Mexiko-Stadt, als auch in London, Bombay und Bogotá, in New York und in Nairobi, und einschließlich in Moskau; Leute aller Rassen, Glaubensbekentnisse und Nationalitäten ziehen ihren Nutzen aus dem dynamischen Vorgang des Yoga und aus dem spirituellen Leben, genannt “Krishna-Bewußtsein”, indem sie es als ganzheitlichen Teil ihres jeweiligen Lebens akzeptieren.
Obwohl dieser Vorgang im Westen bis vor ein paar Jahren unbekannt war, ist er in Wirklichkeit nicht neu. Sein Ursprung reicht bis tausende Jahre zurück in das antike Indien, die Wiege des Mystizismus und der Spiritualität der Menschheit. Dort haben große Weise, Mystiker und am spirituellen Leben interessierte Personen durch alle Epochen hindurch infolge der Einhaltung der Grundsätze dieser Kultur die Oberste Vervollkommnung erreichen können.
Ohne im Menschen eine fanatische oder leichtfertige Spiritualität zu fördern, lehrt Sie dieser Vorgang, ein ideales Leben zu führen, angefüllt mit guten spirituellen Qualitäten und versehen mit einer umfassenden Menge an philosophischem Wissen über das Absolute, über die Entsagung, das ewige Leben, usw., was Ihnen gestattet, glücklich, erleuchtet und mit innerem Frieden zu leben.
Die philosophischen Grundlagen der Methode des Krishna-Bewußtseins befinden sich in den sogenannten “Veden” - Schriften, welche das älteste vorhandene offenbarte Wissen darstellen. Diese Veden wurden vor über fünftausend Jahren durch den großen Weisen Vyasadeva zusammengestellt, der literarischen Inkarnation Gottes, und enthalten alle Aspekte des menschlichen Lebens, und auch alle Spielarten des Wissens, das dabei erlangt werden könnte. Diese Lehren entstanden durch das System der traditionellen Schülernachfolge, begonnen mit dem HERRn Krishna daselbst, und haben erstmalig in Form dieser “Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein” nachhaltig und im Westen zahlreiche Kenner gefunden. Dieser Vorgang ist von den übrigen Meditations- und Yogasystemen sehr verschieden, in die falsche Messiasse -auf der Suche nach Geld und nach der Aufmerksamkeit eines unwissenden und leicht zu betörenden Publikums- zum Gefallen der Konsumenten Lehren und Techniken hineinfabriziert haben.
Dieses Buch ist eine einführende Präsentation über das, was Krishna-Bewußtsein eigentlich ist, und wir laden die LeserInnen ein, ihren eigenen Pfad weiterzugehen und diese Lehren mit weitgefächerten Kriterien gründlich zu erforschen. Dazu können Sie schreiben, oder das Ihrem Wohnort nächstgelegene Hare-Krishna-Zentrum aufsuchen, dort unsere übrigen Veröffentlichungen kennenlernen und sich unterrichten, wie diese Philosophie in Ihrem eigenen Leben anzuwenden sei.
Inhaltsverzeichnis
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1. Yoga und Meditation |
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2. Was ist Krishna-Bewußtsein? |
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3. Die Realität der Reinkarnation |
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4. Materieller Fortschritt |
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5. Wahrhaftiger Fortschritt |
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6. Die Wissenschaft ohne Gott ist Unwissenheit |
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7. Spirituelle Erziehung |
| 8. Glaube - Vernunft - Kenntnis |
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9. Der spirituelle Meister oder Guru |
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10. Autorität ohne Ausbeutung |
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11. Definition Gottes |
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12. Ewiges Leben - Beseitigung des Individuellen |
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13. Praktizieren spirituellen Lebens |
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14. Jesus Christus und Krishna |
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15. Die Religion |
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16. Die Frau, das Geschlecht und Freiheit |
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17. Die Bewegung des HERRn, Caitanya Mahapabhu |
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18. Die Regierung und die Gesellschaft |
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19. Anhang |
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20. Warum der Autor Vegetarier ist |
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21. Bibliografie |
Meinen spirituellen Meister Shrila Prabhupada lernte ich im Jahre 1972 in Paris kennen. Seit meinen Jugendjahren hatte ich davon geträumt, einem wahrhaftigen Yogi zu begegnen. Ich hatte Bücher über Yogis und ihre Mächte gelesen. 17 Jahre jung, entschied ich mich, enttäuscht von der materialistisch gesonnenen Gesellschaft und ihren falschen Werten, nach Indien zu fahren, um einem wahrhaftigen Yogi zu begegnen, einem spirituellen Meister. Während der Reisevorbereitung nach Indien hörte ich zu, als gerade von Shrila Prabhupada die Rede war. Begierig, ihn persönlich kennenzulernen, begann ich, Seinen Anweisungen zu folgen, die mich die Bücher und deren Befolger lehrten.
Bald darauf wurden meine Träume Realität. Unvergeßlich ist dieses erstmalig erlebte liebevolle Lächeln des Shrila Prabhupada. Er war Gesandter Seines Guru, um dem Westen das älteste und gründlichste Wissen der Welt zu präsentieren. Ein demütiger Botschafter der spirituellen Welt, dessen Worte die Herzen mit Glück und Kraft erleuchten und erfüllen. Was ich nicht zu hoffen wagte, waren Sein reell vorhandener Mystizismus und Sein tatsächliches Mitleid, die Ihn bewogen, wenn Er der aktuellen Welt Alternativen bekanntgab. Es wurde eine Herausforderung an die unwissende und materialistische Philosophie jeglicher Art. Seine Botschaft ist für alle und löst alle Probleme. Er empfiehlt nicht, sich in das Himalaja-Gebirge zurückzuziehen, wie ich mir erhoffte, sondern setzte den Wert der Göttlichen Liebe als einziges Heilmittel für die leidenden Herzen fest. Nicht allein in Worten, sondern in Seiner reinen, mitleids- und kraftvollen Lebenspraxis. Ich fühlte mich beschwingt.
Endlich fand mein Leben einen Sinn. Die Leere hatte ein Ende, in der mir dünkte, daß es der Lebenszweck wäre, sich an einem materiellen Leib zu erfreuen, Schadstoffe einzunehmen und dem Geld nachzurennen, koste es, was es wolle. Bei meiner ersten Begegnung mit Ihm sagte Er mir: “Die Botschaft ist wichtiger als der Leib des Lehrers”. Obwohl Shrila Prabhupada im Jahre 1977 in die spirituelle Welt zurückkehrte, blieb Seine Botschaft bei uns.Die Absicht dieses Buches ist, allen Suchenden zu zeigen, daß sich die Wahrheit in ihrer Reichweite befindet. Wenn Ihr ein gesundes und reines Leben lebt, und über den Namen “Krishnas (Gottes)” meditiert, könnt Ihr diese vorübergehende Welt schnell zurücklassen, wie der befreite Gefangene, der das Gefängnis verläßt.
Ein Mann fragte mich: “Was für mystische Kräfte hat Shrila Prabhupada?” Ich antwortete ihm: “Mein spiritueller Meister vereinigte hell- und dunkelhäutige, Männer und Frauen, Russen und Amerikaner, und gab ihnen das Leben, ein neues Leben voller Seligkeit und aus dem Wunsch heraus, aller Welt in uneigennütziger Weise zu helfen.
Dies ist mystischer, als ein Haus mit einer Hand anzuheben, oder auf dem Wasser zu schreiten.
Die 'Geheimnisse eines Yogis' sind eine Sammlung von Lehren des Shrila Prabhupada, die zeigen, wie wir unser wahrhaftiges Ego verstehen und wie wir dem HERRn Krishna (Gott) begegnen können. Wir erwarten alle diejenigen in unseren Yogazentren, welche noch mehr über Shrila Prabhupada's Mission kennenlernen möchten, oder Ihr könnt Euch schriftlich mit dem Sekretär kontakten.
Ich danke Svarupa Damodara Das Brahmacari -Erwin Licona Calpe- für seine hingebungsvolle Übersetzertätigkeit und Sammlung dieser Gespräche von Shrila Prabhupada für Euch.
B.A.Param Advaiti Swami
A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada reiste in einem Lebensalter
von siebzig Jahren, mit 5 U$-Dollars, von Indien nach New York. In den folgenden
zwölf Jahren schrieb Er achtzig Bücher, gründete einhundert und acht Tempel,
und ist in der westlichen Welt der Initiator der Hare-Krishna-Bewegung gewesen.
Seine Schüler nennen Ihn Shrila Prabhupada, was bedeutet: 'Der Meister, zu
dessen Füßen alle Meister Zuflucht suchen.'
Kapitel 1
Yoga und Meditation
Reporter: Eure Exzellenz, ist die Meditation ein Mittel, Gottes Plan auszuführen?
Shrila Prabhupada: Ja, die Meditation ist ein Mittel, aber Sie können jetzt nicht meditieren, weil Sie nicht wissen, was Gott ist. Und dann, wie meditieren sie? Wenn Sie nicht wissen, wer Gott sei, über wen meditieren Sie dann? Zuerst müssen sie wissen. Wir kennen Gott -Krishna-, und Krishna sagt: “Denk immer an MICH”.
Auf diese Weise meditieren wir über Krishna, dies ist die perfekte Meditation, weil Meditieren bedeutet, über Gott nachzudenken. Aber, wenn Sie nicht mal wissen, was denn Gott sei, wie können Sie an Ihn denken?
Der Name “Krishna” und Krishna Selbst sind miteinander identisch: In der spirituellen Ebene ist alles miteinander identisch. In dieser materiellen Welt können Sie per Telefon mit irgend jemand über eine meilenweite Distanz hinweg sprechen. Sie hören zwar gerade dessen Stimme, aber Sie können nicht den völlig wohltätigen Zustand erreichen, mit der Person selbst zusammen zu sein. Aber bei der spirituellen Klangschwingung gibt es keine solche Differenz, Sie treten in unmittelbaren Kontakt. Im spirituellen Leben ist es unnütz, an etwas wertloses zu denken (es hieße nur, mit Schwierigkeiten zu leben und seine Zeit zu verlieren). Das Krishna-Bewußtsein ist begrifflich faßbar. Warum nicht mit Krishna in Kontakt treten? E R ist so schön und gut. Er wird von heiligen Personen, großen forschenden Seelen als die Oberste Persönlichkeit Gottes akzeptiert, und sie sind erfolgreich gewesen. Welches ist nun das letzte Ziel des Yoga-Vorganges oder der Meditation? Das Ziel und der Zweck aller Yoga-Vorgänge sind, den Allerobersten, die Überseele, den Allerobersten HERRn zu kontakten. In gleicher Weise zielt die philosophische Forschung, der Yñana-Vorgang, auch auf das Verständnis des Obersten Brahman ab. Diese sind zweifellos die anerkannten Vorgänge, aber gemäß der autorisierten Beschreibung sind sie in dieser Ära des Kali, der Ära des Eisens, nicht gut anwendbar. Daher muß man diesen Vorgang des Hari-Kirtana in Gebrauch nehmen. Jede beliebige Person kann es ohne vorheriges Hilfsmittel praktizieren. Deshalb, wenn jemand die Methode des Caitanya Mahaprabhu übernimmt, den Mantra, Hare Krishna, zu chanten, wird die erste wohltätige Quote sein, daß all die unreinen Dinge des Herzens einfach durch das Chanten gereinigt werden. Chantet (singt). Es ist gratis, und man verliert dabei nichts. Wenn jemand nur eine Woche lang chantet, wird er sehen, wie sehr er in der Entwicklung des spirituellen Wissens voranschreitet.
Wir bekommen allein durch die Kraft des Chantens viele Schüler, und sie sind drauf und dran, all diese Philisophie zu begreifen und sich zu reinigen. Die Bewegung dieser Gesellschaft begann (im Westen) im Jahre 1966, und schon verfügen wir über viele Zentren. Die jungen Männer und Frauen nehmen es sehr ernst und sind dabei glücklich. Fragen Sie von ihnen, wen immer Sie wollen. Sie reinigen die unsauberen Dinge ihrer Herzen einfach, indem sie chanten: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Der folgende Punkt ist, daß alle Probleme der materiellen Existenz direkt gelöst werden, sobald das Herz von allen Verunreinigungen frei sein wird.
Reporter: Was ist denn das, 'hari-kirtana'?
Shrila Prabhupada:
Es ist das Chanten des Mantra 'Hare Krishna'. Dieses Chanten ist wie der
Vorgang, um sich vom Schlangenbiß zu kurieren. Haben Sie die Schlangenbeschwörer
in Indien gesehen? Wir haben sie noch da drüben. Wenn jemand von einer Schlange
gebissen wurde und bewußtlos ausgestreckt daliegt, dann kann ihn der Schlangenbeschwörer
allmählich wieder erwecken, indem er einen gewissen Mantra singt. Dies ist
ein materieller Vorgang. Soselbst sind wir spirituelle Seelen, und ein jeder
von uns befindet sich psychisch oder physisch in einem krankhaften Zustande.
Doch, indem wir Hare Krishna chanten, erwecken wir das Bewußtsein, das all
unsere physischen, mentalen oder intelektuellen Krankheiten heilt.
Nein! zu den Geheimen Mantren
Reporter: Es gibt einen Yogi, der einige Mantren spendet, die aber geheim sind.
Shrila Prabhupada: Seine Mantren sind nicht öffentlich?
Reporter: Nein, es ist ein Geheimnis.
Shrila Prabhupada: Es gibt eine Geschichte über Ramanujacarya, einen großen spirituellen, Krishna-bewußten Meister. Sein spiritueller Meister gab ihm einen Mantra und sagte ihm: “Mein geliebter Sohn, singe diesen Mantra in der Stille. Niemand außer dir darf ihn hören, er ist sehr geheim.” Ramanujacarya fragte seinen Guru: “Welche ist die Wirkung dieses Mantras?” Der Guru sagte ihm: “Durch den Gesang dieses Mantras in der Meditation erlangst du Befreiung.”
So ging denn Ramanujacarya unverzüglich zu einer großen öffentlichen Versammlung und sagte: “Möget ihr alle diesen Mantra singen, ihr werdet Befreiung erlangen.” Danach kehrte er zu seinem spirituellen Meister zurück, der sehr ungehalten war und sagte: “Ich bat Sie doch, in der Stille zu singen.” Ramanuja sagte: “Ja, ich habe eine Sünde begangen. Somit können Sie mich nach Belieben bestrafen. Aber, da sie mir sagten, dieser Mantra würde Befreiung bringen, machte ich es öffentlich. Ein jeder möge sich befreien, und sei es darum, daß Sie mich zur Hölle schickten, darauf bin ich gefaßt. Auf daß durch das Singen dieses Mantras eher alle Wesen Befreiung erlangten, gestatten Sie, daß man es öffentlich verkünde”.
Danach umarmte ihn sein spiritueller Meister und sagte ihm: “Du bist besser als ich.”
“Kannst du dich da reindenken? Wenn ein Mantra so mächtig ist, warum soll er dann geheim sein?
Er muß verbreitet werden. Die Leute haben zu leiden. So sagte Caitanya Mahaprabhu: “Singet diesen Mantra lauthals.Wer ihn auch immer hören mag, sogar die Vögel und wilden Tiere, sie werden Befreiung erlangen!”
Reporter: Von meinem Standpunkt aus ist Ihre Wiederholung dieses Mantras das eine oder andere Mal etwas wie Suggestion. Zum Beispiel, irgendwelche Stämme singen während verschiedener Rituale.
Shrila Prabhupada: Dies ist Ihre Meinung; Sie sind keine Autorität.
Reporter: Erklären Sie es mir, bitte.
Shrila Prabhupada:
Dies ist eine Verkündung der Bhagavad-gita (9-14): “Stets Meine Herrlichkeit
besingend, sich mit großer Bestimmtheit bemühend, Mir Ehrerweisungen entbietend,
verehren Mich diese großen Seelen fortwährend hingebungsvoll”. Danach sagt
Krishna direkt: “Singe stets Meinen Namen”. Es ist nicht so, daß wir jede
beliebige Sache besingen und dennoch den selben Nutzen daraus ziehen können.
Kapitel 2
Was ist Krishna-Bewußtsein?
Reporter: Können Sie mir sagen, an was Sie glauben? Wovon handelt denn die Philosophie der Hare-Krishna-Bewegung?
Shrila Prabhupada: Ja, Krishna-Bewußtsein ist kein Glaube; es ist eine Wissenschaft. Der erste Schritt ist, den Unterschied zwischen einem lebendigen und einem toten Körper zu wissen. Welcher ist nun der Unterschied? Der Unterschied ist, daß wenn jemand stirbt, die spirituelle Seele oder die Lebenskraft den Körper verläßt. Deshalb wird der Leib “tot” genannt. Dann gibt es zwei Dinge: das eine, diesen Körper und das andere, die Lebenskraft innerhalb des Körpers. Wir sprechen von der Lebenskraft innerhalb des Körpers. Dies ist der Unterschied zwischen der spirituellen Wissenschaft des Krishna-Bewußtseins und der materiellen, ordinären Wissenschaft. So gesehen, ist es für einen ordinären Menschen anfangs in Wirklichkeit sehr schwierig, unserer Bewegung Wert beizumessen. Man muß zuerst verstehen, was eine Seele ist, oder daß sie von diesem Körper etwas Verschiedenes ist.
Reporter: Und wann werden wir dies verstehen?
Shrila Prabhupada: Du kannst es in jedem Augenblick verstehen, aber es erfordert ein wenig Intelligenz. Zum Beispiel, in dem Maße, wie ein Säugling heranwächst, wird es ein Kind, das Kind wird jugendlich, der Jugendliche wird erwachsen und der Erwachsene wird ein Greis. All diese Zeit hindurch fühlt er noch, daß er dieselbe Person ist, wobei sein Körper sich vom Säugling bis zum Greis verändert, mit der selben Identität. Trage dem Rechnung: der Körper verändert sich, aber der Besetzer des Körpers, die Seele bleibt gleich. Dann sollten wir logischer Weise schlußfolgern, daß wenn unser derzeitiger Körper stürbe, wir einen anderen Körper annähmen. Dies nennt sich Seelenwanderung.
Reporter: Heißt es, daß wenn die Leute sterben, es nur der physische Leib sei, der da stürbe?
Shrila Prabhupada: Ja. Dies wird im Einzelnen in der Bhagavad-gita (2.20) gesagt: (wendet sich an einen Gottgeweihten) Such den Vers... Wir pflegen viele entsprechend konkordierende Textstellen zu erwähnen. Krishna-Bewußtsein ist eine ernsthafte Erziehung, keine ordinäre Religion.
Schüler: “Für die Seele gibt es weder jemals Geburt, noch den Tod. Genausowenig hört die Seele, nachdem sie bereits existiert hat, jemals auf, zu existieren. Die Seele ist ungeboren, ewig, immer existent, unsterblich und ersten Ranges. Die Seele wird nicht getötet, wenn der Leib abgetötet wird.”
Reporter: Grundsätzlich, was ist denn nun 'Krishna-bewußtsein'?
Shrila Prabhupada: 'Krishna' bedeutet 'Gott'. Alle sind wir mit Ihm in einer intimen Beziehung, weil Er unser ursprünglicher Vater ist. Aber wir haben diese Beziehung vergessen. Wenn wir uns dafür interessieren, zu wissen: “Welche Beziehung habe ich zu Gott? Welcher ist der Zweck des Lebens?” sodann nennen wir uns 'Krishna-bewußt'.
Das Krishna-Bewußtsein ist unser ursprüngliches Bewußtsein, weil jedes Lebewesen ein Teil Krishnas ist; Krishna hat viele Erweiterungen, sogenannte: persönliche und separate
Erweiterungen. Wir, die Lebewesen sind Seine separaten Erweiterungen. Obwohl wir uns auf die eine und andere Weise in intimer, sehr intimer Beziehung zu Krishna befinden, sind wir jetzt auf Grund unseres Kontaktes mit der materiellen Natur von Ihm getrennt. Wirklich, dies ist ein Fakt. Wir sind mißratene Geschöpfe, so wie der Sohn eines reichen Mannes, der auf irgend eine Weise seinen Vater vergißt und auf der Straße wie ein armer Mensch bettelt.
Dies ist wirklich nicht seine Stellung. Er hat sie eben nur vergessen.
Die Bewegung des Krishna-Bewußtseins versucht eben, bei allen Leuten das ursprüngliche Bewußtsein wachzurufen, daß wir Teile von Krishna sind. Warum sollten wir in dieser materiellen Welt verweilen und die dreifachen Nöte erleiden? Wir wollen dieses ursprüngliche Bewußtsein wiedererleben, was das Krishna-Bewußtsein ist. Zum Beispiel, ein in einer großen, reichen Familie geborener Mann, sollte den Rechtsanspruch seiner Familie zu Nutze machen, aber unglücklicher Weise bringt er es fertig, sein eigenes Heim zu vergessen und Dienstaufträge anzunehmen. Die gesamte vedische Literatur steht für diesen Zweck zur Verfügung: unser ursprüngliches Bewußtsein wieder zu erleben. Ich bin nicht dieser Körper, ich bin eine spirituelle Seele.
Reporter:
Können Sie uns noch mehr über das, was Krishna-Bewußtsein ist, sagen?
Was sind wir?
Shrila Prabhupada: Wenn wir Gott lieben, ist dies Krishna-Bewußtsein. Wenn du nicht gelernt hast, Gott zu lieben, was hat dann deine Religion für eine Bedeutung? Wenn du dich wirklich in der Ebene der Gottesliebe befindest, verstehst du deine Beziehung zu Gott, “daß ich Teil Gottes bin”. Sodann erweiterst du deine Liebe auch zum Tier hin, wenn du Gott wirklich liebst. Dann ist deine Liebe zum Insekt auch da. Du verstehst, daß “dieses Insekt einen andersartigen Körper angenommen hat, aber an meinem Vater Anteil hat und daher mein Bruder ist”. Dann kannst du dir keinen Töter halten. Wenn du ihn dir hieltest und nicht der christlichen Ordnung folgtest, “Du wirst nicht töten.”, und du kündigtest dich als Christ oder als Hindu an, dann wäre das ja keine Religion. Es wäre nur ein Zeitverlust, da du Gott nicht verstündest, und du dich in einer Sekte vereinnahmen ließest, es aber keine wirkliche Religion gäbe. Dies ist, was in aller Welt passiert.
Wer ist Krishna?
Der Wahrhaftige Zweck der Religion
Wenn wir über Krishna sprechen, erwähnen wir Gott. Jedes Wesen hat eine vage Idee von Gott, aber keine klare Idee. Deswegen erscheint Gott, um das zu zeigen, was Er ist. Wenn wir über Gott spekulieren, wird einer die eine Sache bedenken und eine andere Person wird eine andere Sache bedenken. Dies resultiert aus der Spekulation. Aber, wenn Gott selber kommt und Sich zeigt, wie Er ist und über sich spricht, ist es perfektes Wissen. Diese Bewegung des Krishna-Bewußtseins ist dabei, jene Aussage zu verbreiten. Gott selbst spricht gerade über Sich: ICH bin dies, diese Form, dies sind meine Tätigkeiten, meine Adresse ist diese und jene, wenn du willst, kannst du zu MIR zurückkehren. Dies ist die Situation, der jedes Wesen folgen kann.
Reporter: Gibt es irgendeine Übersetzung oder einen Kommentar, von denen Sie möchten, daß alle sie lesen mögen?
Shrila Prabhupada: Ja. Das Bhagavatam sagt, daß es im Leben nicht das Oberste Ziel sei, sich zu befreien, indem man sich wirtschaftlich entwickle. (Bhag.1.2.9): “Wir sollten auf ehrenhafte Weise Geld verdienen, nicht zur Sinnenbefriedigung, sondern für die Grundbedürfnisse des Lebens; um den (echten) Ansprüchen des Körpers zu genügen, nicht um künstliche Bedürfnisse zu schaffen.” Warum? Weil der Oberste Zweck ist, Befreiung zu erreichen und nicht, jedes Jahr ein neues Automodell anzuschaffen. Wir sollten nicht Tag und Nacht hart arbeiten und zum Bethaus gehen, um materiellen Nutzen zu haben, um von Gott Geld zu erbitten. Die Leute wünschen materiellen Gewinn, weil sie nicht spirituell informiert werden; daher sind sie als “Mudha” beschrieben, d.h. als dumme und boshafte.
Wenn ich mein Hemd sehr gut behüte, aber nicht die darin befindliche Person, wie ist dann meine Lage? Auf ähnliche Weise ist all diese materielle Welt damit beschäftigt, den Körper zu versorgen und nicht die darin befindliche Seele. Daher sind all die sogenannten Erziehungsinstitute verblendet. Es ist eine aus Blinden bestehende Gesellschaft, die Blinde anleitet.
Reporter: Welcher ist der Zentralpunkt dieser Religion?
Shrila Prabhupada: Dies ist keine Religion, es ist Philosophie.
Reporter: Philosophie? Etwa wie Metaphysik?
Shrila Prabhupada: Ja. Das erste Prinzip der Metaphysik ist, daß wir nicht dieser Körper sind.
Reporter: Ist es nicht ein wenig wie Katholizismus?
Shrila Prabhupada: Nicht nur Katholizismus, sondern all die Religionen: Hinduismus, Judentum, Christen, Muselmanen. Der erste Grundsatz aller Religionen ist, daß wir nicht dieser Körper sind.
Reporter: Welches ist das erstrangige Ziel Ihrer Bewegung?
Shrila Prabhupada: “Der Zweck dieser Bewegung des KrishnaBewußtseins ist, das ursprüngliche Bewußstsein des Menschen zu erwecken. Derzeitig ist unser Bewußtsein festgelegt. Der eine denkt gerade “ich bin Engländer”, ein anderer “ich bin Amerikaner”. Wirklich, wir gehören nicht zu diesen Festlegungen. Alle sind wir Teil von Gott; das ist unsere wahrhaftige Identifikation. Schlichtweg gesagt, wenn jedes Wesen zu diesem Bewußtsein gelangt, dann lösen sich alle Probleme der Welt. Dann müssen wir wissen, daß wir eins sind, die selbe Qualität als spirituelle Seele, die jedem Wesen innewohnt, obwohl sie sich in verschiedener Bekleidung befinden kann. Dies ist die Erklärung welche die Bhagavad-gita gibt.
Reporter: Ich sehe schon. Können Sie mir sagen, welche Bedeutung Ihrer Meinung nach das Leben hat? Warum existieren wir an erster Stelle?
Shrila Prabhupada: Die Bedeutung des Lebens ist es, zu genießen. Aber jetzt bist du auf einer falschen Ebene des Lebens, und darum leidest du, anstatt zu genießen. überall sehen wir den Existenzkampf. Jedes Wesen ist im Kampf, aber welcher Nutzen ergibt sich am Ende? Sie leiden und sterben nur. Daher ist dein Leben derzeitig nicht genußbringend, obwohl es Genuß bedeutet. Aber wenn du auf die spirituelle Ebene des Lebens gelangst, die reell ist, dann wirst du genießen.
Kapitel 3
Die Realität der Reinkarnation
Shrila Prabhupada: Die Seele wird nicht geschaffen, sie besteht ewig bei Gott. Die Seele hat die Unabhängigkeit, sich von Gott abzusondern, was vergleichsweise ein Fall wäre, wie ein Funke, der aus einem großen Feuer fiele. Wenn sich der Funke absondert, verliert er seine Leuchtkraft. Jedenfalls existiert die individuelle Seele immer. Der HERR und Seine Diener existieren ewiglich. Wir können nicht sagen, daß die Teile eines Körpers auf separate Weise erschaffen worden seien. Sobald der Körper gegenwärtig ist, befinden sich alle Teile bei dem selben. Die Seele wird niemals geschaffen und stirbt nie. Dies bestätigt die Bhagavad-gita (2.20).
Student: Was heißt, jede Sünde “beflecke” die Seele?
Shrila Prabhupada: Die Seele wird nicht befleckt, kann aber an sündhaften Tätigkeiten teilnehmen. Trotzdem man das Wasser nicht mit Öl mischen kann, wird dasselbe, wenn es auf dem Wasser schwimmt, von ihm fortgetragen. In derselben Weise befinden wir uns unter den Klauen der materiellen Welt, sobald wir mit der materiellen Natur in Kontakt sind. Wenn das Lebewesen in die materielle Welt eintritt, verliert es seine eigene Macht. Sodann geht es völlig dazu über, sich unter die Klauen der materiellen Natur zu begeben. Das Öl mischt sich niemals mit dem Wasser, kann aber durch die (Wasser)Wellen befördert werden.
Student: Verhält es sich so mit allen spirituellen Seelen?
Shrila Prabhupada: Die Qualität ist dieselbe. So wie Sie ein Mensch sind und ich auch, genauso haben Sie zwei Hände wie ich, haben Sie zwei Beine wie ich, usw., aber dennoch sind wir verschieden voneinander. Dies ist individuell. Zum weiteren Verständnis, was Krishna-Bewußtsein meint, kann die Gestalt des Paramatma (Überseele) nicht verleugnet werden.
Student: Viele Leute sagen heute, daß wir das Innere erschauen sollen, um die Wahrheit zu suchen, anstatt das äußere, oder sei es die Welt der Sinne.
Shrila Prabhupada:
Das Innere zu erschauen, bedeutet, daß Sie eine spirituelle Seele sind. Aber,
wenn Sie nicht verstehen, daß sie nicht dieser Körper, sondern spirituelle
Seele sind, dann dient es Ihnen nicht, ins Innere zu schauen.
Auffassung vom Körper
Krishna sagt, daß “der weise Mensch sich nicht für den materiellen Körper interessiert”. Aber der Hatha Yoga konzentriert sich hauptsächlich auf den Körper. Aber wünscht einer denn, durch körperliche Übung Krishna's Liebe zu haben? Wenn dies möglich wäre, hätten es alle Kämpfer und Sportler geschafft, Krishna's Liebe zu verwirklichen.
Student: Für Augustinus waren der menschliche Geist und die Seele, die er 'vernünftige Seele' nannte, ein und dasselbe.
Shrila Prabhupada: Nein. Diese sind verschiedene Wesenheiten. Die Seele befindet sich in verschiedenen Körpern, die auf unterschiedliche Weisen denken, fühlen, wünschen und unterschiedliche geistige Veranlagung vorzuweisen haben. Zum Beispiel ist das Gemüt eines Hundes nicht dem des Menschen gleich, dies heißt aber nicht, daß der Hund keine Seele habe. Dann differiert das Gemüt dem Körper entsprechend, aber die Seele bleibt immer identisch.
Student: Augustinus betrachtete die Seele als spirituell, vom materiellen Körper verschieden; auch glaubte er, die Seele habe nicht vor dem Entstehen des Körpers existiert. Er nahm einfach an, daß die Seele der übergeordnetere Teil des Menschen sei, und der Körper wäre dessen untergeordneter Teil. In gleicher Manier dünkte ihm, die Seele erlange nur die Unsterblichkeit, nachdem sie von Gott geschaffen worden sei, das heißt, nachdem Gott ihr Wesen bestimmt habe. Augustinus sagte, die Seele lebe im Augenblick des eintretenden Todes ewig weiter.
Shrila Prabhupada:
Aber, wenn die Seele geschaffen wird, wie wird sie unsterblich? Wie wird
sie ewig? Wie kann die Seele manchmal nicht ewig sein?
Reinkarnation
Student: Es gibt aber nicht zwei Phänomene; der Körper und der Eigentümer des Körpers sind dasselbe, es gibt keine Trennung.
Shrila Prabhupada: Nein (emphatisch).
Student: Wenn der Körper stirbt, dann stirbt der Eigentümer ebenfalls.
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Warum aber gibt es in der Universität keine Studienabteilung, die diese Tatsache wissenschaftlich untersuche? Dies ist mein Vorschlag, sie fehlt, es kann durchaus sein, wie es Ihnen dünkt, oder wie ich es sage, aber es muß eine Studienabteilung geben, welche dieses untersuche. Kürzlich hat ein Kardiologe in Toronto die Existenz der Seele akzeptiert. Ich korrespondierte mit ihm, und er glaubt nachdrücklich, daß es eine Seele gibt. Dann ist das noch von einem anderen Gesichtspunkt her. Unser Vorgang aber ist, Wissen von einer Autorität zu akzeptieren. Wir haben über diesen Aspekt die Erklärung von Krishna, und Er ist autorisiert. Krishna ist von allen Acaryas als Autorität akzeptiert. Die Bhagavad-gita wird durch philosophische und schulische Kreise der ganzen Welt akzeptiert; Krishna sagt: “So, wie die Seele den Körper des Kleinkindstadiums verläßt und im Körper des Kindes und dann im jugendlichen Körper fortlebt, genauso verläßt die Seele diesen Körper und nimmt einen anderen an.” Diese Erklärung von Krishna, der Obersten Autorität, ist der Wissensüberlieferung gemäß. Wir akzeptieren diese Erklärung, ohne darüber zu argumentieren. Diese ist die Form des vedischen Verständnisses.
Student: Die Idee der Seelenwanderung ist als Ausgangspunkt der transzendentalen Philosophie sehr wichtig, aber im Abendland findet sie kein Verständnis. Obwohl wir akzeptieren, daß wir den Körper während des Lebens wechseln, und in den Träumen, geschieht all dies während des Lebens des Wesens, aber es hat diese Erfahrung nicht, wenn der Tod eintritt.
Shrila Prabhupada: Aber im Traum wird man nicht an alles erinnert, da es ein gequirlter Mischmasch verschiedener Dinge ist. Zu vergessen, entspricht unserer Natur; wir haben seit unserer Kindheit viele Dinge vergessen. Wir erinnern uns nicht, wie wir im Leib der Mutter gewesen waren und unter jenen Bedingungen Leid erfahren hatten, und doch waren wir in jener Lage. Der Fakt, daß wir uns an etwas nicht erinnern können, bedeutet nicht, daß es nicht existiert hätte. Bedingt durch unsere Vergeßlichkeit erinnern wir uns nicht an unsere vergangenen Leben. Das Wichtigste ist Krishna's Autorität; Er ist die perfekte Autorität, und logischer Weise präsentiert Er die Seelenwanderung in der “Bhagavad-gita”.
Student: Wenn wir es nur glauben sollen, weil Krishna es gesagt habe, ist es dogmatisch.
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Die Denkweise ist vorhanden, aber die Autorität ist endgültig. Wenn sie wissen möchten, wer Sein Vater ist, können Sie es auf vielerlei Weise durch die Abstammungslehre, durch die attraktiven Zeugnisse über seine Eltern, oder seine charakterlichen Ähnlichkeiten mit ihnen erforschen, aber schließlich ist die Mutter die Autorität ohne Fehl.
Student: Aber ich wüßte auch gern, woher Sie denn wissen, daß wir in anderen Gestalten zurückkehren?
Shrila Prabhupada: Wir sehen, daß es so viele Gestalten gibt; woher kommen sie wohl? Die Gestalt des Hundes, des Katers, des Baumes, des Reptils, der Insekten, der Fische? Was erklären Sie mir nun zu diesen verschiedenen Gestalten? Dies wissen sie nicht.
Student: Durch Evolution.
Shrila Prabhupada: Mag sein, daß es Evolution gäbe, aber all die verschiedenen Arten existieren gleichzeitig. Der Fisch, der Tiger, der Mensch, jede Art existiert doch. Das ist vergleichbar mit verschiedenen Wohnungsstilen; Sie können eine von ihnen entsprechend ihrer Zahlungsfähigkeit belegen, aber alle unterschiedlichen Wohnungsstile existieren simultan. Ebenso wird dem Lebewesen gemäß seinem Karma ( Aktion und Reaktion durch seine Tätigkeiten ) die Freiheit gewährt, eine von diesen Stilen oder Körperlichen Gestalten einzunehmen, obwohl es auch Evolution geben mag.
Student: Was wird Ihnen in der Zukunft passieren?
Shrila Prabhupada: Wir werden zu Krishna zurückkehren. Wir haben schon alles zur Kenntnis genommen; den Namen Krishnas, die Richtung, Krishna's Form, Krishna's Tätigkeiten, wir wissen schon alles von Ihm, und zu JENEM gehen wir. Krishna hat es uns in der Bhagavad-gita ( 4.9.) vergewissert. “Beim Verlassen des Körpers wird die Seele nicht noch einmal in diese materielle Welt hineingeboren, sondern erreicht Meine ewige Wohnstätte, Oh Arjuna”. Und nicht nur die Gottgeweihten erreichen dies, sondern all jene, die Krishna verstehen, so wie es die Bhagavad-gita (4.9.) aufzeigt: “Wer Mich, wissenschaftlich betrachtet, in Wahrhaftigkeit erkennt, ist geeignet, ins Reich Gottes einzugehen.”
Student: Konnte ich in meinem vergangenen Leben Krishna-bewußt geworden sein?
Shrila Prabhupada: Das ist nicht wichtig. Sie können sich aber bekehren. Machen Sie sich unsere Bewegung des Krishna-Bewußtseins zu Nutze.
Kapitel 4
Materieller Fortschritt
Wissenschaftler : Scheinbar betonen Sie mit Nachdruck, was Ihnen Wissen bedeutet. Gibt es denn nicht Entdeckerfreuden, wie die Natur arbeitet? Zum Beispiel, jetzt dünkt uns, daß wir eine Materie wie diese verstehen ( Er zeigt auf das Gras, worauf sie sitzen.). Uns dünkt, daß wir durch Experimente erkennen, durch Theorie und Analysen, daß es aus Teilchen bestünde, die wir nicht sehen können, und wir können dessen Eigenschaften experimentell analysieren. Wir wissen, daß es aus Molekülen gemacht ist. Wir verstehen einige der Kräfte, die sie zusammenhalten, und dies ist das erste Mal, da wir dieses erfahren, vordem wußten wir es nicht.
Shrila Prabhupada: Worin besteht aber der Nutzen? Obwohl du jedes Teilchen dieses Grases kennst, welchen Nutzen ziehst du daraus? Das Gras befindet sich im Wachstum, wird mit deinem Wissen oder ohne es wachsen. Du kannst es wissen, oder nicht, aber das wird keinen Unterschied ergeben. Ich könnte jeden beliebigen Sachverhalt aus analytischer Sicht studieren. Jegliche sinnlose Sache, die ich mir vornähme, kann ich studieren und darüber ein umfangreiches Buch verfassen. Aber welchen Gebrauchswert wird man davon haben?
Wissenschaft außerhalb von Gott ist ein Verlust
Wissenschaftler: Mir scheint, die Welt zu sehen.
Shrila Prabhupada: Nehmen sie einmal an, ich nähme dieses Gras, könnte bändeweise darüber Bücher schreiben, wann es zu existieren begann, wann es starb, welche die Fasern seien, was für Moleküle, auf vielerlei Art könnte ich dieses unbedeutende Feuilleton beschreiben. Aber welchen Nutzen ergäbe das?
Wissenschaftler: Warum würde es Gott dann aber dort hingesetzt haben, wenn es keinen Nutzen hätte? Lohnt es sich nicht, dies zu ergründen?
Shrila Prabhupada: Unser Punkt ist, daß Sie lieber das unbedeutende Gras studieren, anstatt Gott, der alles geschaffen hat. Wenn Sie Ihn verstehen könnten, würden sie automatisch das Gras studieren. Aber Sie haben den Wunsch, das Gras von Ihm abzusondern, um es separat zu erforschen. Auf diese Weise können Sie Bände verfassen, und Bände über die Angelegenheit, aber wozu seine Intelligenz so verschwenden? Der Zweig eines Baumes ist schön, solange er mit dem Hauptstamm verbunden ist, aber sobald man ihn abschneidet, trocknet er aus. Wozu braucht man ein Studium des trockenen Zweiges? Es wäre eine Vergeudung der Intelligenz.
Wissenschaftler: Warum aber ist es ein Verlust?
Shrila Prabhupada:
Es ist gewiß ein Verlust, weil das Resultat nicht nützlich ist.
Warum Sich Selbst Erkennen?
Wissenschaftler: Was ist nützlich?
Shrila Prabhupada: nützlich ist es, sich selber zu erkennen. Was sind Sie denn für einer?
Wissenschaftler: Warum ist es denn besser, mich selbst zu erkennen, als zu erkennen, daß der Grund eine Pflanze hergibt?
Shrila Prabhupada: Wenn Sie das verstehen, was Sie sind, dann verstehen Sie mehr Dinge. Es wird 'Selbsterkenntnis' genannt. Dies ist wichtig. Ich bin eine spirituelle Seele, ich mache ein Leben in vielen Arten durch. Aber, welche ist meine Position? Ich wünsche nicht zu sterben, weil ich Angst habe, den Körper zu wechseln. Darum habe ich Angst vor dem Tod. Diese Frage sollten Sie sich zuerst stellen: Ich wünsche kein Unglück, aber das Unglück kommt. Ich wünsche keinen Tod, aber der Tod kommt. Ich wünsche keine Krankheit, aber die Krankheit kommt. Ich wünsche nicht zu altern, aber jedenfalls passiert es. Welchen Grund gibt es für diese Dinge, die erzwungener Maßen geschehen, trotzdem ich das Gegenteil gewünscht habe? Wenn ich gezwungen bin, welche Kraft ist dabei wirksam, und warum bin ich unter dieser Kraft? Wer erzwingt denn diese Dinge? Diese Dinge kenne ich nicht, aber sie sind die realen Probleme. Ich wünsche keine übermäßige Hitze, aber es gibt sie ( oder Kälte ). Ich muß Zuflucht bei der Elektrotechnik nehmen, -beim Kühlschrank, einem Heizgerät-. Warum? Wer erzwingt diese Dinge? Warum werden sie erzwungen? Ich will diese Hitze nicht, was habe ich denn getan? Diese Fragen sind real, nicht nur das Studium des Feuilletons und das Schreiben von Bücherbänden. Dies ist Energieverlust. Studiere dich selber. Du wünschst kein Leiden, aber warum wird es dir eingegeben? Wer setzt es ein? Warum konfrontiert man mich damit? Das sind Dinge, die Sie nicht wissen.
Reporter:
Ist es, außerdem bemerkt, nicht Sitte, es als ehrenwert zu betrachten, wenn
jemand hart arbeitet, sich durchkämpft und eventuell im Leben sich frei und
Fortschritte macht?
Arbeitet nicht wie Esel
Shrila Prabhupada: Die Karmis, oder die fruchtbringende Werke Vollbringenden, werden in der Bhagavad-gita als Esel beschrieben. Warum vergleicht man sie mit Eseln? Weil der Esel mit Lasten auf seinem Rücken sehr hart arbeitet, und als Vergütung gibt ihm sein Herr nur eine kleine Portion Gras. Er wird an der Waschküchentür festgemacht und frißt Gras, während ihm der Wäscher schon wieder neue Lasten aufbürdet. Er bekommt es nicht mit, daß “wenn ich von der Wäscherei weggehe, dann kann ich überall Gras haben - warum lasse ich mir eigentlich soviel aufladen?”
Reporter: Das erinnert mich an einige Leute, die mir bekannt sind.
Shrila Prabhupada: Der fruchtbringende-Werke-Vollbringende ist so. Er ist im Büro sehr beschäftigt, und wenn Sie ihn sehen wollen, wird er sagen: “Bin sehr beschäftigt”. Was ist dann das Resultat von solcher Geschäftigkeit? Er nimmt zwei Stücke Brot, oder Toastscheiben und eine Tasse gefüllt mit Bohnenkaffee. Ist er deswegen so beschäftigt? Er weiß nicht, weshalb er so beschäftigt ist. Im Rechnungsbuch wird er die Bilanz finden, daß es eine Million Dollars waren und es nunmehr zwei Millionen seien. Damit ist er zufrieden, nimmt aber nur zwei Toastbrot-scheiben und eine Tasse Kaffee und wird sehr hart arbeiten. Das ist er(sie), dem(der) man unterstellt, daß er(sie) ein 'karmi' sei, Esel -arbeiten wie Esel, ohne jeglichen Lebenszweck.
Aber die vedische Zivilisation ist anders. Die Beschuldigung ist nicht korrekt. Die Leute in der vedischen Zivilisation sind keineswegs faul. Sie sind in einer gehobeneren Angelegenheit beschäftigt. Prahlada Maharaj unterstreicht, daß diese Beschäftigung so wichtig sei, daß sie schon von Kindheit an begonnen werden müsse. Man sollte nicht eine Sekunde der Zeit verlieren. Dies ist also die vedische Zivilisation. Die Esel sehen: “Jene Menschen arbeiten nicht wie ich” -wie Hunde und Esel- und meinen, wir fielen aus der Norm. Ja, wir fallen aus der Norm einer unfruchtbaren Anstrengung. Die vedische Zivilisation dient der Selbst-Verwirklichung.
Der Fortschritt
Ihrer Erkenntnis ist in vier Dingen inbegriffen: Essen, Schlafen, Sich-Paaren
und sich Verteidigen. Zum Beispiel, erfinden sie soviele tödliche Waffen,
und die Politiker ziehen daraus Vorteile, um sich zu halten. Sie entdecken
derzeitig soviele Chemikalien, um die Schwangerschaft zu verhindern, und
nutzen sie, um das Sexual-”leben” zu verstärken.
Die Materielle Wissenschaft hält uns auf dem tierischen Niveau
Wissenschaftler: Was geschieht denn gerade mit dem Mond?
Shrila Prabhupada: Das ist auch eine Art Schlafen. Sie fahren an jenen Ort und schlafen und geben Geld aus, das ist alles. Im Gegenteil, was können Sie da drüben schon machen?
Reporter: Man kann hinfahren und lernen.
Shrila Prabhupada: Da drüben fahren Sie hin und schlafen, das ist alles. Schlafen. Geben Billionen aus und haben nichts zur Vergütung.
Wissenschaftler: Es scheint, daß es etwas mehr als das sei.
Shrila Prabhupada: Nichts mehr. Nein, weil diese vier Prinzipien: Essen, Schlafen, Sich-Paaren und Sich-Verteidigen die Grundlage bilden. Wenn Sie keine Erkenntnisse haben, die über den Begriff dieses Körpers hinausgehen, haben Sie keine andere wissentliche Rechtssprechung. Es kann eine sehr brillante völlige Erkenntnis über den Körper werden, aber all Ihr Betätigungsfeld erstreckt sich innerhalb dieser vier Prinzipien: Essen, Schlafen, Sich-Paaren, Geschlechtsverkehr zu haben und sich zu verteidigen. Dieser Erkenntnis messen auch die niedrigeren Tiere vorrangigen Wert bei. Sie wissen, wie man (fr)ißt, schläft, sexuellen Kontakt hat, und sich verteidigt.
Wissenschaftler: Aber, sie wissen nichts über Nuclearphysik!
Shrila Prabhupada: Dies bedeutet nicht, daß Sie damit den Tieren überlegen sind. Es ist die selbe Sache, Sie sind nur aufgeputzt, das ist alles. Es ist nur eine Umwandlung materiellen Wissens. Unter wissenschaftlichem Fortschritt verstehen Sie und Ihresgleichen “Fortschritt vom Ochsenkarren bis zum motorisierten Vehikel”. Wenn wir vom Zustande des Karrens bis zu der regulierenden Wirkung der Feinmechanik des motorisierten Vehikels fortschreiten können, so fassen Sie es als wissenschaftlichen Fortschritt auf, oder etwa nicht?
Wissenschaftler: Es ist technischer Fortschritt.
Shrila Prabhupada: Technologie oder Wissenschaft ist einerlei. Unser Problem ist der Fortschritt der spirituellen Seele. Welches ist dann das Wissen über die spirituelle Seele?
Wissenschaftler: Anscheinend gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die spirituelle Seele.
Shrila Prabhupada: Wenn es so ist, gibt es in Wirklichkeit keinen Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Wissenschaftler: Aber, jetzt haben wir doch Flugzeuge.
Shrila Prabhupada: Die Wissenschaftler können weder den Tod, noch die Geburt, noch die Krankheit aufhalten, auch können sie den Alterungsprozeß nicht stoppen. Was haben sie dann geschafft? Früher alterten die Leute und jetzt altern sie. Sie erkrankten und jetzt erkrankt man. Jetzt gibt es mehr Medizin und mehr Krankheit. Was hat man denn nun realisiert? Die Wissenschaftler haben nichts dazu beigetragen, die Weltordnung zu bessern. Laßt uns doch den Halunken der Wissenschaft unser Vertrauen entziehen, welche sagen, das Leben entstehe aus der Materie. Fakt ist, daß die Materie aus dem Leben entstand.
Schüler: Ich erwähnte in Shrila Prabhupada's Gegenwart, daß nun, da Indien nuclearen Sprengstoff besitzt, andere Nationen ebenfalls solchen Besitz anstreben. Er sagte darauf: Was hat es mit der Nuclear-Bombe auf sich? Ich würde dir eine hinschmeißen und wenn du noch zum Zuge kämest, würdest du mir dafür eine hinplazieren. Welche Überlegenheit hätten wir dann gegenüber den Hunden? Diese Dezimierung eines Volkes durch ein anderes mit Hilfe von Nuclear-Bomben entspricht der Mentalität von Hunden. Zuweilen, und seien sie angekettet von ihren Herrchen, balgen sie sich miteinander, sobald sie aufeinandertreffen. Haben Sie sie mal gesehen? Es ist nichts besseres.
Reporter: Die Wissenschaftler sagen, die Mondatmosphäre sei nicht zum Atmen geeignet.
Shrila Prabhupada: Warum geben die Halunken dann für jenes Projekt soviel Geld aus?
Reporter: Um die Leute zu beeindrucken.
Shrila Prabhupada:
Dies bedeutet, daß sie Angeber sind, und die Leute sind so dumm, daß sie
ihnen nicht zu mißtrauen wagen. Jetzt begeben sie sich zum Mars, um auf Kosten
der Steuerzahler noch ein wenig mehr Staub und Steine heranzubringen. Sie
geben soviel Geld aus für nichts! Wenn sie uns ein Zehntel von dem Geld gäben,
um Krishna-Bewußtsein zu verbreiten, wäre nicht ein einziger Pfennig vergeudet.
Aber nein, lieber werden sie Millionen Dollars ausgeben, um ein wenig Staub
herzubringen. Ist dies eine gesunde Regierung? Wieso mißtrauen ihnen die
Leute denn nicht?
Was unterscheidet uns von den Hunden?
Reporter: Hier wäre noch eine andere Frage: “Die traditionelle Anklage gegen die vedische (hinduistische) Kultur ist, daß sie fatalistisch (untätig dem Schicksal ergeben, schicksalsgläubig) sei, daß sie die Leute zu Sklaven des Glaubens an die Vorherbestimmung mache, und daß sie daher den Fortschritt hemme”. Ist es denn gewiß?
Shrila Prabhupada: Was für ein Fortschritt soll denn das sein? Ist denn der Sprung eines Hundes etwa ein Fortschritt? Ist das Fortschritt? Ein Hund läuft hüben und drüben auf vier Pfoten, und Sie alle laufen hüben und drüben auf vier Autorädern. Ist das Fortschritt? Dies ist kein vedisches System. Gemäß dem vedischen System hat der Mensch ein gewisses Energiequantum, und da Menschen bessere Anlagen für ein Bewußtsein haben als die Tiere, sei die Energie der Menschen wertvoller als die der Tiere.
Reporter: Wahrscheinlich wird niemand darüber diskutieren, daß der Mensch mehr Freiheit hat, oder, wie ich annehme, mehr Verantwortung, als die Tiere.
Shrila Prabhupada: Dann sollte sich die menschliche Energie doch für den spirituellen Fortschritt nützlich machen, und nicht, daß diese Energie nicht dafür ver(schw)wendet werde, mit dem Hund zu wetteifern. Die heilige Person beschäftigt sich nicht wie der Hund. Heutzutage dünkt den Leuten, daß “die Qualität des Hundewesens” Leben sei, aber wirkliches Leben ist eben spiritueller Fortschritt. Daher sagt die vedische Literatur: “Die Menschen, welche wirklich intelligent und philosophisch geneigt sind, sollten sich allein für dieses Ziel bemühen, das einen wirklichen Zweck hat, den man nicht einmal erreicht, indem man von der Obersten spirituellen Ebene (Brahmaloka) bis zur tiefsten spirituellen Ebene (Patala) wanderte. Soweit es das vom Genuß sinnlicher Freuden herrührende Glück angeht, kann dieses im Laufe der Zeit automatisch erreicht werden, sowie uns im selben Verlaufe Unglück trifft, obwohl wir es uns nicht wünschen. (Shrimad Bhagavatam. 15-18)”
Reporter: Wieso kann Gott mit einigen Personen ungehalten verfahren und mit anderen nett? Ist doch ungerecht.
Shrila Prabhupada: Das ist Dummheit. Gott ist nicht ungerecht. Er ist gut, aber die Leute verstehen Gott nicht. Weil sie nicht so intelligent sind, sagen sie angesichts eines hungrigen Menschen, dieser Gott sei nicht gut. Aber Fakt ist, daß Ihr nicht gut seid. Jedes Leid des Menschen ist allein dessen eigene Schuld. Auf diese Weise fäßt ein Gottgeweihter das Leid als Segnung Krishnas auf, und weil er so denkt, ist seine Befreiung garantiert.
Gott sieht von allem für alle vor. Der Fehler in der gerechten Verteilung liegt an der Ignoranz der Machthaber.
Reporter: Würde ein Krishna-bewußter Mensch denn nicht für den Fortschritt arbeiten?
Shrila Prabhupada: Was geschieht, ist, daß Sie unverrichteter Dinge für den Fortschritt arbeiten, wozu ist es dann nütze? Wo es doch eine Tatsache ist, daß Sie an Ihrem Schicksal nichts ändern können, was soll's dann? Wir werden mit dem Umfang an Glück und Unglück zufrieden sein, das uns bestimmt sei.
Die vedische Zivilisation ist zur Verwirklichung Gottes da. Darauf kommt es an. In Indien werden Sie es noch vorfinden, daß viele Millionen Menschen während der wichtigen Festivälle kommen werden, um im Ganges zu baden, weil ihnen nach Befreiung zu Mute ist. Sie sind nicht faul, fahren bis zu einer Distanz von zweitausend Meilen, tausende von Meilen, bis zum Ganges. Nicht faul sind sie, dafür sind sie auch nicht mehr in der Hundelaufbahn beschäftigt. Besser gesagt, sind sie genau seit ihrer Kindheit mit dem Versuch beschäftigt, sich wieder selbst zu verwirklichen. So beschäftigt, daß sie seit ihrer Frühesten Kindheit den Wunsch äußern, diese Angelegenheit zu beginnen. So gesehen, ist es eine irrige Auffassung, zu meinen, sie seien faul.
Laßt euch nicht einfallen, daß das Vergnügen des Hundes an sexuellem
Genuß auf der öffentlichen Straße geringeren Niveaus sei, als das unsere,
wenn wir in einem luxuriösen Appartement Sex betrieben. Nein, es ist der
gleiche Genuß. Wir meinen, das der Genuß am Verspeisen feiner Nahrungsmittel
von höherem Niveau sei, als das des Küchenabfälle schlappernden Schweines.
Aber nicht doch, das Schwein hat daran den gleichen Genuß. Denn, die wirtschaftliche
Entwicklung kann ja die Qualität des Genusses nicht verbessern. Das ist nicht
möglich. Daher ist die wirtschaftliche Weiterentwicklung unnötig. Alles erhält
sich durch Gottes Regulierung. Wie jeder sehen kann, erhält Er alle Tiere,
von der Ameise bis zum Elefanten, und diese strengen sich nicht an wegen
einer Wirtschaftsentwicklung. Ist denn damit etwa gemeint, wir sollten nicht
arbeiten? Wir sollten für Krishna arbeiten und versuchen, Krishna zu verstehen.
Kapitel 5
Wahrhaftiger Fortschritt
Reporter: Ich folgere, daß sich die Hare-Krishna-Bewegung um Regionen der Welt kümmert, wo es Leid gibt.
Shrila Prabhupada: Ja, wir betrachten uns als die einzigen, die sich darum sorgen. Die anderen übersehen einfach die Hauptprobleme: Geburt, Alterung und Tod. Für diese Probleme haben sie keine Lösungen, schwätzen lediglich alle möglichen Albernheiten.
Die Leute werden nur irregeführt, sie werden in Dunkelheit gehalten. Lasset uns damit beginnen, ihnen ein wenig vom Licht abzugeben.
Reporter: Ja, aber haben Sie denn -außer dem Abgeben von der spirituellen Erleuchtung- auch Interesse am physischen Wohlstand der Leute?
Shrila Prabhupada: Der physische Wohlstand folgt automatisch dem spirituellen Wohlstand.
Reporter: Und, wie geschieht das?
Wahrhaftiger Wohlstand heißt, die Vermittlung spirituellen Wissens
Shrila Prabhupada: Nun nehmen Sie mal an, Sie hätten ein Auto, so daß Sie natürlich das Auto wie sich selbst versorgen würden, identifizieren sich aber nicht mit dem Auto. Sie sagen nicht etwa: “Ich bin dieses Auto.”, es wäre eine Albernheit. Das ist es aber, was die Leute gerade tun. Sie sorgen sich zu sehr um das körperliche “Auto”, in der Meinung, das Auto sei das Ego. Sie vergessen, daß sie sich vom Auto unterscheiden, spirituelle Seele sind und unterschiedliche Aufgaben haben. Sowie niemand Vergaserkraftstoff trinken und damit zufrieden sein kann, so kann sich niemand mit körperlichen Tätigkeiten zufrieden fühlen. Man muß für die Seele die angemessene Speise finden. Wenn jemandem dünkte, “Ich bin ein Auto und muß Benzin trinken”, hielte man diese Person für geistig abgebaut. Genauso, wer dächte, er wäre dieser Körper, und versuchte, sich durch körperliche Gelüste glücklich zu fühlen, ist eben auch geistig abgebaut.
Reporter: Ich war darauf aus gewesen, den Leuten gutes anzutun, besonders den Armen.
Shrila Prabhupada:
Ein jeder versucht, den anderen zu helfen. Der Kater sehnt sich danach, seine
Kätzchen zu beschützen. Die Vögel bringen ihrer Brut Speise, und die Kleinen
freuen sich, wenn die Mutter kommt: “Siehe, die Speise”. So daß dieses Gefühl
des Wohltätigsein auch bei den Tieren vorhanden ist. Aber diese sind nicht
die wahrhaftigen wohltätigen Aktionen. Die Tiere sind nur am Körperlichen
interessiert, während die Menschen an den Erweiterungen ihrer Körper -wie
Ehefrau, Kinder, Gesellschaft, oder die gesamte Nation- interessiert sind.
Sobald es eine nationale Notsituation gibt, vergessen die separaten Gemeinden
ihre kleinmütigen Interessen und setzen ihre Lebenskräfte für die Nation
ein. In diesem Sinne gibt es Fortschritt, aber dieser Fortschritt ist unvollkommen.
Wenn Sie die Zweige eines Baumes begießen würden, jemand anders die Blätter
begösse, noch ein anderer die Früchte, noch jemand gösse die Zweiglein, dann
wäre alles unvollkommen. Wer die Wurzel begießt, der ist perfekt, und die
Wurzel ist Gott. Anders wären die vereinzelten Anstrengungen ein Mißerfolg.
Die Weltgeschichte zeigt verschiedene Nationen, die ihren separaten Interessen
zu folgen versuchen, denen es allen am Ende nicht glücken wird.
Die Ebenen des Bewußtseins
Reporter: Bin neugierig zu wissen, was Sie unternähmen, wenn mal einer Ihrer Studenten ein Problem auf der physischen oder emotionellen Ebene hätte. Helfen Sie ihm bei seinem Problem, indem Sie ihn transzendieren, oder übergehen Sie ihn?
Shrila Prabhupada: Ja, wir sprechen wohl gerade von der transzendentalen Ebene, weder in physischen Ebenen, noch in mentalen, noch in intelektuellen. Wir erkennen vier Ebenen an: die physische oder sinnliche Ebene, dann über dieser die mentale Ebene, über dieser die intellektuelle Ebene, und über dieser die spirituelle Ebene.
Vor allem ist unsere direkte Wahrnehmung durch die Apperzeption der Sinnesorgane auf der sinnlichen Ebene. Zum Beispiel blicke ich gerade jetzt direkt zu Ihrem Tonaufzeichnungsgerät rüber - diese ist die sinnliche Ebene.
Wenn Sie mir Ihr Tonaufzeichnungsgerät beschreiben, dann kann ich sie in der mentalen Ebene sehen. Diese beiden Sichtweisen, sinnlich und mental sind unterschiedlich, und wenn ein Elektronik-Experte daran denkt, wie dies Tonaufzeichnungsgerät zu verbessern sei, sieht er auf der intellektuellen Ebene. Das ist eine andere Sichtweise. So gibt es in der materiellen Welt also drei Sichtweisen, drei Ebenen: die sinnliche, die mentale und die intellektuelle. Dann sprechen wir von der spirituellen Ebene. Wir wissen, daß, wenn jemand geistig gesund ist, dann wird er es sowohl intellektuell, mental und physisch sein.
Dies ist unsere
Absicht; wenn Sie hundert Dollars hätten, dann hätten Sie auch fünfzig, zwanzig
und zehn Dollars.
Das Krishna-Bewußtsein
Reporter: Wenn nicht jemand von den Tieren welche essen würde, würden sie vor Erschöpfung oder aus irgend einem anderen Grund sterben.
Shrila Prabhupada: Warum haben Sie soviel Angst um den Tod der Tiere vor Erschöpfung? Wollen Sie sich nicht lieber um sich selbst kümmern? Seien Sie doch kein Altruist. “Oh, sie werden vor Hunger noch sterben. Ich esse sie.” Was für eine Art Altruismus ist das denn nun? Krishna besorgt Nahrungsmittel. Wenn ein Tier doch mal vor Erschöpfung sterben sollte, geschieht es auf Krishna's Verantwortung. Niemand stirbt vor Erschöpfung an sich; das ist eine falsche Theorie. Haben Sie denn jemals ein Tier vor Erschöpfung sterben sehen? Haben Sie diese Erfahrung gemacht? Haben Sie irgend einen Vogel vor Hunger sterben sehen? Es gibt keine Möglichkeit der Erschöpfung in Gottes Reich. Wir fabrizieren diese Theorien nur zu unserer eigenen Sinnenbefriedigung... In den Urwäldern von Afrika und Indien gibt es Millionen von Elefanten; diese erfordern für eine Mahlzeit hundert Pfund Nahrungsmittel. Wer liefert ihnen Nahrungsmittel? Es gibt im Reiche Gottes keine Erschöpfung. Die Erschöpfung ist für den sogenannten zivilisierten Menschen.
Diese Bewegung des Krishna-Bewußtseins kann alle Probleme des Lebens lösen und der Welt. Soziale, politische, philosophische, religiöse, ökonomische; alles kann durch das Krishna-Bewußtsein gelöst werden. Daher bitten wir die Führer, wie Eure hier gegenwärtige Exzellenz - Sie alle sollten versuchen, dieser Bewegung des Krishna-Bewußtseins Verständnis abzuringen -.
Es ist sehr wissenschaftlich und autorisiert (vollmächtig), es ist kein Komplott oder eine schwärmerische Bewegung, es ist die wissenschaftlichste Bewegung. So laden wir alle Führer aller Länder ein, -sie mögen versuchen zu verstehen- , wenn sie besonnen sind, wirklich vernünftig, werden sie begreifen, daß die Bewegung für das Krishna-Bewußtsein die erhabenste für den Wohlstand der gesamten menschlichen Gesellschaft ist.
Reporter: Mir wird deutlich, daß Ihre Bewegung für Krishna-Bewußtsein eine wertvolle Arbeit tut. Vielleicht sind Sie, Shrila Prabhupada, auch von unserem Erfolg unterrichtet. Wir treffen gerade Maßnahmen, damit man den Bauern in der Nähe von Bombay wegen ihrer Augenkrankheiten Fürsorge angedeihen lasse.
Shrila Prabhupada: Wir folgen der Bhagavad-gita, so wie sie ist, und sie sagt nicht, daß man den Leuten helfen solle, indem man ihnen die Augen kuriere. Bedingt dadurch, daß Sie die Geburt angenommen haben, müssen Sie das Altern akzeptieren, die Krankheit und den Tod. Die Hospitäler können eine zeitweilige Erleichterung verschaffen, aber das ist nicht die Lösung. Die Lösung für die Geburt ist Alterung, Krankheit und Tod. Wenn Sie bereit sind, sich in diese Lösung zu schicken, dann wird es kein Problem mehr geben.
Jedes Wesen in dieser materiellen Welt erleidet wiederholte Geburten und Sterbefälle.Aber die Bhagavad-gita ist dazu da, um die wahre Heilung zu vermitteln: wie sollte man die Wiedergeburt in dieser materiellen Welt nicht vermeiden?
Reporter:
Was kann diese Bewegung für die Hunger leidenden Leute in der Welt tun?
Mäßigkeit - Gerechtigkeit
Shrila Prabhupada: Wenn Sie den Tauben einen Sack voll Reis gäben, würde eine ein paar Körner entnehmen und sich fortbegeben, eine andere nähme einige Körner und flöge fort, und so hätten alle Tauben genügend. Aber, wenn Sie einen Sack Reis auf einen Marktplatz hinstellen würden, wo die Händler miteinander konkurrierten, käme der erste ihn entdeckende Mensch, um ihn mitzunehmen und zu konsumieren. Die wirkliche Lösung des Nahrungsmittelproblems ist, die habgierige Mentalität der menschlichen Gesellschaft zu verändern. In Wirklichkeit fehlt es an nichts, nur bis auf die Verknappung von Krishna-Bewußtsein. Gott hat für alle vorgesorgt. Wir müssen einfach akzeptieren, was Er uns gegeben hat und was wir gerecht weiterverteilen sollen. Das hat mit Krishna-Bewußtsein zu tun.
Reporter:
persönlich gesagt, möchte ich gerne dazulernen. Mir dünkt, daß dies für die
ganze Welt gut ist. Man bedarf dessen.
Die Selbstverwirklichung ist unsere wahrhaftige Arbeit
Shrila Prabhupada: Ja, die günstige Gelegenheit der menschlichen Lebensform soll für die Selbstverwirklichung genutzt werden. Es gibt keine Alternative dazu. Andernfalls wäre die Menschheit vergeudet. Stellen Sie sich vor, ein Mensch hätte das Geld seines Vaters zu erben. So jemand ihn behindern würde, es zu erlangen, wäre dies ein Akt der Infamie; der wirkliche Erbe müßte es bekommen; so wäre es gerecht. Vergleichsweise kann man in dieser menschlichen Lebensform eine Ausbildung über Gott erhalten. Wenn sie ausbliebe, verlöre man die günstige Gelegenheit, die Mission des menschlichen Lebens zu erfüllen. Dann, nach dem Sterben (des Körpers) gibt es die Möglichkeit, auf die niederen Arten des Lebens zu verfallen. Obwohl jeder Beliebige einsehen kann, daß der Körper sich jeden Moment verändert, glauben sogar noch sehr gebildete Personen nicht daran, daß die Seele nach dem Sterben des Leibes weiterbesteht. Wenn jemand diese einfache Wahrheit nicht verstünde, wäre er nicht schicklich. Was soll man von so einem Studenten sagen?
Reporter: Die Kommunisten und auf gewisse Weise die Kapitalisten glauben, daß der Dienst für die Erzeugung von Gütern der einzig wirkliche Dienst sei. Deshalb verurteilen sie Krishna's Geweihte, weil diese nichts Greifbares produzieren.
Shrila Prabhupada: Wie können sie uns verurteilen? Wir dienen der Menschheit, indem wir das Oberste Wissen lehren. Ein Richter des Gerichtshofes stellt kein Getreide auf dem Lande her und erhält $ 25.000 oder $ 30.000 . Soll das vielleicht heißen, er erweise keinen Dienst? Doch, er dient ja. Die These, nur der werktätige Dienst mit den Händen auf den Äckern oder in einer Fabrik und nicht die übrigen, würde nur die Bauern und 'Handwerker' beglaubigen. Dies ist eine Bauernphilosophie.
Es gibt eine Geschichte über einen König und seinen ersten Minister. Einmal beklagten sich die Lohnarbeiter des Königs: “Wir sind wirklich in der Arbeit vertieft, und dieser Minister unternimmt garnix, und Eure Majestät zahlen ihm immer noch so ein hohes Gehalt. Warum?” Der König befahl, nach dem Minister rufen zu lassen und ließ einen Elefanten heranbringen. “Bitte, nehmet diesen Elefanten und wäget ihn ab!”, sagte er zu den Lohnarbeitern.
Diese brachten den Elefanten auf alle Märkte, konnten aber keine genügend große Waage finden, die geeignet gewesen wäre, das Tier abzuwägen.
Als sie bei ihrer Rückkehr wieder beim Palast anlangten, fragte der König: “Was ist denn nun passiert?” Einer der Arbeiter antwortete: “Herr, wir vermochten keine genügend große Waage aufzufinden, die geeignet wäre, den Elefanten zu wägen.” Dann wandte sich der König an seinen Minister: “Wäge diesen Elefanten bitte ab!”, “Ja, Herr!”, sagte der erste Minister, und nahm den Elefanten. Nach wenigen Minuten kehrte er zurück und sagte: “Er wiegt eintausendsechshundertundfünfzig Pfund”. Alle Arbeiter waren überrascht. “ Wie konnte er ihn bloß so schnell abwägen?” Jemand fragte den Minister: “Haben sie eine so große Waage gefunden?” Der Minister antwortete: “Nein. Es ist unmöglich, diesen Elefanten auf einer Waage zu wägen. Ich bin zum Fluß runter gegangen, habe den Elefanten auf ein Schiff geführt und dann den Wasserstand markiert, habe dann den Elefanten wieder entfernt und stapelte stattdessen Wägestücke auf dem Schiff, bis zum Wiedererreichen der ausgeloteten Markierung. Somit habe ich das Gewicht des Elefanten ermittelt.” Der König sagte zu seinen Arbeitern: “Seht Ihr jetzt den Unterschied?”. Wer Intelligenz aufzuweisen hat, hat Kraft, nicht die dummen und Spitzbuben. Von ihnen nehmen wir keine Beratungen an, wir nehmen sie von Krishna oder von Seinem Repräsentanten entgegen.
Kapitel 6
Die Wissenschaft ohne Gott ist Unwissenheit
Reporter: Shrila Prabhupada, die Idee von der chemischen Evolution kam im Jahre 1920 von einem russischen Biologen. Er wies nach, daß sich die Atmosphäre vor der biochemischen Evolution der Erde in einem Urstadium befand. Mit anderen Worten gesagt, war sie vorwiegend mit Wasserstoff angereichert und mit sehr wenig Sauerstoff. Im weiteren Verlaufe verursachten die Sonnenstrahlen, daß diese Wassermoleküle sich in verschiedene Chemikalien umbilden würden.
Shrila Prabhupada: Dies ist das Studium einens Aspektes. Vor allem, woher kam nun der Wasserstoff? Die Wissenschaftler studieren nur die Hälfte des Verlaufes, sie untersuchen nicht den Ursprung. Wir müssen den Beginn erfahren. Da ist ein Flugzeug (Er zeigt eins, das gerade am Horizont ins Blickfeld gerät.), Würden Sie sagen, der Ursprung jener Maschine sei das Meer? Ein Dummer könnte sagen, daß da plötzlich am Meer ein Licht erschienen sei, und daß so das Flugzeug erschaffen worden sei. Wäre dies denn aber eine wissenschaftliche Erklärung? Die Erklärungen der Wissenschaftler sind dem ähnlich. Sie sagen: “Jenes existierte, und dann plötzlich geschah dieses durch Zufall.” Das ist keine Wissenschaft; Wissenschaft bedeutet, die Ursache zu erklären. Vielleicht können die Wissenschaftler Imitationen der Natur verschaffen, aber weswegen sollten wir ihnen unser Zutrauen schenken? Wir sollten unser Vertrauen dem Ursprünglichen Schöpfer schenken, Gott: Das ist unsere Philosophie.
Reporter: Im wesentlichen glauben Sie ja nur, diese Dinge seien wahrhaftig, weil sie Ihnen gesagt wurden.
Shrila Prabhupada:
Ja, das ist bekannt. Daher bedeutet unser vedisches Wissen “Das, was man
ablauschte”.
Wenn du Krishna kennst, dann weißt du alles Übrige
Reporter: Dann können sie also durch das Studium der Wissenschaft nichts über Krishna entdecken?
Shrila Prabhupada: Es gibt nichts, nur Krishna. Es existiert nichts, außer Krishna.
Reporter: Aber, wenn wir die physische Welt studieren, dann studieren wir damit Krishna's Werk.
Shrila Prabhupada: Ja, aber Sie kennen doch Krishna nicht. Sie alle sagen nicht aus einer Regelmäßigkeit heraus, daß Sie Krishna studieren wollten, weil Sie Krishna nicht kennen. Sie vermeiden Ihn.
Reporter:
Warum sagte Ihnen Krishna nicht alles über SICH?
Das Leben kommt vom Leben
Shrila Prabhupada: Er hat alles gesagt. Wenn Sie die Bhagavad-gita ... alles steht dort.
Reporter: Na gut, wenn alles dort steht, warum lernen wir denn nun Dinge, von denen wir nie zuvor erfahren haben? Ich rede jetzt gerade über nichts anderes als Wissenschaft. Warum steht diese Wissenschaft denn nun nicht in der Bhagavad-gita?
Shrila Prabhupada: Deshalb, weil die sogenannte Wissenschaft eine Torheit ist. Das ist die Schlußfolgerung. Die materielle Wissenschaft ist wirklich eine Torheit. Die Wissenschaftler tappen Angesichts so vieler Dinge in der Dunkelheit herum. Was für eine Güte hat ihre Wissenschaft denn vorzuweisen? Es gibt so viele Dinge, die sie nicht kennen. Und trotz all ihrer Unvollkommenheiten erheben sie den Anspruch darauf, daß sie perfekt seien. Das ist noch eine Torheit mehr. In meinem Körper finden wir ein gewisses Quantum chemischer Stoffe, eine geringere Menge im Körper der Ameise, im Elefanten noch mehr, als ich anreichern kann, und dann bedenken Sie, wieviel mehr chemische Stoffe Gott schaffen kann!
Alles ist spirituell. Die spirituelle Energie ist die Quelle und kann ohne die materielle Energie existieren. Aber die materielle Energie hat ohne die spirituelle Energie keinen Bestand. Es ist richtig, daß die Dunkelheit ihren Ursprung aus dem Licht hat, nicht daß das Licht aus der Dunkelheit entstanden wäre.
Reporter: Sie sagen, das Leben sei durch die Naturgesetze entstanden.
Shrila Prabhupada: Sobald wir davon ausgehen, daß es ein Gesetz gebe, müssen wir annehmen, daß jemand dieses Gesetz gemacht habe. Genauso gehen wir davon aus, daß es im Hintergrund der Natur ein 'Gehirn' gibt, aber weil sich die materialistischen Wissenschaftler dieses Gehirn nicht vorstellen können, sagen sie, die Schöpfung sei zufällig geschehen. Ist es eine gute Erklärung, zu sagen, daß sich zufällig gewisse chemische Substanzen miteinander verbunden hätten, und es eben so Leben gebe? Das ganze Problem ist, daß sie zwischen Materie und Geist nicht zu unterscheiden wissen.
Reporter: Aber die Wissenschaftler weisen auf den großen Fortschritt, den sie gemacht haben, Zeit sparende und Gewinn bringende Maschinen.
Shrila Prabhupada:
Den wirklichen Fortschritt kennen sie nicht. Der wirkliche Fortschritt ist,
den Tod zu kontrollieren. Wir versuchen einfach gerade, Krishna zu dienen.
Und Krishna verheißt: “Wer Mich versteht, braucht nie mehr in diese materielle
Welt der Geburt und des Todes zurückzukehren, sondern kommt in Meine ewige
Wohnstätte.”(Bg.4.9)
Der Ursprung der Schöpfung
Reporter: Welchen Ursprung hat denn nun die materielle Welt?
Shrila Prabhupada: Die materielle Natur ist auch Gottes Energie, so wie Krishna es in der Bhagavad-gita (7.4) bekundet: “Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intelligenz und falsches Ego. Alle diese acht sind inbegriffen in Meinen separaten materiellen Energien.” Alle diese materiellen Energien leiten sich von Gott her, und folglich sind sie nicht unwirklich. Sie werden als von geringerem Niveau betrachtet. Diese materielle Energie leitet sich von der Obersten Wahrheit ab, ist aber ihre separate Energie geringeren Niveaus. Die Energie Obersten Niveaus befindet sich in der spirituellen Welt. welche die wirkliche ist. Gott hat vielfache Energien, und die materielle ist nur eine davon. Da GOTT alles ist, können Sie nicht sagen, daß das materielle Universum aus dem Nichts komme. Weil sie die materiellen abgesonderten Energien Gottes sind, gleichen sie dem vom Aufzeichnungsgerät kommenden Ton, welcher genauso tönt, wie die originale Stimme der Person (wenn es ein High-Quality-Gerät war - Anmerkung d. Übersetzers). Der aufgezeichnete Ton ist nicht die Stimme der Person an sich, ging aber von der Person aus, und jetzt ist er von ihr getrennt. Wenn wir nicht sehen, woher denn der Ton stamme, können wir unterstellen, daß die Person wirklich gerade dabei sei, zu sprechen, und sei sie auch weit weg. In ähnlicher Weise ist die materielle Welt eine Erweiterung der Energie des Obersten HERRn, und wir sollten nicht meinen, die materielle Welt sei aus der Existenz des Nichts gekommen.
“Nehmen Sie Materie, mischen Sie Erde mit Wasser, legen Sie dann Feuer daran, und machen Sie dann ein Gebäude. Aber die Materie kann nicht automatisch auf den Plan treten. Die Materie kann keinen Geist haben, kein Bewußtsein oder Temperament. Es wäre verschwenderisch zu sagen, die Materie biete dem Leben einen Ausweg. Die Materie hat keinen Sinn. Das Leben ist die Energie höheren Niveaus, die Materie ist unnütz; die materiellen Elemente sind unnötig. Aber es gibt noch eine höhere Energie, und diese Natur regiert wirklich das gesamte Universum.”
Kapitel
7
Die spirituelle Erziehung
Reporter: Welche Wirkung haben die Erfahrungen der Kindheit auf die spätere Entwicklung, die man hat?
Shrila Prabhupada: Die Kinder ahmen all jenes nach, dem sie zugesellt sind. Sie kennen alle das Kinothema “Tarzan”. Er war durch langschwänzige Affen aufgezogen worden und hatte die Gewohnheiten der langschwänzigen Affen angenommen. Wenn Sie die Kinder in gütiger Gesellschaft halten, wird ihre psychologische Entwicklung sehr gut, werden sie Untergöttern gleich. Aber wenn Sie sie in schlechter Gesellschaft halten, dann werden Dämonen aus ihnen. Die Kinder sind vergleichbar mit einer hellen (unbeschriebenen Schreibtafel), sie können sie je nach Belieben verändern, und sie sind lernbegierig.
Reporter:
Heißt das, die Persönlichkeit eines Kindes entwickle sich nicht gemäß einer
ganz bestimmten Autorität?
Das Kind und die Erziehung
Shrila Prabhupada: Nein, Sie können sie jedenfalls wie eine weiche Masse formen. So, wie Sie sie in die Form setzen, so werden sie daraus hervorkommen. Daher werden sie sich gottgefällig entwickeln, wenn man den Kindern gute Gesellschaft leistet, und wenn man sie schlechter Gesellschaft aussetzte, würden sie arm dran sein.
Reporter: Ist der Erziehungsprozeß innerlich oder äußerlich?
Shrila Prabhupada:
Er ist innerlich, aber das äußere Verhalten wirkt auf die inneren Neigungen
ein. Wenn Sie sich in schlechte Gesellschaft begeben, dann entwickeln Sie
innerlich ebenfalls schlechte Neigungen, sowie Sie positive Neigungen entwickeln,
sobald Sie sich in gute Gesellschaft begeben. Das innerliche und das äußerliche
stehen also miteinander in einer Wechselbeziehung. Durch das äußere Verhalten
beeinflussen wir die innere Energie, und bedingt durch die innere Späre werden
wir unseren äußeren Körper erhalten.
Spirituelle Wissenschaft Ja, Fanatismus Nein!
Reporter: Jetzt ist es soweit gekommen, daß wir in den öffentlichen Schulen nicht beten dürfen. Früher hatten wir an jedem Tag zum Beginn Gebete, aber seit die Atheisten Zugriff erhielten, ist es nicht möglich.
Shrila Prabhupada: Aber es würde nicht helfen, auch wenn das Beten erlaubt wäre. Das Gebet führt man ja noch in den Bethäusern durch, doch was nützt es? Die Leute verlieren das Interesse, weil es zu einer rituellen Vorstellung geworden ist, der sogenannten “Kirchitis”. Tatsächlich müßten Sie zu Gottes Wissenschaft erzogen werden. Sie müßten direkte wissenschaftliche Erfahrungen von Gott haben. Die Leute sind nicht an trockenen Worten interessiert, haben sich vom wissenschaftlichen Denken abgekehrt. Die Menschen verlangen Resultate.
Reporter: Ist Gott nicht der Gegenstand des Glaubens?
Shrila Prabhupada: Er ist keine Frage des Glaubens. Nun sagen Sie bloß nicht, Er sei eine Frage des Glaubens. Er ist das Gesetz. Zum Beispiel gibt es eine Regierung, an die Sie glauben können oder nicht, aber wenn Sie das Gesetz verletzten, würde die Regierung Sie bestrafen lassen. Vergleichsweise gibt es einen Gott, ob Sie an Ihn glauben oder nicht. Wenn Sie nicht an Gott glaubten und im Irrglauben an die eigene Unabhängigkeit täten, was Ihnen gutdünkte, würden die Naturgesetze Sie strafen.
Reporter: Ist es wichtig, welcher Religion jemand anhinge? Muß man denn nun unbedingt zusehen, daß man Krishna's Geweihter werde?
Shrila Prabhupada: Es ist keine Angelegenheit der Religion. Es ist ein Thema für die Wissenschaft. Sie sind ein spirituelles Wesen, aber bedingt dadurch, daß Sie durch die Materie bedingt sind, unterstehen Sie den Gesetzen der materiellen Natur. So daß Sie an die christliche Religion glauben können und ich an die hinduistische, aber das bedeutet nicht, daß Sie altern würden und ich nicht. Wir sprachen von der Wissenschaft des Altwerdens. Natürlich altern weder Sie wegen Ihres Christentums, noch altere ich wegen meines Hinduismus. Altern tun wir alle, das heißt, alle Naturgesetze sind auf jedes Wesen anwendbar. Es hat gar nichts damit zu tun, an welche Religion man glaube.
Reporter:
Wollen Sie etwa damit sagen, es gäbe nur einen Gott, der uns alle kontrolliere?
Wir sind nicht frei
Shrila Prabhupada: Es gibt nur einen Gott und ein Naturgesetz, und wir unterstehen diesem Gesetz. Wir werden vom Obersten kontrolliert. Somit wäre es unsererseits eine Torheit, zu vermuten, wir seien frei, oder wir könnten nach eigenen Gutdünken schalten und walten.
Reporter: Es ist sehr schwierig, dies alles zu verstehen.
Shrila Prabhupada: Stellen Sie sich vor, jemand hätte sich die Pocken zugezogen und nach sieben Tagen entwickelt er die Symptome. Wie nennt man diese Zeitspanne?
Reporter: Inkubation.
Shrila Prabhupada: Inkubation. Denn Sie können nicht um sie herumkommen. Wenn Sie sich eine Krankheit zugezogen haben, dann wird sie sich dem Naturgesetz entsprechend entwickeln. Und so bekommen sie während dieses Lebens mit mehreren Spielarten der materiellen Natur zu tun; und dieser Umgang wird darüber entscheiden, was Sie im nächsten Leben für einen Körper einnehmen werden. Dies untersteht strikt den Naturgesetzen. Jedes Lebewesen wird von denselben kontrolliert -die Wesen sind völlig abhängig-, aber aus Ignoranz dünkt den Leuten, sie seien frei. Sie sind mitnichten frei, sie meinen es sich vorzustellen, aber sie unterstehen völlig den Naturgesetzen. Demzufolge werden ihre nächsten Geburten ihren Tätigkeiten entsprechend entschieden werden, je nach dem, ob sie pietätvoll oder sündhaft gewesen seien.
Das Tier birgt in sich eine Seele
Reporter: Woher wollen Sie wissen, daß das Tier in sich eine Seele berge?
Shrila Prabhupada: Auch sie dürfen es wissen. Hier der wissenschaftliche Beweis: Das Tier ißt, Sie essen; das Tier schläft, Sie schlafen; das Tier ist geschlechtlich, sie auch; das Tier verteidigt sich, sie auch. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Ihnen und dem Tier? Wie können Sie sagen, Sie hätten eine Seele, das Tier aber nicht?
Reporter: Ich kann das völlig einsehen, aber die christlichen Schriften besagen ...
Shrila Prabhupada: Erwähnen sie bloß keine Schriften; das ist gemeines Zeug. Versuchen sie zu verstehen. Das Tier ißt, Sie essen; das Tier schläft, sie schlafen; das Tier verteidigt sich, sie verteidigen sich; das Tier ist geschlechtlich, Sie sind geschlechtlich; die Tiere haben Kinder, Sie haben Kinder; sie haben einen Wohnort, Sie haben einen Wohnort. Wenn man den Tierkörper einschneidet, kommt Blut geflossen, und wenn Ihr Körper eingeschnitten wird, kommt auch Blut geflossen. All diese Ähnlichkeiten sind also gegeben. Warum negiert denn diese Ähnlichkeit die Gegenwart der Seele? Das ist nicht logisch. Haben Sie Logik studiert? In der Logik gibt es die sogenannte 'Analogie'. Analogie bedeutet, zu schlußfolgern, wenn man viele ähnliche Punkte gefunden hat. Wenn es soviele ähnliche Punkte zwischen den Menschen und den Tieren gibt; warum soll man dann weitere Ähnlichkeiten negieren? Das ist unlogisch. Das ist keine Wissenschaft.
Nur (manche) Tiere essen Fleisch
Reporter: Wir Christen haben vor allen Wesen Respekt.
Shrila Prabhupada: Sie haben vor allen Wesen Respekt und töten Tiere?
Reporter: Gut, wenn man erklärt, daß Menschen kein Fleisch essen sollten, fräßen sich da die Tiere nicht gegenseitig?
Shrila Prabhupada: Wenn Tiere Fleisch verzehren, dann folgen sie dem Gesetz der Natur. Wenn Sie Fleisch verzehren, ja dann brechen sie das Gesetz derselben.
Reporter: Was?
Shrila Prabhupada: Zum Beispiel, wird ein Tiger nie kommen und um Getreide bitten: “Oh, Sie haben da viel Getreide, geben Sie mir bitte etwas davon.” Nein. Und gäbe es hunderte von Körnersäcken, sie wären ihm nicht wichtig. Aber er wird sich auf ein Tier stürzen. Dies entspricht seinem Naturinstinkt. Aber warum nehmen Sie denn Getreide, Früchte, Milch, Fleisch und alles, wonach Ihnen der Sinn steht zu sich? Was ist denn das? Es ist weder nach der Weise der Tiere, noch der Menschen. Sie schicken sich an, Ihre Menschlichkeit zu verlieren: Sie sollten bedenken: “Was ist Nahrungsmittel für mich?” Ein Tiger kann Fleisch fressen, er ist ein Tiger. Aber ich bin doch kein Tiger, ich bin menschlicher Art. Wenn ich genügend Getreide, Früchte, Gemüse und andere Dinge verzehre, die Gott gegeben hat, weshalb sollte ich dann ein armes Tier töten (lassen)? Das ist Menschlichkeit.
Reporter:
Aber nach diesem Alten, der ich bin, werde ich ein Nichts sein.
Existenz unter dem Gesetz
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Nach dem Tod werden Sie in einen anderen Körper übergehen. Dann können Sie nicht sagen: “Ich bin ein Nichts.” Von da an können Sie alles mögliche sagen, aber die Gesetze der Natur sind unterschiedlich. Sie können das Gesetz erkennen oder nicht erkennen; unwichtig, das Gesetz wird auf jeden Fall in Kraft treten. Zum Beispiel, wenn Ihnen dünkt:, “Ich werde das Feuer berühren, es wird mich nicht verbrennen.”, dann ist das kein Fakt, denn Sie werden sich verbrennen. So kann Ihnen gleichfalls dünken, nach dem Sterben (des Leibes) gäbe es nichts, aber auch das ist kein Fakt.
Reporter: Wir lehren diese Dinge nicht in unseren öffentlichen Schulen, weil wir davon nichts wissen.
Shrila Prabhupada: Ja. Sie sollten sich nun entscheiden, ob Sie unwissend bleiben, oder diese Wissenschaft erlernen und sie weiter lehren möchten. Diese Wissenschaft von Krishna ist nicht sektiererisch; sie ist eine Wissenschaft für die gesamte Menschheit.
Reporter: Ich sehe es ja schon ein. Darf ich auf eine Frage zurückgreifen, die ich vorhin hatte? Als wir vor ein paar Minuten geteilter Meinung waren, da Sie sagten: “ Erwähnen sie bloß keine Schriften; das ist gemeines Zeug.” Welche Rolle spielen denn die Schriften in Ihrer Religion? Wie wichtig sind die denn?
Ursprüngliche Wissenschaft
Shrila Prabhupada: Unsere 'Religion' ist eine Wissenschaft. Wenn wir sagen, daß ein Kind heranwächst und jugendlich wird, ist es eine Wissenschaft und keine Religion. Jedes Kleinkind wird jugendlich. Inwiefern handelt es sich dann um eine Religion? Jeder Körper eines Menschen stirbt. Was gibt's da für eine Religion? Und wenn ein Mensch stirbt, wird der Leib unnütz. Was ist daran Religion? Das ist Wissenschaft. Sei jemand Christ, Hindu oder Muselmane, wenn er abstürbe, würde dessen Leib unnütz werden. Wenn Ihr Verwandter stürbe, könnten Sie nicht sagen: “Wir sind ja Christen, wir glauben, daß er nicht gestorben ist.” Nein, er ist gestorben. Sei er Christ, Hindu oder Muselmane, er ist gestorben. Und fernerhin, da wir gerade darüber reden; denken wir über diese Grundauffassung, daß der Leib nur wichtig ist, solange er beseelt ist.
Wenn da keine Seele ist, hat er keinen Nutzen. Diese Wissenschaft ist auf jedes Wesen anwendbar, und wir versuchen, die Leute auf dieser Grundlage zu erziehen.
Reporter: Aber, wenn ich recht verstehe, erziehen Sie die Leute scheinbar auf einer rein wissenschaftlichen Grundlage. Wo beginnt denn nun bei all dem die Religion?
Shrila Prabhupada: Religion bedeutet auch Wissenschaft. Die Leute haben die Bedeutung des Glaubens fälschlicher Weise als Religion angenommen. -”Ich glaube.”- (sich an einen Gottgeweihten wendend) Guck mal im Wörterbuch nach dem Wort 'Religion'.
Schüler: Unter 'Religion' steht: “Anerkennung einer übermenschlichen Kontrolle, oder Übermacht, und speziell eines persönlichen Gottes, DEM zu gehorchen, wir das Recht haben, und solche Anerkennung durch die eigene Geisteshaltung zu bewirken.”
Shrila Prabhupada: Aber wenn es ein Fakt ist, daß Sie Krishna mit Hilfe Ihrer physikalischen Gesetze nicht verstehen können, dann ist Ihre Wissenschaft unvollkommen. Wenn Sie Krishna durch das Studium dieser physikalischen Gesetze verstehen könnten, dann wäre Ihre Wissenschaft perfekt. Weil Er die endgültige Quelle von allem ist; wäre dies Ihre Vollkommenheit, wenn Sie Krishna mit Hilfe Ihrer physikalischen Gesetze erkennen könnten. Daher sind wir dafür, daß Sie durchaus Wissenschaftler der Physik sein können, nur sollten sie versuchen, Krishna zu erklären. Wenn das der Fall wäre, so wären Sie perfekt. Denken Sie nicht, wir wollten Sie verächtlich machen, oder gar die Wissenschaft. Nein. Wir bedrängen Sie einfach nur, damit Sie Krishna akzeptieren mögen. Anderen Falls wären Sie nichtig, hätten keinen spirituellen Wert. Krishna ist gleich EINS, und wenn Sie Krishna akzeptieren, wird Ihr Wert augenblicklich bis auf 10 erhöht und nimmt unbegrenzt zu. Setzen Sie Krishna sogleich auf alles, und Er wird Ihren Wert erhöhen. Das ist die wahrhaftige wissenschaftliche Entdeckung, wenn man Krishna entdeckt. Finden sie heraus, wie Krishna in den physischen und chemischen Gesetzen zu Werke geht, wie Sein Gehirn arbeitet. Alles arbeitet durch die Wirkung Seines Gehirnes. Es gibt chemische und physikalische Energien, aber alles arbeitet durch Gottes Gehirn. Diese physikalischen und chemischen Gesetze treten so subtil in Kraft, daß es ausschaut, als käme alles automatisch. Dieselben Gesetze existieren, aber Sie wissen nicht, wie sie gerade arbeiten. Aber wo ist die Erziehung über Gott? An Gott zu glauben, ist sehr gut, zudem dauert der einfache Glaube nicht fort, wenn er nicht zumindest auf wissenschaftlicher Erkenntnis von Gott basiert. Einer kann darüber Kenntnis erhalten, daß er einen Vater habe, aber wenn er nicht zumindest erführe, wer denn sein Vater sei, wäre sein Wissen unvollkommen, und diese Erziehung in der Wissenschaft von Gott würde fehlen.
Kapitel 8
Glaube - Vernunft - Erkenntnis
Wissenschaftler: Thomas von Aquin verfaßte die gesamte Kirchendoktrin in der Obersten Theologie, welche die amtliche Philosophie der Römisch-Katholischen Kirche bildet. Er systematisierte auch einen großen Teil der platonischen und aristotelischen Philosophie.
Aquin glaubte, daß man die religiösen Wahrheiten durch den Verstand und durch die Offenbarung erlangen würde. Auch stimmte er Augustinus zu, welcher sagte: “Ich glaube, um verstehen zu können.” und: “Ich verstehe, um glauben zu können.” Sodaß Vernunft und Offenbarung -als Mittel zur Wahrheit- einander ergänzen.
Shrila Prabhupada: Da die menschliche Vernunft nicht perfekt ist, benötigt man auch die Offenbarung, sowie Shrila Prabhupada (gemeint ist hier whrscheinlich der Gründer der Gaudiya Math), als auch Rupa Goswami sagten: “Wenn wir unsere Sinne im Dienst des HERRn engagieren, offenbart der HERR sie uns Selbst.” Die Wahrheit erlangt man durch die Logik, die Philosophie und die Offenbarung. Gemäß der Vaishnava-Tradition kommen wir durch den spirituellen Meister (Guru) zur Wahrheit, der als Repräsentant der Absoluten Wahrheit, der Persönlichkeit Gottes, akzeptiert wird. Der Guru kann die Botschaft der Wahrheit übertragen, weil er die absolute Wahrheit durch die Schülernachfolge sieht (die Kette spiritueller autorisierter Meister). Wenn wir den glaubwürdigen, spirituellen Meister akzeptieren und ihn durch den ehrerbietigen Dienst zufrieden stellen, dann können wir Gott Kraft seiner Barmherzigkeit und Freudigkeit, und die spirituelle Welt durch Offenbarung verstehen. Daher bieten wir dem spirituellen Meister im Gebet unsere respektvollen Ehrerweisungen: “Durch die Barmherzigkeit des spirituellen Meisters empfängt man die Segnung Krishnas.”
Wissenschaftler: Aber Sartre unterstellt, daß Gott nicht existiere.
Shrila Prabhupada: Es gibt kein höheres Lebewesen, als Gott. Alle erfahren wir, daß es intelligentere Wesen als uns gibt. Und Gott ist die wesentliche Intelligenz. Warum soll denn kein Mensch existieren, der alle übrigen an Intelligenz überrage? Es gibt keinen Platz für: “wenn Gott existiert”. Gott muß existieren. In den Schriften ist Er als die superlative Persönlichkeit, als das übermächtigste und überintelligenteste Wesen beschrieben. Wir können sehen, daß in der Welt faktisch nicht jedes Wesen auf dem gleichen Niveau ist: Es gibt verschidene Grade der Perfektion, was ein Indiz dafür ist, daß es eine superlative Persönlichkeit gibt. Und wenn wir nach der Person mit der besten Gesundheit, Intelligenz, der größten Macht, Schönheit, und was nicht noch alles, weitersuchen, dann werden wir herausfinden, daß Gott all diese Qualitäten im superlativen Grad besitzt, und daß all die übrigen Lebewesen dieselben besitzen, aber im relativen Grade Gott gegenüber. Wie können wir dann Gottes Existenz auf vernünftige Weise negieren? Sartre's Unterstellung bedeutet wirklich, daß er Gottes Existenz nicht möchte.
Wissenschaftler: Nun, viele Leute werden wohl sagen, daß ihnen nur die Dinge wichtig seien, welche durch den Verstand erklärt werden könnten.
Shrila Prabhupada: Unser Argument ist aber sehr vernunftsbetont. Alles in diesem Zimmer ist erschaffen, nicht wahr?
Wissenschaftler: Ja.
Shrila Prabhupada: Der Tisch ist erschaffen, auch das Licht. Alles ist durch jemand erschaffen. Wie könnte dann jemand den Fakt negieren, daß jemand das gesamte Universum erschuf? Gesetzt den Fall, Sie sagten, es sei aus sich selbst heraus erschienen, so wäre das töricht gehandelt. Jemand hat es geschaffen. Wer ist dieser Jemand? Weder wir sind die Schöpfer, noch die U$-Amerikaner, noch die Engländer. Sodaß wir verstehen können, daß noch jemand anders diese Welt erschaffen hat. Dann müssen wir fragen: “Wer ist der Eigentümer? Werde ich der Eigentümer sein? Oder wird es der Schöpfer sein?”.
Wissenschaftler: Hat das Alter für die Seele überhaupt eine Bedeutung?
Shrila Prabhupada: Als die älteste und stets frischeste währt die spirituelle Seele ewig. Zum Beispiel, obgleich ich hier der Älteste bin, und Sie junge Leute sind, verspüre ich die gleichen Neigungen wie Sie.
Wissenschaftler: Was meint der Skeptizismus?
Shrila Prabhupada: Der Skeptizismus wird nicht erlaubt: Es wäre eine weitere Art Spekulation.
Wissenschaftler: Noch eine Spekulation?
Shrila Prabhupada: Ja, “Weil ich nichts wüßte, weiß dann niemand was.” Sehen Sie nur ein, was für eine Torheit das sein könnte. Der Skeptizismus meint, aus Ermangelung an Schlußfolgerungen könne Niemand Erkenntnisse gewinnen, aber auf Grund desselben Vorganges irriger Schlußfolgerungen proklamiert er, Niemand könne Erkenntnis gewinnen, was eine andere Art von Spekulation und daher unannehmbar ist.
Wissenschaftler: Aber der Tod hat keine Bedeutung.
Shrila Prabhupada: Warum sagen Sie, daß er keinen Sinn habe? Weshalb fürchten Sie sich denn so sehr vor dem Tode? Wenn man in genau diesem Augenblick käme, um Sie zu töten, hätten Sie Angst. Warum?
Wissenschaftler: Der Fakt, daß er keinen Sinn hat, bedeutet nicht, daß ich ihm nicht in einem bestimmten Augenblick einen Wert beimessen könnte.
Shrila Prabhupada: Na, nehmen wir an, es wäre so; warum sagen Sie: “ohne Sinn”? Zuerst sagten Sie, sie hätten für “die Revolution” und für die “Soziale Veränderung” gekämpft. Warum kämpfen Sie so stark dafür, Ihre Bedeutung zu verbreiten, wenn Sie am Ende doch alles sinnlos finden?
Wissenschaftler: Zum Beispiel, die Zahlen können nützlich sein, aber sie bedeuten nichts, nur soweit, wie wir es ihnen beimessen, in Wirklichkeit haben sie in sich selbst keinen Wert.
Shrila Prabhupada: Wenn nichts Wert hat, was Sie tun, dann hat es auch keinen Sinn.
Wissenschaftler: Ja, weil am Ende alles unnütz ist.
Shrila Prabhupada: Dann sind Sie ja noch geringer als ein Schurke. Wenn ich Sie 'Schurke' nennen würde, dann lobte ich Sie ja damit noch “über den Klee”, weil Sie für Dinge arbeiten, die keinen Sinn ergeben.
Wissenschaftler: Vielleicht aber existiert Gott?
Shrila Prabhupada: Warum wird Gott nicht existieren? Wenn Sie an Ihre Existenz glauben, warum glauben Sie dann nicht an die von Gott? Es gibt etwa 8 400 000 verschiedene Arten von Lebewesen in verschiedenen Formen. Gemäß dem vedischen Wissen ist Gott auch ein Lebewesen, aber anders als alle übrigen, da Er der Chef ist, das Lebewesen des allerobersten Niveaus, wie Ihn die Bhagavad-gita (7.7) beschreibt.
Wissenschaftler: Shrila Prabhupada, Sie sagen, Ihre Bewegung wasche Gehirne.
Shrila Prabhupada: Wir waschen keine Gehirne, sondern wir lehren, es aktiv zu gebrauchen. Wo ist denn das Ihrige? Zuerst müßten Sie ein Gehirn haben, danach könnten wir darüber reden, es zu “waschen”.
Sie wissen nicht, wer Sie eigentlich sind; vergleichen Sie beispielsweise einen toten mit einem lebenden Menschen, was unterscheidet sie? Da Sie es nicht zu sagen wissen, muß ich befürchten, daß Sie kein Gehirn haben.
Wissenschaftler: Die einzige nachprüfbare Form der Erkenntnis ist, das heißt, der alle zustimmen könnten, ist die, welche logisch oder durch Experimente bewiesen werden kann.
Shrila Prabhupada: Die Wissenschaft von der spirituellen Seele kann durch die Logik bewahrheitet werden.
Wissenschaftler: Wieso?
Shrila Prabhupada: Einmal hatten Sie einen Kinderleib, denken Sie daran; aber jetzt haben Sie diesen Körper nicht mehr. Jedoch kann jeder Beliebige verstehen, daß es so war. Es ist ein Fakt. So daß sich Ihr Körper änderte, aber Sie bleiben bestehen.
Wissenschaftler: Ich bin mir da nicht so sicher, ob ich dasselbe “Ich” sei.
Shrila Prabhupada: Doch, Sie sind dasselbe “Ich”. So, wie die Eltern eines Kindes, nachdem dieses gewachsen ist, sagen werden: “Oh, wie unser Kind gewachsen ist!”. Es ist der selbe Mensch, so sagen seine Eltern, Freunde und Familienmitglieder, alle sagen dasselbe, was augenscheinlich ist. Sie müssen es angesichts solcher Evidenz akzeptieren. Auch Ihre Mutter wird negieren, daß Sie ein anderer Mensch seien, obwohl Sie einen anderen Körper haben.
Wissenschaftler: Aber ich kann doch nicht dasselbe Wesen sein, das ich früher gewesen war.
Shrila Prabhupada: Korrekt. “Nicht dasselbe” bedeutet, daß ein Jugendlicher jetzt töricht herumschwätzen kann, und daß er, zum Erwachsenen herangereift, keine Torheiten mehr schwätzt. Obwohl es die selbe Person ist, entwickelt er auch ein anderes Bewußtsein, so wie er einen neuen Körper einnimmt. Aber die spirituelle Seele, die Person ist noch die selbe; gemäß ihres Körpers tritt sie auf den Plan, das ereignet sich alles je nach ihren Umständen.
Es gibt soviele Fachbereiche des Wissens: Das Medizinstudium des Körpers, Psychologie und letztendlich das Spirituelle oder Transzendentale. Der Körper und der Geist sind nur die Hüllen der spirituellen Seele, sowie Ihr Körper durch dieses Hemd und dieses Sakko bedeckt ist. Wenn Sie nur für diese Elemente vorsorgen und die davon bedeckte befindliche Person vergessen, würden Sie dann annehmen wollen, es dürfe für fortgeschrittenes Wissen erachtet werden?
Wissenschaftler: Mir dünkt, daß keine Wissenskategorie unnütz ist.
Shrila Prabhupada: Wir sagen nicht, diese wissenschaftliche Erkenntnis sei unn