G e h e i m n i s s e
e i n e s Y o g i s
Gespräche
mit Seiner Exzellenz
A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada
Dieses Buch wurde aus verschiedenen auf Tonbandkassetten aufgezeichneten Gesprächen Seiner Exzellenz, Abhay Charan.Bhaktivedanta Swami Prabhupada vom englischen Original ins Spanische durch Svarupa Damodara ( Erwin Licona Calpe ). Übersetzung ins Deutsche: WolfRAM Löschke (Radha Vinoda dasa, initiiert in den Harinam durch Shrila Bhakti Sundar Dev-Goswami Govinda Maharaj).
Botschaft an den Leser
Hare Krishna ist in der aktuellen Welt ein vertrauter Satz geworden. Sowohl in Mexiko-Stadt, als auch in London, Bombay und Bogotá, in New York und in Nairobi, und einschließlich in Moskau; Leute aller Rassen, Glaubensbekentnisse und Nationalitäten ziehen ihren Nutzen aus dem dynamischen Vorgang des Yoga und aus dem spirituellen Leben, genannt “Krishna-Bewußtsein”, indem sie es als ganzheitlichen Teil ihres jeweiligen Lebens akzeptieren.
Obwohl dieser Vorgang im Westen bis vor ein paar Jahren unbekannt war, ist er in Wirklichkeit nicht neu. Sein Ursprung reicht bis tausende Jahre zurück in das antike Indien, die Wiege des Mystizismus und der Spiritualität der Menschheit. Dort haben große Weise, Mystiker und am spirituellen Leben interessierte Personen durch alle Epochen hindurch infolge der Einhaltung der Grundsätze dieser Kultur die Oberste Vervollkommnung erreichen können.
Ohne im Menschen eine fanatische oder leichtfertige Spiritualität zu fördern, lehrt Sie dieser Vorgang, ein ideales Leben zu führen, angefüllt mit guten spirituellen Qualitäten und versehen mit einer umfassenden Menge an philosophischem Wissen über das Absolute, über die Entsagung, das ewige Leben, usw., was Ihnen gestattet, glücklich, erleuchtet und mit innerem Frieden zu leben.
Die philosophischen Grundlagen der Methode des Krishna-Bewußtseins befinden sich in den sogenannten “Veden” - Schriften, welche das älteste vorhandene offenbarte Wissen darstellen. Diese Veden wurden vor über fünftausend Jahren durch den großen Weisen Vyasadeva zusammengestellt, der literarischen Inkarnation Gottes, und enthalten alle Aspekte des menschlichen Lebens, und auch alle Spielarten des Wissens, das dabei erlangt werden könnte. Diese Lehren entstanden durch das System der traditionellen Schülernachfolge, begonnen mit dem HERRn Krishna daselbst, und haben erstmalig in Form dieser “Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein” nachhaltig und im Westen zahlreiche Kenner gefunden. Dieser Vorgang ist von den übrigen Meditations- und Yogasystemen sehr verschieden, in die falsche Messiasse -auf der Suche nach Geld und nach der Aufmerksamkeit eines unwissenden und leicht zu betörenden Publikums- zum Gefallen der Konsumenten Lehren und Techniken hineinfabriziert haben.
Dieses Buch ist eine einführende Präsentation über das, was Krishna-Bewußtsein eigentlich ist, und wir laden die LeserInnen ein, ihren eigenen Pfad weiterzugehen und diese Lehren mit weitgefächerten Kriterien gründlich zu erforschen. Dazu können Sie schreiben, oder das Ihrem Wohnort nächstgelegene Hare-Krishna-Zentrum aufsuchen, dort unsere übrigen Veröffentlichungen kennenlernen und sich unterrichten, wie diese Philosophie in Ihrem eigenen Leben anzuwenden sei.
Inhaltsverzeichnis
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1. Yoga und Meditation |
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2. Was ist Krishna-Bewußtsein? |
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3. Die Realität der Reinkarnation |
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4. Materieller Fortschritt |
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5. Wahrhaftiger Fortschritt |
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6. Die Wissenschaft ohne Gott ist Unwissenheit |
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7. Spirituelle Erziehung |
| 8. Glaube - Vernunft - Kenntnis |
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9. Der spirituelle Meister oder Guru |
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10. Autorität ohne Ausbeutung |
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11. Definition Gottes |
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12. Ewiges Leben - Beseitigung des Individuellen |
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13. Praktizieren spirituellen Lebens |
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14. Jesus Christus und Krishna |
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15. Die Religion |
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16. Die Frau, das Geschlecht und Freiheit |
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17. Die Bewegung des HERRn, Caitanya Mahapabhu |
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18. Die Regierung und die Gesellschaft |
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19. Anhang |
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20. Warum der Autor Vegetarier ist |
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21. Bibliografie |
Meinen spirituellen Meister Shrila Prabhupada lernte ich im Jahre 1972 in Paris kennen. Seit meinen Jugendjahren hatte ich davon geträumt, einem wahrhaftigen Yogi zu begegnen. Ich hatte Bücher über Yogis und ihre Mächte gelesen. 17 Jahre jung, entschied ich mich, enttäuscht von der materialistisch gesonnenen Gesellschaft und ihren falschen Werten, nach Indien zu fahren, um einem wahrhaftigen Yogi zu begegnen, einem spirituellen Meister. Während der Reisevorbereitung nach Indien hörte ich zu, als gerade von Shrila Prabhupada die Rede war. Begierig, ihn persönlich kennenzulernen, begann ich, Seinen Anweisungen zu folgen, die mich die Bücher und deren Befolger lehrten.
Bald darauf wurden meine Träume Realität. Unvergeßlich ist dieses erstmalig erlebte liebevolle Lächeln des Shrila Prabhupada. Er war Gesandter Seines Guru, um dem Westen das älteste und gründlichste Wissen der Welt zu präsentieren. Ein demütiger Botschafter der spirituellen Welt, dessen Worte die Herzen mit Glück und Kraft erleuchten und erfüllen. Was ich nicht zu hoffen wagte, waren Sein reell vorhandener Mystizismus und Sein tatsächliches Mitleid, die Ihn bewogen, wenn Er der aktuellen Welt Alternativen bekanntgab. Es wurde eine Herausforderung an die unwissende und materialistische Philosophie jeglicher Art. Seine Botschaft ist für alle und löst alle Probleme. Er empfiehlt nicht, sich in das Himalaja-Gebirge zurückzuziehen, wie ich mir erhoffte, sondern setzte den Wert der Göttlichen Liebe als einziges Heilmittel für die leidenden Herzen fest. Nicht allein in Worten, sondern in Seiner reinen, mitleids- und kraftvollen Lebenspraxis. Ich fühlte mich beschwingt.
Endlich fand mein Leben einen Sinn. Die Leere hatte ein Ende, in der mir dünkte, daß es der Lebenszweck wäre, sich an einem materiellen Leib zu erfreuen, Schadstoffe einzunehmen und dem Geld nachzurennen, koste es, was es wolle. Bei meiner ersten Begegnung mit Ihm sagte Er mir: “Die Botschaft ist wichtiger als der Leib des Lehrers”. Obwohl Shrila Prabhupada im Jahre 1977 in die spirituelle Welt zurückkehrte, blieb Seine Botschaft bei uns.Die Absicht dieses Buches ist, allen Suchenden zu zeigen, daß sich die Wahrheit in ihrer Reichweite befindet. Wenn Ihr ein gesundes und reines Leben lebt, und über den Namen “Krishnas (Gottes)” meditiert, könnt Ihr diese vorübergehende Welt schnell zurücklassen, wie der befreite Gefangene, der das Gefängnis verläßt.
Ein Mann fragte mich: “Was für mystische Kräfte hat Shrila Prabhupada?” Ich antwortete ihm: “Mein spiritueller Meister vereinigte hell- und dunkelhäutige, Männer und Frauen, Russen und Amerikaner, und gab ihnen das Leben, ein neues Leben voller Seligkeit und aus dem Wunsch heraus, aller Welt in uneigennütziger Weise zu helfen.
Dies ist mystischer, als ein Haus mit einer Hand anzuheben, oder auf dem Wasser zu schreiten.
Die 'Geheimnisse eines Yogis' sind eine Sammlung von Lehren des Shrila Prabhupada, die zeigen, wie wir unser wahrhaftiges Ego verstehen und wie wir dem HERRn Krishna (Gott) begegnen können. Wir erwarten alle diejenigen in unseren Yogazentren, welche noch mehr über Shrila Prabhupada's Mission kennenlernen möchten, oder Ihr könnt Euch schriftlich mit dem Sekretär kontakten.
Ich danke Svarupa Damodara Das Brahmacari -Erwin Licona Calpe- für seine hingebungsvolle Übersetzertätigkeit und Sammlung dieser Gespräche von Shrila Prabhupada für Euch.
B.A.Param Advaiti Swami
A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada reiste in einem Lebensalter
von siebzig Jahren, mit 5 U$-Dollars, von Indien nach New York. In den folgenden
zwölf Jahren schrieb Er achtzig Bücher, gründete einhundert und acht Tempel,
und ist in der westlichen Welt der Initiator der Hare-Krishna-Bewegung gewesen.
Seine Schüler nennen Ihn Shrila Prabhupada, was bedeutet: 'Der Meister, zu
dessen Füßen alle Meister Zuflucht suchen.'
Kapitel 1
Yoga und Meditation
Reporter: Eure Exzellenz, ist die Meditation ein Mittel, Gottes Plan auszuführen?
Shrila Prabhupada: Ja, die Meditation ist ein Mittel, aber Sie können jetzt nicht meditieren, weil Sie nicht wissen, was Gott ist. Und dann, wie meditieren sie? Wenn Sie nicht wissen, wer Gott sei, über wen meditieren Sie dann? Zuerst müssen sie wissen. Wir kennen Gott -Krishna-, und Krishna sagt: “Denk immer an MICH”.
Auf diese Weise meditieren wir über Krishna, dies ist die perfekte Meditation, weil Meditieren bedeutet, über Gott nachzudenken. Aber, wenn Sie nicht mal wissen, was denn Gott sei, wie können Sie an Ihn denken?
Der Name “Krishna” und Krishna Selbst sind miteinander identisch: In der spirituellen Ebene ist alles miteinander identisch. In dieser materiellen Welt können Sie per Telefon mit irgend jemand über eine meilenweite Distanz hinweg sprechen. Sie hören zwar gerade dessen Stimme, aber Sie können nicht den völlig wohltätigen Zustand erreichen, mit der Person selbst zusammen zu sein. Aber bei der spirituellen Klangschwingung gibt es keine solche Differenz, Sie treten in unmittelbaren Kontakt. Im spirituellen Leben ist es unnütz, an etwas wertloses zu denken (es hieße nur, mit Schwierigkeiten zu leben und seine Zeit zu verlieren). Das Krishna-Bewußtsein ist begrifflich faßbar. Warum nicht mit Krishna in Kontakt treten? E R ist so schön und gut. Er wird von heiligen Personen, großen forschenden Seelen als die Oberste Persönlichkeit Gottes akzeptiert, und sie sind erfolgreich gewesen. Welches ist nun das letzte Ziel des Yoga-Vorganges oder der Meditation? Das Ziel und der Zweck aller Yoga-Vorgänge sind, den Allerobersten, die Überseele, den Allerobersten HERRn zu kontakten. In gleicher Weise zielt die philosophische Forschung, der Yñana-Vorgang, auch auf das Verständnis des Obersten Brahman ab. Diese sind zweifellos die anerkannten Vorgänge, aber gemäß der autorisierten Beschreibung sind sie in dieser Ära des Kali, der Ära des Eisens, nicht gut anwendbar. Daher muß man diesen Vorgang des Hari-Kirtana in Gebrauch nehmen. Jede beliebige Person kann es ohne vorheriges Hilfsmittel praktizieren. Deshalb, wenn jemand die Methode des Caitanya Mahaprabhu übernimmt, den Mantra, Hare Krishna, zu chanten, wird die erste wohltätige Quote sein, daß all die unreinen Dinge des Herzens einfach durch das Chanten gereinigt werden. Chantet (singt). Es ist gratis, und man verliert dabei nichts. Wenn jemand nur eine Woche lang chantet, wird er sehen, wie sehr er in der Entwicklung des spirituellen Wissens voranschreitet.
Wir bekommen allein durch die Kraft des Chantens viele Schüler, und sie sind drauf und dran, all diese Philisophie zu begreifen und sich zu reinigen. Die Bewegung dieser Gesellschaft begann (im Westen) im Jahre 1966, und schon verfügen wir über viele Zentren. Die jungen Männer und Frauen nehmen es sehr ernst und sind dabei glücklich. Fragen Sie von ihnen, wen immer Sie wollen. Sie reinigen die unsauberen Dinge ihrer Herzen einfach, indem sie chanten: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.
Der folgende Punkt ist, daß alle Probleme der materiellen Existenz direkt gelöst werden, sobald das Herz von allen Verunreinigungen frei sein wird.
Reporter: Was ist denn das, 'hari-kirtana'?
Shrila Prabhupada:
Es ist das Chanten des Mantra 'Hare Krishna'. Dieses Chanten ist wie der
Vorgang, um sich vom Schlangenbiß zu kurieren. Haben Sie die Schlangenbeschwörer
in Indien gesehen? Wir haben sie noch da drüben. Wenn jemand von einer Schlange
gebissen wurde und bewußtlos ausgestreckt daliegt, dann kann ihn der Schlangenbeschwörer
allmählich wieder erwecken, indem er einen gewissen Mantra singt. Dies ist
ein materieller Vorgang. Soselbst sind wir spirituelle Seelen, und ein jeder
von uns befindet sich psychisch oder physisch in einem krankhaften Zustande.
Doch, indem wir Hare Krishna chanten, erwecken wir das Bewußtsein, das all
unsere physischen, mentalen oder intelektuellen Krankheiten heilt.
Nein! zu den Geheimen Mantren
Reporter: Es gibt einen Yogi, der einige Mantren spendet, die aber geheim sind.
Shrila Prabhupada: Seine Mantren sind nicht öffentlich?
Reporter: Nein, es ist ein Geheimnis.
Shrila Prabhupada: Es gibt eine Geschichte über Ramanujacarya, einen großen spirituellen, Krishna-bewußten Meister. Sein spiritueller Meister gab ihm einen Mantra und sagte ihm: “Mein geliebter Sohn, singe diesen Mantra in der Stille. Niemand außer dir darf ihn hören, er ist sehr geheim.” Ramanujacarya fragte seinen Guru: “Welche ist die Wirkung dieses Mantras?” Der Guru sagte ihm: “Durch den Gesang dieses Mantras in der Meditation erlangst du Befreiung.”
So ging denn Ramanujacarya unverzüglich zu einer großen öffentlichen Versammlung und sagte: “Möget ihr alle diesen Mantra singen, ihr werdet Befreiung erlangen.” Danach kehrte er zu seinem spirituellen Meister zurück, der sehr ungehalten war und sagte: “Ich bat Sie doch, in der Stille zu singen.” Ramanuja sagte: “Ja, ich habe eine Sünde begangen. Somit können Sie mich nach Belieben bestrafen. Aber, da sie mir sagten, dieser Mantra würde Befreiung bringen, machte ich es öffentlich. Ein jeder möge sich befreien, und sei es darum, daß Sie mich zur Hölle schickten, darauf bin ich gefaßt. Auf daß durch das Singen dieses Mantras eher alle Wesen Befreiung erlangten, gestatten Sie, daß man es öffentlich verkünde”.
Danach umarmte ihn sein spiritueller Meister und sagte ihm: “Du bist besser als ich.”
“Kannst du dich da reindenken? Wenn ein Mantra so mächtig ist, warum soll er dann geheim sein?
Er muß verbreitet werden. Die Leute haben zu leiden. So sagte Caitanya Mahaprabhu: “Singet diesen Mantra lauthals.Wer ihn auch immer hören mag, sogar die Vögel und wilden Tiere, sie werden Befreiung erlangen!”
Reporter: Von meinem Standpunkt aus ist Ihre Wiederholung dieses Mantras das eine oder andere Mal etwas wie Suggestion. Zum Beispiel, irgendwelche Stämme singen während verschiedener Rituale.
Shrila Prabhupada: Dies ist Ihre Meinung; Sie sind keine Autorität.
Reporter: Erklären Sie es mir, bitte.
Shrila Prabhupada:
Dies ist eine Verkündung der Bhagavad-gita (9-14): “Stets Meine Herrlichkeit
besingend, sich mit großer Bestimmtheit bemühend, Mir Ehrerweisungen entbietend,
verehren Mich diese großen Seelen fortwährend hingebungsvoll”. Danach sagt
Krishna direkt: “Singe stets Meinen Namen”. Es ist nicht so, daß wir jede
beliebige Sache besingen und dennoch den selben Nutzen daraus ziehen können.
Kapitel 2
Was ist Krishna-Bewußtsein?
Reporter: Können Sie mir sagen, an was Sie glauben? Wovon handelt denn die Philosophie der Hare-Krishna-Bewegung?
Shrila Prabhupada: Ja, Krishna-Bewußtsein ist kein Glaube; es ist eine Wissenschaft. Der erste Schritt ist, den Unterschied zwischen einem lebendigen und einem toten Körper zu wissen. Welcher ist nun der Unterschied? Der Unterschied ist, daß wenn jemand stirbt, die spirituelle Seele oder die Lebenskraft den Körper verläßt. Deshalb wird der Leib “tot” genannt. Dann gibt es zwei Dinge: das eine, diesen Körper und das andere, die Lebenskraft innerhalb des Körpers. Wir sprechen von der Lebenskraft innerhalb des Körpers. Dies ist der Unterschied zwischen der spirituellen Wissenschaft des Krishna-Bewußtseins und der materiellen, ordinären Wissenschaft. So gesehen, ist es für einen ordinären Menschen anfangs in Wirklichkeit sehr schwierig, unserer Bewegung Wert beizumessen. Man muß zuerst verstehen, was eine Seele ist, oder daß sie von diesem Körper etwas Verschiedenes ist.
Reporter: Und wann werden wir dies verstehen?
Shrila Prabhupada: Du kannst es in jedem Augenblick verstehen, aber es erfordert ein wenig Intelligenz. Zum Beispiel, in dem Maße, wie ein Säugling heranwächst, wird es ein Kind, das Kind wird jugendlich, der Jugendliche wird erwachsen und der Erwachsene wird ein Greis. All diese Zeit hindurch fühlt er noch, daß er dieselbe Person ist, wobei sein Körper sich vom Säugling bis zum Greis verändert, mit der selben Identität. Trage dem Rechnung: der Körper verändert sich, aber der Besetzer des Körpers, die Seele bleibt gleich. Dann sollten wir logischer Weise schlußfolgern, daß wenn unser derzeitiger Körper stürbe, wir einen anderen Körper annähmen. Dies nennt sich Seelenwanderung.
Reporter: Heißt es, daß wenn die Leute sterben, es nur der physische Leib sei, der da stürbe?
Shrila Prabhupada: Ja. Dies wird im Einzelnen in der Bhagavad-gita (2.20) gesagt: (wendet sich an einen Gottgeweihten) Such den Vers... Wir pflegen viele entsprechend konkordierende Textstellen zu erwähnen. Krishna-Bewußtsein ist eine ernsthafte Erziehung, keine ordinäre Religion.
Schüler: “Für die Seele gibt es weder jemals Geburt, noch den Tod. Genausowenig hört die Seele, nachdem sie bereits existiert hat, jemals auf, zu existieren. Die Seele ist ungeboren, ewig, immer existent, unsterblich und ersten Ranges. Die Seele wird nicht getötet, wenn der Leib abgetötet wird.”
Reporter: Grundsätzlich, was ist denn nun 'Krishna-bewußtsein'?
Shrila Prabhupada: 'Krishna' bedeutet 'Gott'. Alle sind wir mit Ihm in einer intimen Beziehung, weil Er unser ursprünglicher Vater ist. Aber wir haben diese Beziehung vergessen. Wenn wir uns dafür interessieren, zu wissen: “Welche Beziehung habe ich zu Gott? Welcher ist der Zweck des Lebens?” sodann nennen wir uns 'Krishna-bewußt'.
Das Krishna-Bewußtsein ist unser ursprüngliches Bewußtsein, weil jedes Lebewesen ein Teil Krishnas ist; Krishna hat viele Erweiterungen, sogenannte: persönliche und separate
Erweiterungen. Wir, die Lebewesen sind Seine separaten Erweiterungen. Obwohl wir uns auf die eine und andere Weise in intimer, sehr intimer Beziehung zu Krishna befinden, sind wir jetzt auf Grund unseres Kontaktes mit der materiellen Natur von Ihm getrennt. Wirklich, dies ist ein Fakt. Wir sind mißratene Geschöpfe, so wie der Sohn eines reichen Mannes, der auf irgend eine Weise seinen Vater vergißt und auf der Straße wie ein armer Mensch bettelt.
Dies ist wirklich nicht seine Stellung. Er hat sie eben nur vergessen.
Die Bewegung des Krishna-Bewußtseins versucht eben, bei allen Leuten das ursprüngliche Bewußtsein wachzurufen, daß wir Teile von Krishna sind. Warum sollten wir in dieser materiellen Welt verweilen und die dreifachen Nöte erleiden? Wir wollen dieses ursprüngliche Bewußtsein wiedererleben, was das Krishna-Bewußtsein ist. Zum Beispiel, ein in einer großen, reichen Familie geborener Mann, sollte den Rechtsanspruch seiner Familie zu Nutze machen, aber unglücklicher Weise bringt er es fertig, sein eigenes Heim zu vergessen und Dienstaufträge anzunehmen. Die gesamte vedische Literatur steht für diesen Zweck zur Verfügung: unser ursprüngliches Bewußtsein wieder zu erleben. Ich bin nicht dieser Körper, ich bin eine spirituelle Seele.
Reporter:
Können Sie uns noch mehr über das, was Krishna-Bewußtsein ist, sagen?
Was sind wir?
Shrila Prabhupada: Wenn wir Gott lieben, ist dies Krishna-Bewußtsein. Wenn du nicht gelernt hast, Gott zu lieben, was hat dann deine Religion für eine Bedeutung? Wenn du dich wirklich in der Ebene der Gottesliebe befindest, verstehst du deine Beziehung zu Gott, “daß ich Teil Gottes bin”. Sodann erweiterst du deine Liebe auch zum Tier hin, wenn du Gott wirklich liebst. Dann ist deine Liebe zum Insekt auch da. Du verstehst, daß “dieses Insekt einen andersartigen Körper angenommen hat, aber an meinem Vater Anteil hat und daher mein Bruder ist”. Dann kannst du dir keinen Töter halten. Wenn du ihn dir hieltest und nicht der christlichen Ordnung folgtest, “Du wirst nicht töten.”, und du kündigtest dich als Christ oder als Hindu an, dann wäre das ja keine Religion. Es wäre nur ein Zeitverlust, da du Gott nicht verstündest, und du dich in einer Sekte vereinnahmen ließest, es aber keine wirkliche Religion gäbe. Dies ist, was in aller Welt passiert.
Wer ist Krishna?
Der Wahrhaftige Zweck der Religion
Wenn wir über Krishna sprechen, erwähnen wir Gott. Jedes Wesen hat eine vage Idee von Gott, aber keine klare Idee. Deswegen erscheint Gott, um das zu zeigen, was Er ist. Wenn wir über Gott spekulieren, wird einer die eine Sache bedenken und eine andere Person wird eine andere Sache bedenken. Dies resultiert aus der Spekulation. Aber, wenn Gott selber kommt und Sich zeigt, wie Er ist und über sich spricht, ist es perfektes Wissen. Diese Bewegung des Krishna-Bewußtseins ist dabei, jene Aussage zu verbreiten. Gott selbst spricht gerade über Sich: ICH bin dies, diese Form, dies sind meine Tätigkeiten, meine Adresse ist diese und jene, wenn du willst, kannst du zu MIR zurückkehren. Dies ist die Situation, der jedes Wesen folgen kann.
Reporter: Gibt es irgendeine Übersetzung oder einen Kommentar, von denen Sie möchten, daß alle sie lesen mögen?
Shrila Prabhupada: Ja. Das Bhagavatam sagt, daß es im Leben nicht das Oberste Ziel sei, sich zu befreien, indem man sich wirtschaftlich entwickle. (Bhag.1.2.9): “Wir sollten auf ehrenhafte Weise Geld verdienen, nicht zur Sinnenbefriedigung, sondern für die Grundbedürfnisse des Lebens; um den (echten) Ansprüchen des Körpers zu genügen, nicht um künstliche Bedürfnisse zu schaffen.” Warum? Weil der Oberste Zweck ist, Befreiung zu erreichen und nicht, jedes Jahr ein neues Automodell anzuschaffen. Wir sollten nicht Tag und Nacht hart arbeiten und zum Bethaus gehen, um materiellen Nutzen zu haben, um von Gott Geld zu erbitten. Die Leute wünschen materiellen Gewinn, weil sie nicht spirituell informiert werden; daher sind sie als “Mudha” beschrieben, d.h. als dumme und boshafte.
Wenn ich mein Hemd sehr gut behüte, aber nicht die darin befindliche Person, wie ist dann meine Lage? Auf ähnliche Weise ist all diese materielle Welt damit beschäftigt, den Körper zu versorgen und nicht die darin befindliche Seele. Daher sind all die sogenannten Erziehungsinstitute verblendet. Es ist eine aus Blinden bestehende Gesellschaft, die Blinde anleitet.
Reporter: Welcher ist der Zentralpunkt dieser Religion?
Shrila Prabhupada: Dies ist keine Religion, es ist Philosophie.
Reporter: Philosophie? Etwa wie Metaphysik?
Shrila Prabhupada: Ja. Das erste Prinzip der Metaphysik ist, daß wir nicht dieser Körper sind.
Reporter: Ist es nicht ein wenig wie Katholizismus?
Shrila Prabhupada: Nicht nur Katholizismus, sondern all die Religionen: Hinduismus, Judentum, Christen, Muselmanen. Der erste Grundsatz aller Religionen ist, daß wir nicht dieser Körper sind.
Reporter: Welches ist das erstrangige Ziel Ihrer Bewegung?
Shrila Prabhupada: “Der Zweck dieser Bewegung des KrishnaBewußtseins ist, das ursprüngliche Bewußstsein des Menschen zu erwecken. Derzeitig ist unser Bewußtsein festgelegt. Der eine denkt gerade “ich bin Engländer”, ein anderer “ich bin Amerikaner”. Wirklich, wir gehören nicht zu diesen Festlegungen. Alle sind wir Teil von Gott; das ist unsere wahrhaftige Identifikation. Schlichtweg gesagt, wenn jedes Wesen zu diesem Bewußtsein gelangt, dann lösen sich alle Probleme der Welt. Dann müssen wir wissen, daß wir eins sind, die selbe Qualität als spirituelle Seele, die jedem Wesen innewohnt, obwohl sie sich in verschiedener Bekleidung befinden kann. Dies ist die Erklärung welche die Bhagavad-gita gibt.
Reporter: Ich sehe schon. Können Sie mir sagen, welche Bedeutung Ihrer Meinung nach das Leben hat? Warum existieren wir an erster Stelle?
Shrila Prabhupada: Die Bedeutung des Lebens ist es, zu genießen. Aber jetzt bist du auf einer falschen Ebene des Lebens, und darum leidest du, anstatt zu genießen. überall sehen wir den Existenzkampf. Jedes Wesen ist im Kampf, aber welcher Nutzen ergibt sich am Ende? Sie leiden und sterben nur. Daher ist dein Leben derzeitig nicht genußbringend, obwohl es Genuß bedeutet. Aber wenn du auf die spirituelle Ebene des Lebens gelangst, die reell ist, dann wirst du genießen.
Kapitel 3
Die Realität der Reinkarnation
Shrila Prabhupada: Die Seele wird nicht geschaffen, sie besteht ewig bei Gott. Die Seele hat die Unabhängigkeit, sich von Gott abzusondern, was vergleichsweise ein Fall wäre, wie ein Funke, der aus einem großen Feuer fiele. Wenn sich der Funke absondert, verliert er seine Leuchtkraft. Jedenfalls existiert die individuelle Seele immer. Der HERR und Seine Diener existieren ewiglich. Wir können nicht sagen, daß die Teile eines Körpers auf separate Weise erschaffen worden seien. Sobald der Körper gegenwärtig ist, befinden sich alle Teile bei dem selben. Die Seele wird niemals geschaffen und stirbt nie. Dies bestätigt die Bhagavad-gita (2.20).
Student: Was heißt, jede Sünde “beflecke” die Seele?
Shrila Prabhupada: Die Seele wird nicht befleckt, kann aber an sündhaften Tätigkeiten teilnehmen. Trotzdem man das Wasser nicht mit Öl mischen kann, wird dasselbe, wenn es auf dem Wasser schwimmt, von ihm fortgetragen. In derselben Weise befinden wir uns unter den Klauen der materiellen Welt, sobald wir mit der materiellen Natur in Kontakt sind. Wenn das Lebewesen in die materielle Welt eintritt, verliert es seine eigene Macht. Sodann geht es völlig dazu über, sich unter die Klauen der materiellen Natur zu begeben. Das Öl mischt sich niemals mit dem Wasser, kann aber durch die (Wasser)Wellen befördert werden.
Student: Verhält es sich so mit allen spirituellen Seelen?
Shrila Prabhupada: Die Qualität ist dieselbe. So wie Sie ein Mensch sind und ich auch, genauso haben Sie zwei Hände wie ich, haben Sie zwei Beine wie ich, usw., aber dennoch sind wir verschieden voneinander. Dies ist individuell. Zum weiteren Verständnis, was Krishna-Bewußtsein meint, kann die Gestalt des Paramatma (Überseele) nicht verleugnet werden.
Student: Viele Leute sagen heute, daß wir das Innere erschauen sollen, um die Wahrheit zu suchen, anstatt das äußere, oder sei es die Welt der Sinne.
Shrila Prabhupada:
Das Innere zu erschauen, bedeutet, daß Sie eine spirituelle Seele sind. Aber,
wenn Sie nicht verstehen, daß sie nicht dieser Körper, sondern spirituelle
Seele sind, dann dient es Ihnen nicht, ins Innere zu schauen.
Auffassung vom Körper
Krishna sagt, daß “der weise Mensch sich nicht für den materiellen Körper interessiert”. Aber der Hatha Yoga konzentriert sich hauptsächlich auf den Körper. Aber wünscht einer denn, durch körperliche Übung Krishna's Liebe zu haben? Wenn dies möglich wäre, hätten es alle Kämpfer und Sportler geschafft, Krishna's Liebe zu verwirklichen.
Student: Für Augustinus waren der menschliche Geist und die Seele, die er 'vernünftige Seele' nannte, ein und dasselbe.
Shrila Prabhupada: Nein. Diese sind verschiedene Wesenheiten. Die Seele befindet sich in verschiedenen Körpern, die auf unterschiedliche Weisen denken, fühlen, wünschen und unterschiedliche geistige Veranlagung vorzuweisen haben. Zum Beispiel ist das Gemüt eines Hundes nicht dem des Menschen gleich, dies heißt aber nicht, daß der Hund keine Seele habe. Dann differiert das Gemüt dem Körper entsprechend, aber die Seele bleibt immer identisch.
Student: Augustinus betrachtete die Seele als spirituell, vom materiellen Körper verschieden; auch glaubte er, die Seele habe nicht vor dem Entstehen des Körpers existiert. Er nahm einfach an, daß die Seele der übergeordnetere Teil des Menschen sei, und der Körper wäre dessen untergeordneter Teil. In gleicher Manier dünkte ihm, die Seele erlange nur die Unsterblichkeit, nachdem sie von Gott geschaffen worden sei, das heißt, nachdem Gott ihr Wesen bestimmt habe. Augustinus sagte, die Seele lebe im Augenblick des eintretenden Todes ewig weiter.
Shrila Prabhupada:
Aber, wenn die Seele geschaffen wird, wie wird sie unsterblich? Wie wird
sie ewig? Wie kann die Seele manchmal nicht ewig sein?
Reinkarnation
Student: Es gibt aber nicht zwei Phänomene; der Körper und der Eigentümer des Körpers sind dasselbe, es gibt keine Trennung.
Shrila Prabhupada: Nein (emphatisch).
Student: Wenn der Körper stirbt, dann stirbt der Eigentümer ebenfalls.
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Warum aber gibt es in der Universität keine Studienabteilung, die diese Tatsache wissenschaftlich untersuche? Dies ist mein Vorschlag, sie fehlt, es kann durchaus sein, wie es Ihnen dünkt, oder wie ich es sage, aber es muß eine Studienabteilung geben, welche dieses untersuche. Kürzlich hat ein Kardiologe in Toronto die Existenz der Seele akzeptiert. Ich korrespondierte mit ihm, und er glaubt nachdrücklich, daß es eine Seele gibt. Dann ist das noch von einem anderen Gesichtspunkt her. Unser Vorgang aber ist, Wissen von einer Autorität zu akzeptieren. Wir haben über diesen Aspekt die Erklärung von Krishna, und Er ist autorisiert. Krishna ist von allen Acaryas als Autorität akzeptiert. Die Bhagavad-gita wird durch philosophische und schulische Kreise der ganzen Welt akzeptiert; Krishna sagt: “So, wie die Seele den Körper des Kleinkindstadiums verläßt und im Körper des Kindes und dann im jugendlichen Körper fortlebt, genauso verläßt die Seele diesen Körper und nimmt einen anderen an.” Diese Erklärung von Krishna, der Obersten Autorität, ist der Wissensüberlieferung gemäß. Wir akzeptieren diese Erklärung, ohne darüber zu argumentieren. Diese ist die Form des vedischen Verständnisses.
Student: Die Idee der Seelenwanderung ist als Ausgangspunkt der transzendentalen Philosophie sehr wichtig, aber im Abendland findet sie kein Verständnis. Obwohl wir akzeptieren, daß wir den Körper während des Lebens wechseln, und in den Träumen, geschieht all dies während des Lebens des Wesens, aber es hat diese Erfahrung nicht, wenn der Tod eintritt.
Shrila Prabhupada: Aber im Traum wird man nicht an alles erinnert, da es ein gequirlter Mischmasch verschiedener Dinge ist. Zu vergessen, entspricht unserer Natur; wir haben seit unserer Kindheit viele Dinge vergessen. Wir erinnern uns nicht, wie wir im Leib der Mutter gewesen waren und unter jenen Bedingungen Leid erfahren hatten, und doch waren wir in jener Lage. Der Fakt, daß wir uns an etwas nicht erinnern können, bedeutet nicht, daß es nicht existiert hätte. Bedingt durch unsere Vergeßlichkeit erinnern wir uns nicht an unsere vergangenen Leben. Das Wichtigste ist Krishna's Autorität; Er ist die perfekte Autorität, und logischer Weise präsentiert Er die Seelenwanderung in der “Bhagavad-gita”.
Student: Wenn wir es nur glauben sollen, weil Krishna es gesagt habe, ist es dogmatisch.
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Die Denkweise ist vorhanden, aber die Autorität ist endgültig. Wenn sie wissen möchten, wer Sein Vater ist, können Sie es auf vielerlei Weise durch die Abstammungslehre, durch die attraktiven Zeugnisse über seine Eltern, oder seine charakterlichen Ähnlichkeiten mit ihnen erforschen, aber schließlich ist die Mutter die Autorität ohne Fehl.
Student: Aber ich wüßte auch gern, woher Sie denn wissen, daß wir in anderen Gestalten zurückkehren?
Shrila Prabhupada: Wir sehen, daß es so viele Gestalten gibt; woher kommen sie wohl? Die Gestalt des Hundes, des Katers, des Baumes, des Reptils, der Insekten, der Fische? Was erklären Sie mir nun zu diesen verschiedenen Gestalten? Dies wissen sie nicht.
Student: Durch Evolution.
Shrila Prabhupada: Mag sein, daß es Evolution gäbe, aber all die verschiedenen Arten existieren gleichzeitig. Der Fisch, der Tiger, der Mensch, jede Art existiert doch. Das ist vergleichbar mit verschiedenen Wohnungsstilen; Sie können eine von ihnen entsprechend ihrer Zahlungsfähigkeit belegen, aber alle unterschiedlichen Wohnungsstile existieren simultan. Ebenso wird dem Lebewesen gemäß seinem Karma ( Aktion und Reaktion durch seine Tätigkeiten ) die Freiheit gewährt, eine von diesen Stilen oder Körperlichen Gestalten einzunehmen, obwohl es auch Evolution geben mag.
Student: Was wird Ihnen in der Zukunft passieren?
Shrila Prabhupada: Wir werden zu Krishna zurückkehren. Wir haben schon alles zur Kenntnis genommen; den Namen Krishnas, die Richtung, Krishna's Form, Krishna's Tätigkeiten, wir wissen schon alles von Ihm, und zu JENEM gehen wir. Krishna hat es uns in der Bhagavad-gita ( 4.9.) vergewissert. “Beim Verlassen des Körpers wird die Seele nicht noch einmal in diese materielle Welt hineingeboren, sondern erreicht Meine ewige Wohnstätte, Oh Arjuna”. Und nicht nur die Gottgeweihten erreichen dies, sondern all jene, die Krishna verstehen, so wie es die Bhagavad-gita (4.9.) aufzeigt: “Wer Mich, wissenschaftlich betrachtet, in Wahrhaftigkeit erkennt, ist geeignet, ins Reich Gottes einzugehen.”
Student: Konnte ich in meinem vergangenen Leben Krishna-bewußt geworden sein?
Shrila Prabhupada: Das ist nicht wichtig. Sie können sich aber bekehren. Machen Sie sich unsere Bewegung des Krishna-Bewußtseins zu Nutze.
Kapitel 4
Materieller Fortschritt
Wissenschaftler : Scheinbar betonen Sie mit Nachdruck, was Ihnen Wissen bedeutet. Gibt es denn nicht Entdeckerfreuden, wie die Natur arbeitet? Zum Beispiel, jetzt dünkt uns, daß wir eine Materie wie diese verstehen ( Er zeigt auf das Gras, worauf sie sitzen.). Uns dünkt, daß wir durch Experimente erkennen, durch Theorie und Analysen, daß es aus Teilchen bestünde, die wir nicht sehen können, und wir können dessen Eigenschaften experimentell analysieren. Wir wissen, daß es aus Molekülen gemacht ist. Wir verstehen einige der Kräfte, die sie zusammenhalten, und dies ist das erste Mal, da wir dieses erfahren, vordem wußten wir es nicht.
Shrila Prabhupada: Worin besteht aber der Nutzen? Obwohl du jedes Teilchen dieses Grases kennst, welchen Nutzen ziehst du daraus? Das Gras befindet sich im Wachstum, wird mit deinem Wissen oder ohne es wachsen. Du kannst es wissen, oder nicht, aber das wird keinen Unterschied ergeben. Ich könnte jeden beliebigen Sachverhalt aus analytischer Sicht studieren. Jegliche sinnlose Sache, die ich mir vornähme, kann ich studieren und darüber ein umfangreiches Buch verfassen. Aber welchen Gebrauchswert wird man davon haben?
Wissenschaft außerhalb von Gott ist ein Verlust
Wissenschaftler: Mir scheint, die Welt zu sehen.
Shrila Prabhupada: Nehmen sie einmal an, ich nähme dieses Gras, könnte bändeweise darüber Bücher schreiben, wann es zu existieren begann, wann es starb, welche die Fasern seien, was für Moleküle, auf vielerlei Art könnte ich dieses unbedeutende Feuilleton beschreiben. Aber welchen Nutzen ergäbe das?
Wissenschaftler: Warum würde es Gott dann aber dort hingesetzt haben, wenn es keinen Nutzen hätte? Lohnt es sich nicht, dies zu ergründen?
Shrila Prabhupada: Unser Punkt ist, daß Sie lieber das unbedeutende Gras studieren, anstatt Gott, der alles geschaffen hat. Wenn Sie Ihn verstehen könnten, würden sie automatisch das Gras studieren. Aber Sie haben den Wunsch, das Gras von Ihm abzusondern, um es separat zu erforschen. Auf diese Weise können Sie Bände verfassen, und Bände über die Angelegenheit, aber wozu seine Intelligenz so verschwenden? Der Zweig eines Baumes ist schön, solange er mit dem Hauptstamm verbunden ist, aber sobald man ihn abschneidet, trocknet er aus. Wozu braucht man ein Studium des trockenen Zweiges? Es wäre eine Vergeudung der Intelligenz.
Wissenschaftler: Warum aber ist es ein Verlust?
Shrila Prabhupada:
Es ist gewiß ein Verlust, weil das Resultat nicht nützlich ist.
Warum Sich Selbst Erkennen?
Wissenschaftler: Was ist nützlich?
Shrila Prabhupada: nützlich ist es, sich selber zu erkennen. Was sind Sie denn für einer?
Wissenschaftler: Warum ist es denn besser, mich selbst zu erkennen, als zu erkennen, daß der Grund eine Pflanze hergibt?
Shrila Prabhupada: Wenn Sie das verstehen, was Sie sind, dann verstehen Sie mehr Dinge. Es wird 'Selbsterkenntnis' genannt. Dies ist wichtig. Ich bin eine spirituelle Seele, ich mache ein Leben in vielen Arten durch. Aber, welche ist meine Position? Ich wünsche nicht zu sterben, weil ich Angst habe, den Körper zu wechseln. Darum habe ich Angst vor dem Tod. Diese Frage sollten Sie sich zuerst stellen: Ich wünsche kein Unglück, aber das Unglück kommt. Ich wünsche keinen Tod, aber der Tod kommt. Ich wünsche keine Krankheit, aber die Krankheit kommt. Ich wünsche nicht zu altern, aber jedenfalls passiert es. Welchen Grund gibt es für diese Dinge, die erzwungener Maßen geschehen, trotzdem ich das Gegenteil gewünscht habe? Wenn ich gezwungen bin, welche Kraft ist dabei wirksam, und warum bin ich unter dieser Kraft? Wer erzwingt denn diese Dinge? Diese Dinge kenne ich nicht, aber sie sind die realen Probleme. Ich wünsche keine übermäßige Hitze, aber es gibt sie ( oder Kälte ). Ich muß Zuflucht bei der Elektrotechnik nehmen, -beim Kühlschrank, einem Heizgerät-. Warum? Wer erzwingt diese Dinge? Warum werden sie erzwungen? Ich will diese Hitze nicht, was habe ich denn getan? Diese Fragen sind real, nicht nur das Studium des Feuilletons und das Schreiben von Bücherbänden. Dies ist Energieverlust. Studiere dich selber. Du wünschst kein Leiden, aber warum wird es dir eingegeben? Wer setzt es ein? Warum konfrontiert man mich damit? Das sind Dinge, die Sie nicht wissen.
Reporter:
Ist es, außerdem bemerkt, nicht Sitte, es als ehrenwert zu betrachten, wenn
jemand hart arbeitet, sich durchkämpft und eventuell im Leben sich frei und
Fortschritte macht?
Arbeitet nicht wie Esel
Shrila Prabhupada: Die Karmis, oder die fruchtbringende Werke Vollbringenden, werden in der Bhagavad-gita als Esel beschrieben. Warum vergleicht man sie mit Eseln? Weil der Esel mit Lasten auf seinem Rücken sehr hart arbeitet, und als Vergütung gibt ihm sein Herr nur eine kleine Portion Gras. Er wird an der Waschküchentür festgemacht und frißt Gras, während ihm der Wäscher schon wieder neue Lasten aufbürdet. Er bekommt es nicht mit, daß “wenn ich von der Wäscherei weggehe, dann kann ich überall Gras haben - warum lasse ich mir eigentlich soviel aufladen?”
Reporter: Das erinnert mich an einige Leute, die mir bekannt sind.
Shrila Prabhupada: Der fruchtbringende-Werke-Vollbringende ist so. Er ist im Büro sehr beschäftigt, und wenn Sie ihn sehen wollen, wird er sagen: “Bin sehr beschäftigt”. Was ist dann das Resultat von solcher Geschäftigkeit? Er nimmt zwei Stücke Brot, oder Toastscheiben und eine Tasse gefüllt mit Bohnenkaffee. Ist er deswegen so beschäftigt? Er weiß nicht, weshalb er so beschäftigt ist. Im Rechnungsbuch wird er die Bilanz finden, daß es eine Million Dollars waren und es nunmehr zwei Millionen seien. Damit ist er zufrieden, nimmt aber nur zwei Toastbrot-scheiben und eine Tasse Kaffee und wird sehr hart arbeiten. Das ist er(sie), dem(der) man unterstellt, daß er(sie) ein 'karmi' sei, Esel -arbeiten wie Esel, ohne jeglichen Lebenszweck.
Aber die vedische Zivilisation ist anders. Die Beschuldigung ist nicht korrekt. Die Leute in der vedischen Zivilisation sind keineswegs faul. Sie sind in einer gehobeneren Angelegenheit beschäftigt. Prahlada Maharaj unterstreicht, daß diese Beschäftigung so wichtig sei, daß sie schon von Kindheit an begonnen werden müsse. Man sollte nicht eine Sekunde der Zeit verlieren. Dies ist also die vedische Zivilisation. Die Esel sehen: “Jene Menschen arbeiten nicht wie ich” -wie Hunde und Esel- und meinen, wir fielen aus der Norm. Ja, wir fallen aus der Norm einer unfruchtbaren Anstrengung. Die vedische Zivilisation dient der Selbst-Verwirklichung.
Der Fortschritt
Ihrer Erkenntnis ist in vier Dingen inbegriffen: Essen, Schlafen, Sich-Paaren
und sich Verteidigen. Zum Beispiel, erfinden sie soviele tödliche Waffen,
und die Politiker ziehen daraus Vorteile, um sich zu halten. Sie entdecken
derzeitig soviele Chemikalien, um die Schwangerschaft zu verhindern, und
nutzen sie, um das Sexual-”leben” zu verstärken.
Die Materielle Wissenschaft hält uns auf dem tierischen Niveau
Wissenschaftler: Was geschieht denn gerade mit dem Mond?
Shrila Prabhupada: Das ist auch eine Art Schlafen. Sie fahren an jenen Ort und schlafen und geben Geld aus, das ist alles. Im Gegenteil, was können Sie da drüben schon machen?
Reporter: Man kann hinfahren und lernen.
Shrila Prabhupada: Da drüben fahren Sie hin und schlafen, das ist alles. Schlafen. Geben Billionen aus und haben nichts zur Vergütung.
Wissenschaftler: Es scheint, daß es etwas mehr als das sei.
Shrila Prabhupada: Nichts mehr. Nein, weil diese vier Prinzipien: Essen, Schlafen, Sich-Paaren und Sich-Verteidigen die Grundlage bilden. Wenn Sie keine Erkenntnisse haben, die über den Begriff dieses Körpers hinausgehen, haben Sie keine andere wissentliche Rechtssprechung. Es kann eine sehr brillante völlige Erkenntnis über den Körper werden, aber all Ihr Betätigungsfeld erstreckt sich innerhalb dieser vier Prinzipien: Essen, Schlafen, Sich-Paaren, Geschlechtsverkehr zu haben und sich zu verteidigen. Dieser Erkenntnis messen auch die niedrigeren Tiere vorrangigen Wert bei. Sie wissen, wie man (fr)ißt, schläft, sexuellen Kontakt hat, und sich verteidigt.
Wissenschaftler: Aber, sie wissen nichts über Nuclearphysik!
Shrila Prabhupada: Dies bedeutet nicht, daß Sie damit den Tieren überlegen sind. Es ist die selbe Sache, Sie sind nur aufgeputzt, das ist alles. Es ist nur eine Umwandlung materiellen Wissens. Unter wissenschaftlichem Fortschritt verstehen Sie und Ihresgleichen “Fortschritt vom Ochsenkarren bis zum motorisierten Vehikel”. Wenn wir vom Zustande des Karrens bis zu der regulierenden Wirkung der Feinmechanik des motorisierten Vehikels fortschreiten können, so fassen Sie es als wissenschaftlichen Fortschritt auf, oder etwa nicht?
Wissenschaftler: Es ist technischer Fortschritt.
Shrila Prabhupada: Technologie oder Wissenschaft ist einerlei. Unser Problem ist der Fortschritt der spirituellen Seele. Welches ist dann das Wissen über die spirituelle Seele?
Wissenschaftler: Anscheinend gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die spirituelle Seele.
Shrila Prabhupada: Wenn es so ist, gibt es in Wirklichkeit keinen Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Wissenschaftler: Aber, jetzt haben wir doch Flugzeuge.
Shrila Prabhupada: Die Wissenschaftler können weder den Tod, noch die Geburt, noch die Krankheit aufhalten, auch können sie den Alterungsprozeß nicht stoppen. Was haben sie dann geschafft? Früher alterten die Leute und jetzt altern sie. Sie erkrankten und jetzt erkrankt man. Jetzt gibt es mehr Medizin und mehr Krankheit. Was hat man denn nun realisiert? Die Wissenschaftler haben nichts dazu beigetragen, die Weltordnung zu bessern. Laßt uns doch den Halunken der Wissenschaft unser Vertrauen entziehen, welche sagen, das Leben entstehe aus der Materie. Fakt ist, daß die Materie aus dem Leben entstand.
Schüler: Ich erwähnte in Shrila Prabhupada's Gegenwart, daß nun, da Indien nuclearen Sprengstoff besitzt, andere Nationen ebenfalls solchen Besitz anstreben. Er sagte darauf: Was hat es mit der Nuclear-Bombe auf sich? Ich würde dir eine hinschmeißen und wenn du noch zum Zuge kämest, würdest du mir dafür eine hinplazieren. Welche Überlegenheit hätten wir dann gegenüber den Hunden? Diese Dezimierung eines Volkes durch ein anderes mit Hilfe von Nuclear-Bomben entspricht der Mentalität von Hunden. Zuweilen, und seien sie angekettet von ihren Herrchen, balgen sie sich miteinander, sobald sie aufeinandertreffen. Haben Sie sie mal gesehen? Es ist nichts besseres.
Reporter: Die Wissenschaftler sagen, die Mondatmosphäre sei nicht zum Atmen geeignet.
Shrila Prabhupada: Warum geben die Halunken dann für jenes Projekt soviel Geld aus?
Reporter: Um die Leute zu beeindrucken.
Shrila Prabhupada:
Dies bedeutet, daß sie Angeber sind, und die Leute sind so dumm, daß sie
ihnen nicht zu mißtrauen wagen. Jetzt begeben sie sich zum Mars, um auf Kosten
der Steuerzahler noch ein wenig mehr Staub und Steine heranzubringen. Sie
geben soviel Geld aus für nichts! Wenn sie uns ein Zehntel von dem Geld gäben,
um Krishna-Bewußtsein zu verbreiten, wäre nicht ein einziger Pfennig vergeudet.
Aber nein, lieber werden sie Millionen Dollars ausgeben, um ein wenig Staub
herzubringen. Ist dies eine gesunde Regierung? Wieso mißtrauen ihnen die
Leute denn nicht?
Was unterscheidet uns von den Hunden?
Reporter: Hier wäre noch eine andere Frage: “Die traditionelle Anklage gegen die vedische (hinduistische) Kultur ist, daß sie fatalistisch (untätig dem Schicksal ergeben, schicksalsgläubig) sei, daß sie die Leute zu Sklaven des Glaubens an die Vorherbestimmung mache, und daß sie daher den Fortschritt hemme”. Ist es denn gewiß?
Shrila Prabhupada: Was für ein Fortschritt soll denn das sein? Ist denn der Sprung eines Hundes etwa ein Fortschritt? Ist das Fortschritt? Ein Hund läuft hüben und drüben auf vier Pfoten, und Sie alle laufen hüben und drüben auf vier Autorädern. Ist das Fortschritt? Dies ist kein vedisches System. Gemäß dem vedischen System hat der Mensch ein gewisses Energiequantum, und da Menschen bessere Anlagen für ein Bewußtsein haben als die Tiere, sei die Energie der Menschen wertvoller als die der Tiere.
Reporter: Wahrscheinlich wird niemand darüber diskutieren, daß der Mensch mehr Freiheit hat, oder, wie ich annehme, mehr Verantwortung, als die Tiere.
Shrila Prabhupada: Dann sollte sich die menschliche Energie doch für den spirituellen Fortschritt nützlich machen, und nicht, daß diese Energie nicht dafür ver(schw)wendet werde, mit dem Hund zu wetteifern. Die heilige Person beschäftigt sich nicht wie der Hund. Heutzutage dünkt den Leuten, daß “die Qualität des Hundewesens” Leben sei, aber wirkliches Leben ist eben spiritueller Fortschritt. Daher sagt die vedische Literatur: “Die Menschen, welche wirklich intelligent und philosophisch geneigt sind, sollten sich allein für dieses Ziel bemühen, das einen wirklichen Zweck hat, den man nicht einmal erreicht, indem man von der Obersten spirituellen Ebene (Brahmaloka) bis zur tiefsten spirituellen Ebene (Patala) wanderte. Soweit es das vom Genuß sinnlicher Freuden herrührende Glück angeht, kann dieses im Laufe der Zeit automatisch erreicht werden, sowie uns im selben Verlaufe Unglück trifft, obwohl wir es uns nicht wünschen. (Shrimad Bhagavatam. 15-18)”
Reporter: Wieso kann Gott mit einigen Personen ungehalten verfahren und mit anderen nett? Ist doch ungerecht.
Shrila Prabhupada: Das ist Dummheit. Gott ist nicht ungerecht. Er ist gut, aber die Leute verstehen Gott nicht. Weil sie nicht so intelligent sind, sagen sie angesichts eines hungrigen Menschen, dieser Gott sei nicht gut. Aber Fakt ist, daß Ihr nicht gut seid. Jedes Leid des Menschen ist allein dessen eigene Schuld. Auf diese Weise fäßt ein Gottgeweihter das Leid als Segnung Krishnas auf, und weil er so denkt, ist seine Befreiung garantiert.
Gott sieht von allem für alle vor. Der Fehler in der gerechten Verteilung liegt an der Ignoranz der Machthaber.
Reporter: Würde ein Krishna-bewußter Mensch denn nicht für den Fortschritt arbeiten?
Shrila Prabhupada: Was geschieht, ist, daß Sie unverrichteter Dinge für den Fortschritt arbeiten, wozu ist es dann nütze? Wo es doch eine Tatsache ist, daß Sie an Ihrem Schicksal nichts ändern können, was soll's dann? Wir werden mit dem Umfang an Glück und Unglück zufrieden sein, das uns bestimmt sei.
Die vedische Zivilisation ist zur Verwirklichung Gottes da. Darauf kommt es an. In Indien werden Sie es noch vorfinden, daß viele Millionen Menschen während der wichtigen Festivälle kommen werden, um im Ganges zu baden, weil ihnen nach Befreiung zu Mute ist. Sie sind nicht faul, fahren bis zu einer Distanz von zweitausend Meilen, tausende von Meilen, bis zum Ganges. Nicht faul sind sie, dafür sind sie auch nicht mehr in der Hundelaufbahn beschäftigt. Besser gesagt, sind sie genau seit ihrer Kindheit mit dem Versuch beschäftigt, sich wieder selbst zu verwirklichen. So beschäftigt, daß sie seit ihrer Frühesten Kindheit den Wunsch äußern, diese Angelegenheit zu beginnen. So gesehen, ist es eine irrige Auffassung, zu meinen, sie seien faul.
Laßt euch nicht einfallen, daß das Vergnügen des Hundes an sexuellem
Genuß auf der öffentlichen Straße geringeren Niveaus sei, als das unsere,
wenn wir in einem luxuriösen Appartement Sex betrieben. Nein, es ist der
gleiche Genuß. Wir meinen, das der Genuß am Verspeisen feiner Nahrungsmittel
von höherem Niveau sei, als das des Küchenabfälle schlappernden Schweines.
Aber nicht doch, das Schwein hat daran den gleichen Genuß. Denn, die wirtschaftliche
Entwicklung kann ja die Qualität des Genusses nicht verbessern. Das ist nicht
möglich. Daher ist die wirtschaftliche Weiterentwicklung unnötig. Alles erhält
sich durch Gottes Regulierung. Wie jeder sehen kann, erhält Er alle Tiere,
von der Ameise bis zum Elefanten, und diese strengen sich nicht an wegen
einer Wirtschaftsentwicklung. Ist denn damit etwa gemeint, wir sollten nicht
arbeiten? Wir sollten für Krishna arbeiten und versuchen, Krishna zu verstehen.
Kapitel 5
Wahrhaftiger Fortschritt
Reporter: Ich folgere, daß sich die Hare-Krishna-Bewegung um Regionen der Welt kümmert, wo es Leid gibt.
Shrila Prabhupada: Ja, wir betrachten uns als die einzigen, die sich darum sorgen. Die anderen übersehen einfach die Hauptprobleme: Geburt, Alterung und Tod. Für diese Probleme haben sie keine Lösungen, schwätzen lediglich alle möglichen Albernheiten.
Die Leute werden nur irregeführt, sie werden in Dunkelheit gehalten. Lasset uns damit beginnen, ihnen ein wenig vom Licht abzugeben.
Reporter: Ja, aber haben Sie denn -außer dem Abgeben von der spirituellen Erleuchtung- auch Interesse am physischen Wohlstand der Leute?
Shrila Prabhupada: Der physische Wohlstand folgt automatisch dem spirituellen Wohlstand.
Reporter: Und, wie geschieht das?
Wahrhaftiger Wohlstand heißt, die Vermittlung spirituellen Wissens
Shrila Prabhupada: Nun nehmen Sie mal an, Sie hätten ein Auto, so daß Sie natürlich das Auto wie sich selbst versorgen würden, identifizieren sich aber nicht mit dem Auto. Sie sagen nicht etwa: “Ich bin dieses Auto.”, es wäre eine Albernheit. Das ist es aber, was die Leute gerade tun. Sie sorgen sich zu sehr um das körperliche “Auto”, in der Meinung, das Auto sei das Ego. Sie vergessen, daß sie sich vom Auto unterscheiden, spirituelle Seele sind und unterschiedliche Aufgaben haben. Sowie niemand Vergaserkraftstoff trinken und damit zufrieden sein kann, so kann sich niemand mit körperlichen Tätigkeiten zufrieden fühlen. Man muß für die Seele die angemessene Speise finden. Wenn jemandem dünkte, “Ich bin ein Auto und muß Benzin trinken”, hielte man diese Person für geistig abgebaut. Genauso, wer dächte, er wäre dieser Körper, und versuchte, sich durch körperliche Gelüste glücklich zu fühlen, ist eben auch geistig abgebaut.
Reporter: Ich war darauf aus gewesen, den Leuten gutes anzutun, besonders den Armen.
Shrila Prabhupada:
Ein jeder versucht, den anderen zu helfen. Der Kater sehnt sich danach, seine
Kätzchen zu beschützen. Die Vögel bringen ihrer Brut Speise, und die Kleinen
freuen sich, wenn die Mutter kommt: “Siehe, die Speise”. So daß dieses Gefühl
des Wohltätigsein auch bei den Tieren vorhanden ist. Aber diese sind nicht
die wahrhaftigen wohltätigen Aktionen. Die Tiere sind nur am Körperlichen
interessiert, während die Menschen an den Erweiterungen ihrer Körper -wie
Ehefrau, Kinder, Gesellschaft, oder die gesamte Nation- interessiert sind.
Sobald es eine nationale Notsituation gibt, vergessen die separaten Gemeinden
ihre kleinmütigen Interessen und setzen ihre Lebenskräfte für die Nation
ein. In diesem Sinne gibt es Fortschritt, aber dieser Fortschritt ist unvollkommen.
Wenn Sie die Zweige eines Baumes begießen würden, jemand anders die Blätter
begösse, noch ein anderer die Früchte, noch jemand gösse die Zweiglein, dann
wäre alles unvollkommen. Wer die Wurzel begießt, der ist perfekt, und die
Wurzel ist Gott. Anders wären die vereinzelten Anstrengungen ein Mißerfolg.
Die Weltgeschichte zeigt verschiedene Nationen, die ihren separaten Interessen
zu folgen versuchen, denen es allen am Ende nicht glücken wird.
Die Ebenen des Bewußtseins
Reporter: Bin neugierig zu wissen, was Sie unternähmen, wenn mal einer Ihrer Studenten ein Problem auf der physischen oder emotionellen Ebene hätte. Helfen Sie ihm bei seinem Problem, indem Sie ihn transzendieren, oder übergehen Sie ihn?
Shrila Prabhupada: Ja, wir sprechen wohl gerade von der transzendentalen Ebene, weder in physischen Ebenen, noch in mentalen, noch in intelektuellen. Wir erkennen vier Ebenen an: die physische oder sinnliche Ebene, dann über dieser die mentale Ebene, über dieser die intellektuelle Ebene, und über dieser die spirituelle Ebene.
Vor allem ist unsere direkte Wahrnehmung durch die Apperzeption der Sinnesorgane auf der sinnlichen Ebene. Zum Beispiel blicke ich gerade jetzt direkt zu Ihrem Tonaufzeichnungsgerät rüber - diese ist die sinnliche Ebene.
Wenn Sie mir Ihr Tonaufzeichnungsgerät beschreiben, dann kann ich sie in der mentalen Ebene sehen. Diese beiden Sichtweisen, sinnlich und mental sind unterschiedlich, und wenn ein Elektronik-Experte daran denkt, wie dies Tonaufzeichnungsgerät zu verbessern sei, sieht er auf der intellektuellen Ebene. Das ist eine andere Sichtweise. So gibt es in der materiellen Welt also drei Sichtweisen, drei Ebenen: die sinnliche, die mentale und die intellektuelle. Dann sprechen wir von der spirituellen Ebene. Wir wissen, daß, wenn jemand geistig gesund ist, dann wird er es sowohl intellektuell, mental und physisch sein.
Dies ist unsere
Absicht; wenn Sie hundert Dollars hätten, dann hätten Sie auch fünfzig, zwanzig
und zehn Dollars.
Das Krishna-Bewußtsein
Reporter: Wenn nicht jemand von den Tieren welche essen würde, würden sie vor Erschöpfung oder aus irgend einem anderen Grund sterben.
Shrila Prabhupada: Warum haben Sie soviel Angst um den Tod der Tiere vor Erschöpfung? Wollen Sie sich nicht lieber um sich selbst kümmern? Seien Sie doch kein Altruist. “Oh, sie werden vor Hunger noch sterben. Ich esse sie.” Was für eine Art Altruismus ist das denn nun? Krishna besorgt Nahrungsmittel. Wenn ein Tier doch mal vor Erschöpfung sterben sollte, geschieht es auf Krishna's Verantwortung. Niemand stirbt vor Erschöpfung an sich; das ist eine falsche Theorie. Haben Sie denn jemals ein Tier vor Erschöpfung sterben sehen? Haben Sie diese Erfahrung gemacht? Haben Sie irgend einen Vogel vor Hunger sterben sehen? Es gibt keine Möglichkeit der Erschöpfung in Gottes Reich. Wir fabrizieren diese Theorien nur zu unserer eigenen Sinnenbefriedigung... In den Urwäldern von Afrika und Indien gibt es Millionen von Elefanten; diese erfordern für eine Mahlzeit hundert Pfund Nahrungsmittel. Wer liefert ihnen Nahrungsmittel? Es gibt im Reiche Gottes keine Erschöpfung. Die Erschöpfung ist für den sogenannten zivilisierten Menschen.
Diese Bewegung des Krishna-Bewußtseins kann alle Probleme des Lebens lösen und der Welt. Soziale, politische, philosophische, religiöse, ökonomische; alles kann durch das Krishna-Bewußtsein gelöst werden. Daher bitten wir die Führer, wie Eure hier gegenwärtige Exzellenz - Sie alle sollten versuchen, dieser Bewegung des Krishna-Bewußtseins Verständnis abzuringen -.
Es ist sehr wissenschaftlich und autorisiert (vollmächtig), es ist kein Komplott oder eine schwärmerische Bewegung, es ist die wissenschaftlichste Bewegung. So laden wir alle Führer aller Länder ein, -sie mögen versuchen zu verstehen- , wenn sie besonnen sind, wirklich vernünftig, werden sie begreifen, daß die Bewegung für das Krishna-Bewußtsein die erhabenste für den Wohlstand der gesamten menschlichen Gesellschaft ist.
Reporter: Mir wird deutlich, daß Ihre Bewegung für Krishna-Bewußtsein eine wertvolle Arbeit tut. Vielleicht sind Sie, Shrila Prabhupada, auch von unserem Erfolg unterrichtet. Wir treffen gerade Maßnahmen, damit man den Bauern in der Nähe von Bombay wegen ihrer Augenkrankheiten Fürsorge angedeihen lasse.
Shrila Prabhupada: Wir folgen der Bhagavad-gita, so wie sie ist, und sie sagt nicht, daß man den Leuten helfen solle, indem man ihnen die Augen kuriere. Bedingt dadurch, daß Sie die Geburt angenommen haben, müssen Sie das Altern akzeptieren, die Krankheit und den Tod. Die Hospitäler können eine zeitweilige Erleichterung verschaffen, aber das ist nicht die Lösung. Die Lösung für die Geburt ist Alterung, Krankheit und Tod. Wenn Sie bereit sind, sich in diese Lösung zu schicken, dann wird es kein Problem mehr geben.
Jedes Wesen in dieser materiellen Welt erleidet wiederholte Geburten und Sterbefälle.Aber die Bhagavad-gita ist dazu da, um die wahre Heilung zu vermitteln: wie sollte man die Wiedergeburt in dieser materiellen Welt nicht vermeiden?
Reporter:
Was kann diese Bewegung für die Hunger leidenden Leute in der Welt tun?
Mäßigkeit - Gerechtigkeit
Shrila Prabhupada: Wenn Sie den Tauben einen Sack voll Reis gäben, würde eine ein paar Körner entnehmen und sich fortbegeben, eine andere nähme einige Körner und flöge fort, und so hätten alle Tauben genügend. Aber, wenn Sie einen Sack Reis auf einen Marktplatz hinstellen würden, wo die Händler miteinander konkurrierten, käme der erste ihn entdeckende Mensch, um ihn mitzunehmen und zu konsumieren. Die wirkliche Lösung des Nahrungsmittelproblems ist, die habgierige Mentalität der menschlichen Gesellschaft zu verändern. In Wirklichkeit fehlt es an nichts, nur bis auf die Verknappung von Krishna-Bewußtsein. Gott hat für alle vorgesorgt. Wir müssen einfach akzeptieren, was Er uns gegeben hat und was wir gerecht weiterverteilen sollen. Das hat mit Krishna-Bewußtsein zu tun.
Reporter:
persönlich gesagt, möchte ich gerne dazulernen. Mir dünkt, daß dies für die
ganze Welt gut ist. Man bedarf dessen.
Die Selbstverwirklichung ist unsere wahrhaftige Arbeit
Shrila Prabhupada: Ja, die günstige Gelegenheit der menschlichen Lebensform soll für die Selbstverwirklichung genutzt werden. Es gibt keine Alternative dazu. Andernfalls wäre die Menschheit vergeudet. Stellen Sie sich vor, ein Mensch hätte das Geld seines Vaters zu erben. So jemand ihn behindern würde, es zu erlangen, wäre dies ein Akt der Infamie; der wirkliche Erbe müßte es bekommen; so wäre es gerecht. Vergleichsweise kann man in dieser menschlichen Lebensform eine Ausbildung über Gott erhalten. Wenn sie ausbliebe, verlöre man die günstige Gelegenheit, die Mission des menschlichen Lebens zu erfüllen. Dann, nach dem Sterben (des Körpers) gibt es die Möglichkeit, auf die niederen Arten des Lebens zu verfallen. Obwohl jeder Beliebige einsehen kann, daß der Körper sich jeden Moment verändert, glauben sogar noch sehr gebildete Personen nicht daran, daß die Seele nach dem Sterben des Leibes weiterbesteht. Wenn jemand diese einfache Wahrheit nicht verstünde, wäre er nicht schicklich. Was soll man von so einem Studenten sagen?
Reporter: Die Kommunisten und auf gewisse Weise die Kapitalisten glauben, daß der Dienst für die Erzeugung von Gütern der einzig wirkliche Dienst sei. Deshalb verurteilen sie Krishna's Geweihte, weil diese nichts Greifbares produzieren.
Shrila Prabhupada: Wie können sie uns verurteilen? Wir dienen der Menschheit, indem wir das Oberste Wissen lehren. Ein Richter des Gerichtshofes stellt kein Getreide auf dem Lande her und erhält $ 25.000 oder $ 30.000 . Soll das vielleicht heißen, er erweise keinen Dienst? Doch, er dient ja. Die These, nur der werktätige Dienst mit den Händen auf den Äckern oder in einer Fabrik und nicht die übrigen, würde nur die Bauern und 'Handwerker' beglaubigen. Dies ist eine Bauernphilosophie.
Es gibt eine Geschichte über einen König und seinen ersten Minister. Einmal beklagten sich die Lohnarbeiter des Königs: “Wir sind wirklich in der Arbeit vertieft, und dieser Minister unternimmt garnix, und Eure Majestät zahlen ihm immer noch so ein hohes Gehalt. Warum?” Der König befahl, nach dem Minister rufen zu lassen und ließ einen Elefanten heranbringen. “Bitte, nehmet diesen Elefanten und wäget ihn ab!”, sagte er zu den Lohnarbeitern.
Diese brachten den Elefanten auf alle Märkte, konnten aber keine genügend große Waage finden, die geeignet gewesen wäre, das Tier abzuwägen.
Als sie bei ihrer Rückkehr wieder beim Palast anlangten, fragte der König: “Was ist denn nun passiert?” Einer der Arbeiter antwortete: “Herr, wir vermochten keine genügend große Waage aufzufinden, die geeignet wäre, den Elefanten zu wägen.” Dann wandte sich der König an seinen Minister: “Wäge diesen Elefanten bitte ab!”, “Ja, Herr!”, sagte der erste Minister, und nahm den Elefanten. Nach wenigen Minuten kehrte er zurück und sagte: “Er wiegt eintausendsechshundertundfünfzig Pfund”. Alle Arbeiter waren überrascht. “ Wie konnte er ihn bloß so schnell abwägen?” Jemand fragte den Minister: “Haben sie eine so große Waage gefunden?” Der Minister antwortete: “Nein. Es ist unmöglich, diesen Elefanten auf einer Waage zu wägen. Ich bin zum Fluß runter gegangen, habe den Elefanten auf ein Schiff geführt und dann den Wasserstand markiert, habe dann den Elefanten wieder entfernt und stapelte stattdessen Wägestücke auf dem Schiff, bis zum Wiedererreichen der ausgeloteten Markierung. Somit habe ich das Gewicht des Elefanten ermittelt.” Der König sagte zu seinen Arbeitern: “Seht Ihr jetzt den Unterschied?”. Wer Intelligenz aufzuweisen hat, hat Kraft, nicht die dummen und Spitzbuben. Von ihnen nehmen wir keine Beratungen an, wir nehmen sie von Krishna oder von Seinem Repräsentanten entgegen.
Kapitel 6
Die Wissenschaft ohne Gott ist Unwissenheit
Reporter: Shrila Prabhupada, die Idee von der chemischen Evolution kam im Jahre 1920 von einem russischen Biologen. Er wies nach, daß sich die Atmosphäre vor der biochemischen Evolution der Erde in einem Urstadium befand. Mit anderen Worten gesagt, war sie vorwiegend mit Wasserstoff angereichert und mit sehr wenig Sauerstoff. Im weiteren Verlaufe verursachten die Sonnenstrahlen, daß diese Wassermoleküle sich in verschiedene Chemikalien umbilden würden.
Shrila Prabhupada: Dies ist das Studium einens Aspektes. Vor allem, woher kam nun der Wasserstoff? Die Wissenschaftler studieren nur die Hälfte des Verlaufes, sie untersuchen nicht den Ursprung. Wir müssen den Beginn erfahren. Da ist ein Flugzeug (Er zeigt eins, das gerade am Horizont ins Blickfeld gerät.), Würden Sie sagen, der Ursprung jener Maschine sei das Meer? Ein Dummer könnte sagen, daß da plötzlich am Meer ein Licht erschienen sei, und daß so das Flugzeug erschaffen worden sei. Wäre dies denn aber eine wissenschaftliche Erklärung? Die Erklärungen der Wissenschaftler sind dem ähnlich. Sie sagen: “Jenes existierte, und dann plötzlich geschah dieses durch Zufall.” Das ist keine Wissenschaft; Wissenschaft bedeutet, die Ursache zu erklären. Vielleicht können die Wissenschaftler Imitationen der Natur verschaffen, aber weswegen sollten wir ihnen unser Zutrauen schenken? Wir sollten unser Vertrauen dem Ursprünglichen Schöpfer schenken, Gott: Das ist unsere Philosophie.
Reporter: Im wesentlichen glauben Sie ja nur, diese Dinge seien wahrhaftig, weil sie Ihnen gesagt wurden.
Shrila Prabhupada:
Ja, das ist bekannt. Daher bedeutet unser vedisches Wissen “Das, was man
ablauschte”.
Wenn du Krishna kennst, dann weißt du alles Übrige
Reporter: Dann können sie also durch das Studium der Wissenschaft nichts über Krishna entdecken?
Shrila Prabhupada: Es gibt nichts, nur Krishna. Es existiert nichts, außer Krishna.
Reporter: Aber, wenn wir die physische Welt studieren, dann studieren wir damit Krishna's Werk.
Shrila Prabhupada: Ja, aber Sie kennen doch Krishna nicht. Sie alle sagen nicht aus einer Regelmäßigkeit heraus, daß Sie Krishna studieren wollten, weil Sie Krishna nicht kennen. Sie vermeiden Ihn.
Reporter:
Warum sagte Ihnen Krishna nicht alles über SICH?
Das Leben kommt vom Leben
Shrila Prabhupada: Er hat alles gesagt. Wenn Sie die Bhagavad-gita ... alles steht dort.
Reporter: Na gut, wenn alles dort steht, warum lernen wir denn nun Dinge, von denen wir nie zuvor erfahren haben? Ich rede jetzt gerade über nichts anderes als Wissenschaft. Warum steht diese Wissenschaft denn nun nicht in der Bhagavad-gita?
Shrila Prabhupada: Deshalb, weil die sogenannte Wissenschaft eine Torheit ist. Das ist die Schlußfolgerung. Die materielle Wissenschaft ist wirklich eine Torheit. Die Wissenschaftler tappen Angesichts so vieler Dinge in der Dunkelheit herum. Was für eine Güte hat ihre Wissenschaft denn vorzuweisen? Es gibt so viele Dinge, die sie nicht kennen. Und trotz all ihrer Unvollkommenheiten erheben sie den Anspruch darauf, daß sie perfekt seien. Das ist noch eine Torheit mehr. In meinem Körper finden wir ein gewisses Quantum chemischer Stoffe, eine geringere Menge im Körper der Ameise, im Elefanten noch mehr, als ich anreichern kann, und dann bedenken Sie, wieviel mehr chemische Stoffe Gott schaffen kann!
Alles ist spirituell. Die spirituelle Energie ist die Quelle und kann ohne die materielle Energie existieren. Aber die materielle Energie hat ohne die spirituelle Energie keinen Bestand. Es ist richtig, daß die Dunkelheit ihren Ursprung aus dem Licht hat, nicht daß das Licht aus der Dunkelheit entstanden wäre.
Reporter: Sie sagen, das Leben sei durch die Naturgesetze entstanden.
Shrila Prabhupada: Sobald wir davon ausgehen, daß es ein Gesetz gebe, müssen wir annehmen, daß jemand dieses Gesetz gemacht habe. Genauso gehen wir davon aus, daß es im Hintergrund der Natur ein 'Gehirn' gibt, aber weil sich die materialistischen Wissenschaftler dieses Gehirn nicht vorstellen können, sagen sie, die Schöpfung sei zufällig geschehen. Ist es eine gute Erklärung, zu sagen, daß sich zufällig gewisse chemische Substanzen miteinander verbunden hätten, und es eben so Leben gebe? Das ganze Problem ist, daß sie zwischen Materie und Geist nicht zu unterscheiden wissen.
Reporter: Aber die Wissenschaftler weisen auf den großen Fortschritt, den sie gemacht haben, Zeit sparende und Gewinn bringende Maschinen.
Shrila Prabhupada:
Den wirklichen Fortschritt kennen sie nicht. Der wirkliche Fortschritt ist,
den Tod zu kontrollieren. Wir versuchen einfach gerade, Krishna zu dienen.
Und Krishna verheißt: “Wer Mich versteht, braucht nie mehr in diese materielle
Welt der Geburt und des Todes zurückzukehren, sondern kommt in Meine ewige
Wohnstätte.”(Bg.4.9)
Der Ursprung der Schöpfung
Reporter: Welchen Ursprung hat denn nun die materielle Welt?
Shrila Prabhupada: Die materielle Natur ist auch Gottes Energie, so wie Krishna es in der Bhagavad-gita (7.4) bekundet: “Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist, Intelligenz und falsches Ego. Alle diese acht sind inbegriffen in Meinen separaten materiellen Energien.” Alle diese materiellen Energien leiten sich von Gott her, und folglich sind sie nicht unwirklich. Sie werden als von geringerem Niveau betrachtet. Diese materielle Energie leitet sich von der Obersten Wahrheit ab, ist aber ihre separate Energie geringeren Niveaus. Die Energie Obersten Niveaus befindet sich in der spirituellen Welt. welche die wirkliche ist. Gott hat vielfache Energien, und die materielle ist nur eine davon. Da GOTT alles ist, können Sie nicht sagen, daß das materielle Universum aus dem Nichts komme. Weil sie die materiellen abgesonderten Energien Gottes sind, gleichen sie dem vom Aufzeichnungsgerät kommenden Ton, welcher genauso tönt, wie die originale Stimme der Person (wenn es ein High-Quality-Gerät war - Anmerkung d. Übersetzers). Der aufgezeichnete Ton ist nicht die Stimme der Person an sich, ging aber von der Person aus, und jetzt ist er von ihr getrennt. Wenn wir nicht sehen, woher denn der Ton stamme, können wir unterstellen, daß die Person wirklich gerade dabei sei, zu sprechen, und sei sie auch weit weg. In ähnlicher Weise ist die materielle Welt eine Erweiterung der Energie des Obersten HERRn, und wir sollten nicht meinen, die materielle Welt sei aus der Existenz des Nichts gekommen.
“Nehmen Sie Materie, mischen Sie Erde mit Wasser, legen Sie dann Feuer daran, und machen Sie dann ein Gebäude. Aber die Materie kann nicht automatisch auf den Plan treten. Die Materie kann keinen Geist haben, kein Bewußtsein oder Temperament. Es wäre verschwenderisch zu sagen, die Materie biete dem Leben einen Ausweg. Die Materie hat keinen Sinn. Das Leben ist die Energie höheren Niveaus, die Materie ist unnütz; die materiellen Elemente sind unnötig. Aber es gibt noch eine höhere Energie, und diese Natur regiert wirklich das gesamte Universum.”
Kapitel
7
Die spirituelle Erziehung
Reporter: Welche Wirkung haben die Erfahrungen der Kindheit auf die spätere Entwicklung, die man hat?
Shrila Prabhupada: Die Kinder ahmen all jenes nach, dem sie zugesellt sind. Sie kennen alle das Kinothema “Tarzan”. Er war durch langschwänzige Affen aufgezogen worden und hatte die Gewohnheiten der langschwänzigen Affen angenommen. Wenn Sie die Kinder in gütiger Gesellschaft halten, wird ihre psychologische Entwicklung sehr gut, werden sie Untergöttern gleich. Aber wenn Sie sie in schlechter Gesellschaft halten, dann werden Dämonen aus ihnen. Die Kinder sind vergleichbar mit einer hellen (unbeschriebenen Schreibtafel), sie können sie je nach Belieben verändern, und sie sind lernbegierig.
Reporter:
Heißt das, die Persönlichkeit eines Kindes entwickle sich nicht gemäß einer
ganz bestimmten Autorität?
Das Kind und die Erziehung
Shrila Prabhupada: Nein, Sie können sie jedenfalls wie eine weiche Masse formen. So, wie Sie sie in die Form setzen, so werden sie daraus hervorkommen. Daher werden sie sich gottgefällig entwickeln, wenn man den Kindern gute Gesellschaft leistet, und wenn man sie schlechter Gesellschaft aussetzte, würden sie arm dran sein.
Reporter: Ist der Erziehungsprozeß innerlich oder äußerlich?
Shrila Prabhupada:
Er ist innerlich, aber das äußere Verhalten wirkt auf die inneren Neigungen
ein. Wenn Sie sich in schlechte Gesellschaft begeben, dann entwickeln Sie
innerlich ebenfalls schlechte Neigungen, sowie Sie positive Neigungen entwickeln,
sobald Sie sich in gute Gesellschaft begeben. Das innerliche und das äußerliche
stehen also miteinander in einer Wechselbeziehung. Durch das äußere Verhalten
beeinflussen wir die innere Energie, und bedingt durch die innere Späre werden
wir unseren äußeren Körper erhalten.
Spirituelle Wissenschaft Ja, Fanatismus Nein!
Reporter: Jetzt ist es soweit gekommen, daß wir in den öffentlichen Schulen nicht beten dürfen. Früher hatten wir an jedem Tag zum Beginn Gebete, aber seit die Atheisten Zugriff erhielten, ist es nicht möglich.
Shrila Prabhupada: Aber es würde nicht helfen, auch wenn das Beten erlaubt wäre. Das Gebet führt man ja noch in den Bethäusern durch, doch was nützt es? Die Leute verlieren das Interesse, weil es zu einer rituellen Vorstellung geworden ist, der sogenannten “Kirchitis”. Tatsächlich müßten Sie zu Gottes Wissenschaft erzogen werden. Sie müßten direkte wissenschaftliche Erfahrungen von Gott haben. Die Leute sind nicht an trockenen Worten interessiert, haben sich vom wissenschaftlichen Denken abgekehrt. Die Menschen verlangen Resultate.
Reporter: Ist Gott nicht der Gegenstand des Glaubens?
Shrila Prabhupada: Er ist keine Frage des Glaubens. Nun sagen Sie bloß nicht, Er sei eine Frage des Glaubens. Er ist das Gesetz. Zum Beispiel gibt es eine Regierung, an die Sie glauben können oder nicht, aber wenn Sie das Gesetz verletzten, würde die Regierung Sie bestrafen lassen. Vergleichsweise gibt es einen Gott, ob Sie an Ihn glauben oder nicht. Wenn Sie nicht an Gott glaubten und im Irrglauben an die eigene Unabhängigkeit täten, was Ihnen gutdünkte, würden die Naturgesetze Sie strafen.
Reporter: Ist es wichtig, welcher Religion jemand anhinge? Muß man denn nun unbedingt zusehen, daß man Krishna's Geweihter werde?
Shrila Prabhupada: Es ist keine Angelegenheit der Religion. Es ist ein Thema für die Wissenschaft. Sie sind ein spirituelles Wesen, aber bedingt dadurch, daß Sie durch die Materie bedingt sind, unterstehen Sie den Gesetzen der materiellen Natur. So daß Sie an die christliche Religion glauben können und ich an die hinduistische, aber das bedeutet nicht, daß Sie altern würden und ich nicht. Wir sprachen von der Wissenschaft des Altwerdens. Natürlich altern weder Sie wegen Ihres Christentums, noch altere ich wegen meines Hinduismus. Altern tun wir alle, das heißt, alle Naturgesetze sind auf jedes Wesen anwendbar. Es hat gar nichts damit zu tun, an welche Religion man glaube.
Reporter:
Wollen Sie etwa damit sagen, es gäbe nur einen Gott, der uns alle kontrolliere?
Wir sind nicht frei
Shrila Prabhupada: Es gibt nur einen Gott und ein Naturgesetz, und wir unterstehen diesem Gesetz. Wir werden vom Obersten kontrolliert. Somit wäre es unsererseits eine Torheit, zu vermuten, wir seien frei, oder wir könnten nach eigenen Gutdünken schalten und walten.
Reporter: Es ist sehr schwierig, dies alles zu verstehen.
Shrila Prabhupada: Stellen Sie sich vor, jemand hätte sich die Pocken zugezogen und nach sieben Tagen entwickelt er die Symptome. Wie nennt man diese Zeitspanne?
Reporter: Inkubation.
Shrila Prabhupada: Inkubation. Denn Sie können nicht um sie herumkommen. Wenn Sie sich eine Krankheit zugezogen haben, dann wird sie sich dem Naturgesetz entsprechend entwickeln. Und so bekommen sie während dieses Lebens mit mehreren Spielarten der materiellen Natur zu tun; und dieser Umgang wird darüber entscheiden, was Sie im nächsten Leben für einen Körper einnehmen werden. Dies untersteht strikt den Naturgesetzen. Jedes Lebewesen wird von denselben kontrolliert -die Wesen sind völlig abhängig-, aber aus Ignoranz dünkt den Leuten, sie seien frei. Sie sind mitnichten frei, sie meinen es sich vorzustellen, aber sie unterstehen völlig den Naturgesetzen. Demzufolge werden ihre nächsten Geburten ihren Tätigkeiten entsprechend entschieden werden, je nach dem, ob sie pietätvoll oder sündhaft gewesen seien.
Das Tier birgt in sich eine Seele
Reporter: Woher wollen Sie wissen, daß das Tier in sich eine Seele berge?
Shrila Prabhupada: Auch sie dürfen es wissen. Hier der wissenschaftliche Beweis: Das Tier ißt, Sie essen; das Tier schläft, Sie schlafen; das Tier ist geschlechtlich, sie auch; das Tier verteidigt sich, sie auch. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Ihnen und dem Tier? Wie können Sie sagen, Sie hätten eine Seele, das Tier aber nicht?
Reporter: Ich kann das völlig einsehen, aber die christlichen Schriften besagen ...
Shrila Prabhupada: Erwähnen sie bloß keine Schriften; das ist gemeines Zeug. Versuchen sie zu verstehen. Das Tier ißt, Sie essen; das Tier schläft, sie schlafen; das Tier verteidigt sich, sie verteidigen sich; das Tier ist geschlechtlich, Sie sind geschlechtlich; die Tiere haben Kinder, Sie haben Kinder; sie haben einen Wohnort, Sie haben einen Wohnort. Wenn man den Tierkörper einschneidet, kommt Blut geflossen, und wenn Ihr Körper eingeschnitten wird, kommt auch Blut geflossen. All diese Ähnlichkeiten sind also gegeben. Warum negiert denn diese Ähnlichkeit die Gegenwart der Seele? Das ist nicht logisch. Haben Sie Logik studiert? In der Logik gibt es die sogenannte 'Analogie'. Analogie bedeutet, zu schlußfolgern, wenn man viele ähnliche Punkte gefunden hat. Wenn es soviele ähnliche Punkte zwischen den Menschen und den Tieren gibt; warum soll man dann weitere Ähnlichkeiten negieren? Das ist unlogisch. Das ist keine Wissenschaft.
Nur (manche) Tiere essen Fleisch
Reporter: Wir Christen haben vor allen Wesen Respekt.
Shrila Prabhupada: Sie haben vor allen Wesen Respekt und töten Tiere?
Reporter: Gut, wenn man erklärt, daß Menschen kein Fleisch essen sollten, fräßen sich da die Tiere nicht gegenseitig?
Shrila Prabhupada: Wenn Tiere Fleisch verzehren, dann folgen sie dem Gesetz der Natur. Wenn Sie Fleisch verzehren, ja dann brechen sie das Gesetz derselben.
Reporter: Was?
Shrila Prabhupada: Zum Beispiel, wird ein Tiger nie kommen und um Getreide bitten: “Oh, Sie haben da viel Getreide, geben Sie mir bitte etwas davon.” Nein. Und gäbe es hunderte von Körnersäcken, sie wären ihm nicht wichtig. Aber er wird sich auf ein Tier stürzen. Dies entspricht seinem Naturinstinkt. Aber warum nehmen Sie denn Getreide, Früchte, Milch, Fleisch und alles, wonach Ihnen der Sinn steht zu sich? Was ist denn das? Es ist weder nach der Weise der Tiere, noch der Menschen. Sie schicken sich an, Ihre Menschlichkeit zu verlieren: Sie sollten bedenken: “Was ist Nahrungsmittel für mich?” Ein Tiger kann Fleisch fressen, er ist ein Tiger. Aber ich bin doch kein Tiger, ich bin menschlicher Art. Wenn ich genügend Getreide, Früchte, Gemüse und andere Dinge verzehre, die Gott gegeben hat, weshalb sollte ich dann ein armes Tier töten (lassen)? Das ist Menschlichkeit.
Reporter:
Aber nach diesem Alten, der ich bin, werde ich ein Nichts sein.
Existenz unter dem Gesetz
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Nach dem Tod werden Sie in einen anderen Körper übergehen. Dann können Sie nicht sagen: “Ich bin ein Nichts.” Von da an können Sie alles mögliche sagen, aber die Gesetze der Natur sind unterschiedlich. Sie können das Gesetz erkennen oder nicht erkennen; unwichtig, das Gesetz wird auf jeden Fall in Kraft treten. Zum Beispiel, wenn Ihnen dünkt:, “Ich werde das Feuer berühren, es wird mich nicht verbrennen.”, dann ist das kein Fakt, denn Sie werden sich verbrennen. So kann Ihnen gleichfalls dünken, nach dem Sterben (des Leibes) gäbe es nichts, aber auch das ist kein Fakt.
Reporter: Wir lehren diese Dinge nicht in unseren öffentlichen Schulen, weil wir davon nichts wissen.
Shrila Prabhupada: Ja. Sie sollten sich nun entscheiden, ob Sie unwissend bleiben, oder diese Wissenschaft erlernen und sie weiter lehren möchten. Diese Wissenschaft von Krishna ist nicht sektiererisch; sie ist eine Wissenschaft für die gesamte Menschheit.
Reporter: Ich sehe es ja schon ein. Darf ich auf eine Frage zurückgreifen, die ich vorhin hatte? Als wir vor ein paar Minuten geteilter Meinung waren, da Sie sagten: “ Erwähnen sie bloß keine Schriften; das ist gemeines Zeug.” Welche Rolle spielen denn die Schriften in Ihrer Religion? Wie wichtig sind die denn?
Ursprüngliche Wissenschaft
Shrila Prabhupada: Unsere 'Religion' ist eine Wissenschaft. Wenn wir sagen, daß ein Kind heranwächst und jugendlich wird, ist es eine Wissenschaft und keine Religion. Jedes Kleinkind wird jugendlich. Inwiefern handelt es sich dann um eine Religion? Jeder Körper eines Menschen stirbt. Was gibt's da für eine Religion? Und wenn ein Mensch stirbt, wird der Leib unnütz. Was ist daran Religion? Das ist Wissenschaft. Sei jemand Christ, Hindu oder Muselmane, wenn er abstürbe, würde dessen Leib unnütz werden. Wenn Ihr Verwandter stürbe, könnten Sie nicht sagen: “Wir sind ja Christen, wir glauben, daß er nicht gestorben ist.” Nein, er ist gestorben. Sei er Christ, Hindu oder Muselmane, er ist gestorben. Und fernerhin, da wir gerade darüber reden; denken wir über diese Grundauffassung, daß der Leib nur wichtig ist, solange er beseelt ist.
Wenn da keine Seele ist, hat er keinen Nutzen. Diese Wissenschaft ist auf jedes Wesen anwendbar, und wir versuchen, die Leute auf dieser Grundlage zu erziehen.
Reporter: Aber, wenn ich recht verstehe, erziehen Sie die Leute scheinbar auf einer rein wissenschaftlichen Grundlage. Wo beginnt denn nun bei all dem die Religion?
Shrila Prabhupada: Religion bedeutet auch Wissenschaft. Die Leute haben die Bedeutung des Glaubens fälschlicher Weise als Religion angenommen. -”Ich glaube.”- (sich an einen Gottgeweihten wendend) Guck mal im Wörterbuch nach dem Wort 'Religion'.
Schüler: Unter 'Religion' steht: “Anerkennung einer übermenschlichen Kontrolle, oder Übermacht, und speziell eines persönlichen Gottes, DEM zu gehorchen, wir das Recht haben, und solche Anerkennung durch die eigene Geisteshaltung zu bewirken.”
Shrila Prabhupada: Aber wenn es ein Fakt ist, daß Sie Krishna mit Hilfe Ihrer physikalischen Gesetze nicht verstehen können, dann ist Ihre Wissenschaft unvollkommen. Wenn Sie Krishna durch das Studium dieser physikalischen Gesetze verstehen könnten, dann wäre Ihre Wissenschaft perfekt. Weil Er die endgültige Quelle von allem ist; wäre dies Ihre Vollkommenheit, wenn Sie Krishna mit Hilfe Ihrer physikalischen Gesetze erkennen könnten. Daher sind wir dafür, daß Sie durchaus Wissenschaftler der Physik sein können, nur sollten sie versuchen, Krishna zu erklären. Wenn das der Fall wäre, so wären Sie perfekt. Denken Sie nicht, wir wollten Sie verächtlich machen, oder gar die Wissenschaft. Nein. Wir bedrängen Sie einfach nur, damit Sie Krishna akzeptieren mögen. Anderen Falls wären Sie nichtig, hätten keinen spirituellen Wert. Krishna ist gleich EINS, und wenn Sie Krishna akzeptieren, wird Ihr Wert augenblicklich bis auf 10 erhöht und nimmt unbegrenzt zu. Setzen Sie Krishna sogleich auf alles, und Er wird Ihren Wert erhöhen. Das ist die wahrhaftige wissenschaftliche Entdeckung, wenn man Krishna entdeckt. Finden sie heraus, wie Krishna in den physischen und chemischen Gesetzen zu Werke geht, wie Sein Gehirn arbeitet. Alles arbeitet durch die Wirkung Seines Gehirnes. Es gibt chemische und physikalische Energien, aber alles arbeitet durch Gottes Gehirn. Diese physikalischen und chemischen Gesetze treten so subtil in Kraft, daß es ausschaut, als käme alles automatisch. Dieselben Gesetze existieren, aber Sie wissen nicht, wie sie gerade arbeiten. Aber wo ist die Erziehung über Gott? An Gott zu glauben, ist sehr gut, zudem dauert der einfache Glaube nicht fort, wenn er nicht zumindest auf wissenschaftlicher Erkenntnis von Gott basiert. Einer kann darüber Kenntnis erhalten, daß er einen Vater habe, aber wenn er nicht zumindest erführe, wer denn sein Vater sei, wäre sein Wissen unvollkommen, und diese Erziehung in der Wissenschaft von Gott würde fehlen.
Kapitel 8
Glaube - Vernunft - Erkenntnis
Wissenschaftler: Thomas von Aquin verfaßte die gesamte Kirchendoktrin in der Obersten Theologie, welche die amtliche Philosophie der Römisch-Katholischen Kirche bildet. Er systematisierte auch einen großen Teil der platonischen und aristotelischen Philosophie.
Aquin glaubte, daß man die religiösen Wahrheiten durch den Verstand und durch die Offenbarung erlangen würde. Auch stimmte er Augustinus zu, welcher sagte: “Ich glaube, um verstehen zu können.” und: “Ich verstehe, um glauben zu können.” Sodaß Vernunft und Offenbarung -als Mittel zur Wahrheit- einander ergänzen.
Shrila Prabhupada: Da die menschliche Vernunft nicht perfekt ist, benötigt man auch die Offenbarung, sowie Shrila Prabhupada (gemeint ist hier whrscheinlich der Gründer der Gaudiya Math), als auch Rupa Goswami sagten: “Wenn wir unsere Sinne im Dienst des HERRn engagieren, offenbart der HERR sie uns Selbst.” Die Wahrheit erlangt man durch die Logik, die Philosophie und die Offenbarung. Gemäß der Vaishnava-Tradition kommen wir durch den spirituellen Meister (Guru) zur Wahrheit, der als Repräsentant der Absoluten Wahrheit, der Persönlichkeit Gottes, akzeptiert wird. Der Guru kann die Botschaft der Wahrheit übertragen, weil er die absolute Wahrheit durch die Schülernachfolge sieht (die Kette spiritueller autorisierter Meister). Wenn wir den glaubwürdigen, spirituellen Meister akzeptieren und ihn durch den ehrerbietigen Dienst zufrieden stellen, dann können wir Gott Kraft seiner Barmherzigkeit und Freudigkeit, und die spirituelle Welt durch Offenbarung verstehen. Daher bieten wir dem spirituellen Meister im Gebet unsere respektvollen Ehrerweisungen: “Durch die Barmherzigkeit des spirituellen Meisters empfängt man die Segnung Krishnas.”
Wissenschaftler: Aber Sartre unterstellt, daß Gott nicht existiere.
Shrila Prabhupada: Es gibt kein höheres Lebewesen, als Gott. Alle erfahren wir, daß es intelligentere Wesen als uns gibt. Und Gott ist die wesentliche Intelligenz. Warum soll denn kein Mensch existieren, der alle übrigen an Intelligenz überrage? Es gibt keinen Platz für: “wenn Gott existiert”. Gott muß existieren. In den Schriften ist Er als die superlative Persönlichkeit, als das übermächtigste und überintelligenteste Wesen beschrieben. Wir können sehen, daß in der Welt faktisch nicht jedes Wesen auf dem gleichen Niveau ist: Es gibt verschidene Grade der Perfektion, was ein Indiz dafür ist, daß es eine superlative Persönlichkeit gibt. Und wenn wir nach der Person mit der besten Gesundheit, Intelligenz, der größten Macht, Schönheit, und was nicht noch alles, weitersuchen, dann werden wir herausfinden, daß Gott all diese Qualitäten im superlativen Grad besitzt, und daß all die übrigen Lebewesen dieselben besitzen, aber im relativen Grade Gott gegenüber. Wie können wir dann Gottes Existenz auf vernünftige Weise negieren? Sartre's Unterstellung bedeutet wirklich, daß er Gottes Existenz nicht möchte.
Wissenschaftler: Nun, viele Leute werden wohl sagen, daß ihnen nur die Dinge wichtig seien, welche durch den Verstand erklärt werden könnten.
Shrila Prabhupada: Unser Argument ist aber sehr vernunftsbetont. Alles in diesem Zimmer ist erschaffen, nicht wahr?
Wissenschaftler: Ja.
Shrila Prabhupada: Der Tisch ist erschaffen, auch das Licht. Alles ist durch jemand erschaffen. Wie könnte dann jemand den Fakt negieren, daß jemand das gesamte Universum erschuf? Gesetzt den Fall, Sie sagten, es sei aus sich selbst heraus erschienen, so wäre das töricht gehandelt. Jemand hat es geschaffen. Wer ist dieser Jemand? Weder wir sind die Schöpfer, noch die U$-Amerikaner, noch die Engländer. Sodaß wir verstehen können, daß noch jemand anders diese Welt erschaffen hat. Dann müssen wir fragen: “Wer ist der Eigentümer? Werde ich der Eigentümer sein? Oder wird es der Schöpfer sein?”.
Wissenschaftler: Hat das Alter für die Seele überhaupt eine Bedeutung?
Shrila Prabhupada: Als die älteste und stets frischeste währt die spirituelle Seele ewig. Zum Beispiel, obgleich ich hier der Älteste bin, und Sie junge Leute sind, verspüre ich die gleichen Neigungen wie Sie.
Wissenschaftler: Was meint der Skeptizismus?
Shrila Prabhupada: Der Skeptizismus wird nicht erlaubt: Es wäre eine weitere Art Spekulation.
Wissenschaftler: Noch eine Spekulation?
Shrila Prabhupada: Ja, “Weil ich nichts wüßte, weiß dann niemand was.” Sehen Sie nur ein, was für eine Torheit das sein könnte. Der Skeptizismus meint, aus Ermangelung an Schlußfolgerungen könne Niemand Erkenntnisse gewinnen, aber auf Grund desselben Vorganges irriger Schlußfolgerungen proklamiert er, Niemand könne Erkenntnis gewinnen, was eine andere Art von Spekulation und daher unannehmbar ist.
Wissenschaftler: Aber der Tod hat keine Bedeutung.
Shrila Prabhupada: Warum sagen Sie, daß er keinen Sinn habe? Weshalb fürchten Sie sich denn so sehr vor dem Tode? Wenn man in genau diesem Augenblick käme, um Sie zu töten, hätten Sie Angst. Warum?
Wissenschaftler: Der Fakt, daß er keinen Sinn hat, bedeutet nicht, daß ich ihm nicht in einem bestimmten Augenblick einen Wert beimessen könnte.
Shrila Prabhupada: Na, nehmen wir an, es wäre so; warum sagen Sie: “ohne Sinn”? Zuerst sagten Sie, sie hätten für “die Revolution” und für die “Soziale Veränderung” gekämpft. Warum kämpfen Sie so stark dafür, Ihre Bedeutung zu verbreiten, wenn Sie am Ende doch alles sinnlos finden?
Wissenschaftler: Zum Beispiel, die Zahlen können nützlich sein, aber sie bedeuten nichts, nur soweit, wie wir es ihnen beimessen, in Wirklichkeit haben sie in sich selbst keinen Wert.
Shrila Prabhupada: Wenn nichts Wert hat, was Sie tun, dann hat es auch keinen Sinn.
Wissenschaftler: Ja, weil am Ende alles unnütz ist.
Shrila Prabhupada: Dann sind Sie ja noch geringer als ein Schurke. Wenn ich Sie 'Schurke' nennen würde, dann lobte ich Sie ja damit noch “über den Klee”, weil Sie für Dinge arbeiten, die keinen Sinn ergeben.
Wissenschaftler: Vielleicht aber existiert Gott?
Shrila Prabhupada: Warum wird Gott nicht existieren? Wenn Sie an Ihre Existenz glauben, warum glauben Sie dann nicht an die von Gott? Es gibt etwa 8 400 000 verschiedene Arten von Lebewesen in verschiedenen Formen. Gemäß dem vedischen Wissen ist Gott auch ein Lebewesen, aber anders als alle übrigen, da Er der Chef ist, das Lebewesen des allerobersten Niveaus, wie Ihn die Bhagavad-gita (7.7) beschreibt.
Wissenschaftler: Shrila Prabhupada, Sie sagen, Ihre Bewegung wasche Gehirne.
Shrila Prabhupada: Wir waschen keine Gehirne, sondern wir lehren, es aktiv zu gebrauchen. Wo ist denn das Ihrige? Zuerst müßten Sie ein Gehirn haben, danach könnten wir darüber reden, es zu “waschen”.
Sie wissen nicht, wer Sie eigentlich sind; vergleichen Sie beispielsweise einen toten mit einem lebenden Menschen, was unterscheidet sie? Da Sie es nicht zu sagen wissen, muß ich befürchten, daß Sie kein Gehirn haben.
Wissenschaftler: Die einzige nachprüfbare Form der Erkenntnis ist, das heißt, der alle zustimmen könnten, ist die, welche logisch oder durch Experimente bewiesen werden kann.
Shrila Prabhupada: Die Wissenschaft von der spirituellen Seele kann durch die Logik bewahrheitet werden.
Wissenschaftler: Wieso?
Shrila Prabhupada: Einmal hatten Sie einen Kinderleib, denken Sie daran; aber jetzt haben Sie diesen Körper nicht mehr. Jedoch kann jeder Beliebige verstehen, daß es so war. Es ist ein Fakt. So daß sich Ihr Körper änderte, aber Sie bleiben bestehen.
Wissenschaftler: Ich bin mir da nicht so sicher, ob ich dasselbe “Ich” sei.
Shrila Prabhupada: Doch, Sie sind dasselbe “Ich”. So, wie die Eltern eines Kindes, nachdem dieses gewachsen ist, sagen werden: “Oh, wie unser Kind gewachsen ist!”. Es ist der selbe Mensch, so sagen seine Eltern, Freunde und Familienmitglieder, alle sagen dasselbe, was augenscheinlich ist. Sie müssen es angesichts solcher Evidenz akzeptieren. Auch Ihre Mutter wird negieren, daß Sie ein anderer Mensch seien, obwohl Sie einen anderen Körper haben.
Wissenschaftler: Aber ich kann doch nicht dasselbe Wesen sein, das ich früher gewesen war.
Shrila Prabhupada: Korrekt. “Nicht dasselbe” bedeutet, daß ein Jugendlicher jetzt töricht herumschwätzen kann, und daß er, zum Erwachsenen herangereift, keine Torheiten mehr schwätzt. Obwohl es die selbe Person ist, entwickelt er auch ein anderes Bewußtsein, so wie er einen neuen Körper einnimmt. Aber die spirituelle Seele, die Person ist noch die selbe; gemäß ihres Körpers tritt sie auf den Plan, das ereignet sich alles je nach ihren Umständen.
Es gibt soviele Fachbereiche des Wissens: Das Medizinstudium des Körpers, Psychologie und letztendlich das Spirituelle oder Transzendentale. Der Körper und der Geist sind nur die Hüllen der spirituellen Seele, sowie Ihr Körper durch dieses Hemd und dieses Sakko bedeckt ist. Wenn Sie nur für diese Elemente vorsorgen und die davon bedeckte befindliche Person vergessen, würden Sie dann annehmen wollen, es dürfe für fortgeschrittenes Wissen erachtet werden?
Wissenschaftler: Mir dünkt, daß keine Wissenskategorie unnütz ist.
Shrila Prabhupada: Wir sagen nicht, diese wissenschaftliche Erkenntnis sei unnütz. Die Mechanik und die Elektronik sind ja auch Wissen. Aber verschiedene Wissensbereiche differieren an Wichtigkeit, wenn man sie gegeneinander abwägt. Zum Beispiel, wenn jemand sehr gut kochen möchte, ist es auch eine Wissenschaft. Es gibt viele Fachbereiche des Wissens, aber der zentrale Punkt ist das Wissen über die Seele.
Wissenschaftler: Aber, wenn man etwas von Gott weiß, ist das Leben nicht so notdürftig.
Shrila Prabhupada: Etwas Wissen genügt nicht, Sie benötigen perfektes Wissen, welches in der Bhagavad-gita gelehrt wird, das wir verbreiten.
Wissenschaftler: Nehmen wir an, es gäbe eine Absolute Wahrheit, aber derzeitig wissen wir nicht genau zu sagen, was es sei.
Shrila Prabhupada: Also können Sie nicht sagen, die vedische Erklärung sei irrig. Wenn Sie nicht wüßten, was Gold ist, und ein Freund gäbe Ihnen davon und sagte: “Siehe das Gold”, Wie könnten Sie es negieren? Da Sie darüber nichts wüßten, würden Sie nicht reklamieren können, falls es kein Gold wäre. Genauso, wenn Sie nicht wüßten, was die Absolute Wahrheit sei, welche Grundlagen hätten Sie dann, um zu negieren, daß Krishna die Absolute Wahrheit sei?
Wenn Sie unsere Philosophie nicht akzeptieren wollten, sollten Sie Ihre Philosophie präsentieren; und wenn Sie gar keine hätten, sollten Sie einer Autorität zuhören, die eine Philosophie vorzuweisen hätte.
Wissenschaftler: Ja, das Argument finde ich logisch, wenigstens sollten wir Ihnen zuhören. Aber wir haben soviele Versionen der “Wahrheit” angehört, weshalb sollten wir Ihre akzeptieren?
Shrila Prabhupada: Das wäre ja dasselbe, als wollten Sie sagen: “Ich habe viele falsche Münzen angetroffen, warum sollte ich jetzt meinen, daß es eine gute Münze gäbe?
Nein. Bedingt durch das Vorkommen falscher Münzen, muß es auch echte geben. Durch unser Unglück waren wir nicht fähig, die guten Münzen von den falschen zu unterscheiden.
Wissenschaftler: Sie sagen, daß Sie die absolute Wahrheit präsentieren, und daß diese Gott sei, Krishna. Aber ich halte Ihre Ansicht für dogmatisch. Es gibt doch viele Wahrheiten, viele Götter.
Shrila Prabhupada: Die Absolute Wahrheit ist eine, Gott ist Einer, es können nicht mehrere sein. Wenn SICH Gott im Konkurrenzstreit befände, könnte Er nicht Gott sein. Wenn Sie nicht akzeptieren, daß Krishna Gott ist, dann sollten Sie vorweisen, wer Gott sei. Zudem können Sie nicht leugnen, daß Krishna Gott ist, wenn Sie nicht wissen, wer und was Gott sei. Mit dieser Art zu reden, schicken Sie sich ja an, dogmatisch zu werden, da Sie derart darauf bestehen, daß Krishna kein Gott sei. Deshalb sagen wir, daß die, welche die Überlegenheit des HERRn Krishna negieren, Mitglieder der “Schleiereulen-Gesellschaft” sind (welche niemals ihre Augen zur Sonne erhebt). Dies ist der unglückliche Mangel der bedingten Seelen; erheben den Anspruch, Gott zu sehen, wenn aber Gott persönlich vor ihnen erscheint, oder wenn Er ihnen Seinen reinen Stellvertreter sendet, können sie nicht sehen.
Wissenschaftler: Was geschieht mit den einfältigen Leuten?
Shrila Prabhupada: Tiere sind sehr einfältig. Wenn Sie einem Tier die Kehle durchtrennen, wird es nicht protestieren (Ist's gewiß? Der Übers.). Sodaß die Einfalt keine sehr gute Qualität ist. Die Tiere sind alle einfältig, daher nutzen Sie sie aus und schneiden ihnen die Köpfe ab. Somit ist es keine sehr gute Qualifikation, einfältig zu werden. Unsere Absicht ist, daß man sehr intelligent werden sollte, dann kann man nämlich Krishna verstehen. Einfältig zu werden, ein unwissender großer Einfaltspinsel, ist keine sehr gute Qualifikation. Die Schlichtheit ist korrekt, aber die Intelligenz darf einem nicht fehlen.
Wissenschaftler: Warum findet ein Mensch wie ich, der ich ja auf vernünftiger Weise versuche, die Welt zu verstehen, nicht die Form, es zu tun?
Shrila Prabhupada: Ja, Sie sind bei dem Versuch, die Welt auf vernünftige Weise zu erkennen, aber Sie haben sich nicht auf den Weg zu einem geeigneten Meister begeben.
Wissenschaftler: Es gibt gelehrte Männer in der Welt, die nur die Natur erforschen.
Shrila Prabhupada: Selbst dann noch haben sie einen fachkundigen Meister nötig. Dann erst können Sie jegliche Sache der Natur erlernen, aber nicht alle sind so intelligent, um die Natur in der geeigneten Weise zu ergründen. Warum spekulieren Sie denn, daß alles nach dem Eintreten des Todes anulliert werde? Die Natur ist weder Null, noch nichtig, sie ist voller Vielfalt. Deshalb ist Ihr Studium derselben unvollkommen, da sie nicht nichtig ist, weil wir hier sitzen, umgeben von einer Vielfalt an Blumen, Blättern, Pflanzen. Wenn Sie sagen, sie sei = Null, dann ist Ihr Studium nicht perfekt.
Wissenschaftler: Mir dünkt, daß wir sie noch nicht verstehen.
Shrila Prabhupada: Dies ist Ihre Unwissenheit, aber Sie können nicht sagen, sie sei = Null.
Wissenschaftler: Gut, es tut uns Leid, daß...
Shrila Prabhupada: Ihnen tut es Leid, aber nicht den Übrigen, sagen Sie doch nicht “wir”...
Wissenschaftler: Wir, die Wissenschaftler.
Shrila Prabhupada: Es gibt aber noch andere Wissenschaftler, welche die Dinge anders verstehen, Sie sind doch nicht die einzigen Wissenschaftler.
Wissenschaftler: Es tut mir aber Leid, daß es eine Möglichkeit gibt, meinen Schlußfolgerungen die Stirne zu bieten, wenn ich die Welt ergründe. Wenn man die Welt erforscht und meint, man verstünde den physikalischen Ablauf und macht dann Experimente, bewahrheitet man seine Ideen und danach kann man sehen, ob es möglich sei, den physikalischen Ablauf in der Welt anzuwenden.
Shrila Prabhupada: Dies ist eine weitere Unwissenheit, weil Sie ignorieren, daß Sie unvollkommen sind.
Wissenschaftler: Oh, ich weiß, daß ich nicht perfekt bin.
Shrila Prabhupada: Wozu dient Ihnen dann diese Art zu forschen? Wenn Sie doch unvollkommen sind, wird es das Resultat ja dann auch sein.
Wissenschaftler: Das ist gewiß.
Shrila Prabhupada: Ja. und so ergibt sich die Frage, wozu Sie dann Ihre Zeit derart vergeuden? Da Sie Krishna weder kennen, noch sich bisher für Krishna interessiert haben, ist Ihr Wissen unvollkommen. Dies ist Ihre Mentalität; erstens sind Sie unwissend, und zweitens akzeptieren Sie Krishna nicht als Ihren Meister. Dünkt Ihnen, davon ausgehend, immer noch, Sie seien perfekt?
Was hat Ihr Wissen für einen Wert?
Wissenschaftler: Also, ich weiß nicht, ob es überhaupt ein perfektes Wissen gäbe.
Shrila Prabhupada: Sie wissen nicht viel, aber wir können es erfahren, weil wir Krishna als unseren Meister annehmen.
Wissenschaftler: Was mich am meisten stört, ist, daß man die Dinge scheinbar blind annehmen soll.
Shrila Prabhupada: Ja, weil unsere Gehirne unvollkommen sind. Wenn das Kind von seinem Lehrer Mathematik lernt, hat es keine Macht, um zu protestieren oder zu diskutieren. Wie kommt es, daß 2+2=4 sind? Es hinterfragt nicht, sondern akzeptiert nur und erlangt Kenntnisse. Das ist der Lauf der Dinge. Sie können nicht hinterfragen, wie Krishna diesen Samen gemacht habe, welcher der Chemismus darin sei und wie die kompletten Anordnungen, damit der Baum daraus erwachse. Sie keimt einfach, ob Sie' s nun verstehen, oder nicht. Daher wissen Sie, daß Krishna perfekt ist. Sie können nicht erfragen, wie denn der Same keimt und der Baum daraus wächst, sowie es auch nicht in Ihrer Macht steht, zu verstehen, auf welche Weise er wächst; dies ist Krishna' s Macht. Die Wissenschaftler sind wie Kinder. Das Kind fragt: “Wie geschieht es, daß aus diesem Tonaufzeichnungsgerät soviele Töne rauskommen?” Es kann es nicht verstehen, es wäre ihm nicht von Nutzen, dieses in seinem Entwicklungsstadium zu verstehen. Aber faktisch, steht hinter den mechanischen Anordnungen des Aufzeichnungsgerätes ein großes Gehirn. Genauso ist der Same zweifellos eine wundervolle Anordnung. Obwohl es davon nichts versteht, ist des Samens Herkunft ein kleiner Samen; das ist doch wunderbar. Und es gibt ein großartiges Gehirn hinter all diesem, welches Sie akzeptieren müssen.
Wissenschaftler: Zweifellos wird Ihnen gewahr, daß es irgendwelche Leute in der östlichen und westlichen Gesellschaft als gerechter empfinden, über theologische Themen intellektuell völlig agnostisch zu werden. Sie fühlen, daß, wenn Gott wollte, daß sie etwas mehr über Ihn wüßten, Er uns die Dinge etwas verständlicher gemacht hätte.
Shrila Prabhupada: Dann glauben Sie also nicht an Gott?
Wissenschaftler: Ich glaube nicht an Gott, ich bilde mir nur eine Meinung, sobald mir irgendetwas offenkundig sein sollte.
Shrila Prabhupada: Aber, meinen Sie, daß es Gott gibt, oder nicht?
Wissenschaftler: Ich habe so meinen Verdacht, daß Er existiere, aber ohne dies auf seine Wahrhaftigkeit hin bestätigt zu sehen.
Shrila Prabhupada: Verdächtigen oder Zweifeln bedeutet, daß Sie nicht sehr vertrauensvoll sind.
Wissenschaftler: Ja.
Shrila Prabhupada: Dann sind Sie sich nicht sicher, aber Sie tendieren dahin, an die Existenz eines Gottes zu glauben, nicht wahr? Durch die Unvollkommenheit Ihres Wissens zweifeln Sie, das ist alles. Im Gegenteil sind Sie eher geneigt, zu glauben, daß Gott existiert, das ist Ihre Einstellung. Aber als Wissenschaftler meinen Sie, daß Sie es nur akzeptieren werden, wenn Sie es wissenschaftlich wahrnähmen, obwohl Sie auf eigene Faust an Gott glauben.
Wissenschaftler: Manchmal.
Shrila Prabhupada: Manchmal oder immer ist unwichtig. Dies ist die Einstellung aller. Solange man die menschliche Lebensform innehat, sei sie zivilisiert oder nicht, hat man ein (zumindestens) schlummerndes Gottes-Bewußtsein. Es muß nur durch angemessenes Training entwickelt werden, wie alles im Leben. Zum Beispiel sind Sie durch geeignete Ausbildung und entsprechende Erziehung Wissenschaftler geworden. Genauso befindet sich das schlummernde Gottes-Bewußtsein, oder sagen wir Krishna-Bewußtsein, in allen Wesen; man benötigt nur die angemessene Erziehung, um es zu erwecken. Jedoch infolge des mangelhaften modernen Bildungswesens wird diese Erziehung an den Universitäten nicht gewährt. Obwohl der Hang zum Krishna-Bewußtsein in uns weilt, geben die Autoritäten unglücklicher Weise keine Erziehung über Gott. Daher werden die Leute atheistisch, und werden immer mehr betrogen, da sie nicht das wahrhaftige Glück und die Zufriedenheit des Lebens erlangen. Sie unterstützen sehr gut alle Fachbereiche des Wissens, weniger den Hauptbereich: Gottes-Bewußtsein.
Kapitel 9
Der spirituelle Meister oder Guru
Reporter: Scheinbar gibt es keine andere Art, Erkenntnisse zu erlangen.
Shrila Prabhupada: Deshalb müssen Sie sich einem adäquaten Dozenten nähern, der Ihnen den Weg weisen wird. Um Wissenschaftler zu werden, müssen Sie zur Universität gehen und den Lehrer finden, der Sie unterweisen könne.
Der spirituelle Meister muß perfekt werden
Reporter: Ich könnte es durch die Bücherlektüre getan haben.
Shrila Prabhupada: Aber man braucht auch den Dozenten, andernfalls erreicht man den Bildungsgrad nicht.
Reporter: Ja.
Shrila Prabhupada: Also, wenn Sie den Wunsch hätten, etwas zu lernen, müßten Sie die Nähe eines Meisters suchen, und wenn der Meister perfekt ist, dann erhalten Sie perfektes Wissen. Dies ist der Vorgang. Wenn der Lehrer lediglich eine andere Art materialistischer Halunke sein würde, ja dann wäre unnütz, was Sie an Wissen erhielten. Der Meister muß perfekt sein, muß wahrhaftiges Wissen verinnerlicht haben, auf dieser Grundlage kann er lehren. Daher besteht der Vorgang darin, daß Sie einen perfekten Meister antreffen müßten. Wenn Sie es glücklich treffen und ihm begegnen, können Sie alles lernen. Jedoch, falls Sie einen Blinden fänden, wie Sie selber einer sind, würden Sie nichts lernen.
Reporter: Gibt es denn viele perfekte Meister?
Shrila Prabhupada: Ja. Im Gegenteil, allein nützt es nichts, einen Meister zu akzeptieren. Der perfekte Meister ersten Ranges ist Krishna, und die anderen sind diejenigen, welche von Ihm Lehren erteilt bekommen haben. Zum Beispiel sind Sie Wissenschaftler, und selbst, wenn ich es nicht gewußt hätte, wäre mein Wissen wissenschaftlich, sobald ich von Ihnen etwas lernen würde.
Reporter: Mir ist nicht ganz klar, was Sie eigentlich damit zu sagen beabsichtigten.
Shrila Prabhupada: Nehmen Sie einmal an, ein Kind ginge zu einem Mathe-Lehrer, welcher zu ihm sagte: “Zwei plus zwei sind gleich vier.” Das Kind ist kein Mathematiker, doch wenn es die Anweisung des Lehrers: “Zwei plus zwei gleich vier.” akzeptiert und diese wiederholt, sodann ist sein Wissen (darüber) vollkommen.
Reporter: Aber woher weiß man nun, wann der Meister perfekt sei? Dies erscheint mir sehr schwierig.
Shrila Prabhupada: Nein, das ist nicht schwierig. Ein Meister ist perfekt, der von einem perfekten Meister gelernt hat.
Reporter: Das beseitigt nur ein Stückchen des Problems.
Shrila Prabhupada: Nein. Es ist gar kein Problem. Es gibt einen perfekten Meister: Krishna, welcher von jeglichen Meistergraden als Meister akzeptiert wird. In Indien wird die vedische Gesellschaft durch vedische Meister geleitet, die alle Krishna als übergeordnetsten Meister akzeptieren. Sie nehmen von Krishna Lehren an und lehren dieselbe Botschaft. So geht das vor sich.
Reporter: So ist denn von denen, die ich anträfe, der Meister perfekt, der Krishna als DEN perfekten Meister anerkennt?
Shrila Prabhupada: Ja, weil er nur damit beschäftigt ist, die Lehren von Krishna zu lehren, das ist alles. Es ist wie in dem Beispiel, das wir vorher gaben, sie können dreist persönlich unvollkommen sein, aber alles was sie sprechen, ist perfekt, weil es Krishna's Lehren sind.
Reporter: Dann sind Sie also nicht perfekt.
Shrila Prabhupada:
Nein, perfekt bin ich nicht. Keiner von uns erhebt den Anspruch darauf, es
zu sein. Wir haben soviele Fehler. Aber bedingt dadurch, daß wir von nichts
anderem als von Krishna's Lehren sprechen, ist unsere Lehrtätigkeit perfekt.
Die Ernsthaftigkeit erreichen
Reporter: Hängt das definitive Urteil, zu dem Sie gelangen, vom Wissen ab?
Shrila Prabhupada: Alles hängt vom Wissen ab. Wie kann es denn ohne Wissen einen Fortschritt geben? Ein ernsthafter Student zu werden, bedeutet doch, Wissen zu erlangen.
Reporter: Aber nicht immer sind die Intelligenten die Einzigen.
Shrila Prabhupada: Ja, niemand kann die Absolute Wahrheit völlig erkennen, weil unsere Erkenntnis sehr unvollkommen ist. Jedoch, sofern unsere Erkenntnis es zuläßt, müssen wir versuchen, die Absolute Wahrheit zu verstehen. Die Veden sagen: “Die Absolute Wahrheit ist so großartig und unbegrenzt, daß es uns nicht möglich ist, den HERRn völlig zu verstehen: unsere Sinne erlauben es nicht, aber wir sollten unser Möglichstes versuchen. Und es ist möglich, weil wir -trotz allem- Teil des Absoluten sind.”
Reporter: Erhalten Sie irgend ein Wissen direkt von Krishna?
Shrila Prabhupada: Ja. Die direkte Unterweisung von Krishna gibt es:
Die Bhagavad-gita.
Reporter: Ja, aber...
Shrila Prabhupada: Sie müssen sie aber durch die Schülernachfolge kennenlernen, anderen Falls würden Sie sie mißverstehen.
Reporter: Aber zur Zeit empfangen Sie keine direkte Information von Krishna? Kommt sie durch die Schülernachfolge aus den Büchern?
Shrila Prabhupada: Es gibt da keinen Unterschied. Gesetzt den Fall, ich sagte, dies sei ein Bleistift. Wenn Sie zu ihm da sagen: “Es gibt einen Bleistift.” Und er sagte zu einer anderen Person: “Dies ist ein Bleistift.” Welchen Unterschied sehen Sie zwischen Ihren und meinen Unterweisungen?
Reporter: Gestattet Ihnen dies jetzt die Barmherzigkeit Krishnas?
Shrila Prabhupada:
Auch sie können Krishna's Barmherzigkeit aufnehmen, solange Sie sich so hingeben,
wie Sie sind.
Wie erkennt man den falschen Guru?
Reporter: Meiner Meinung nach ist in diesen Ländern eine beeindruckende Anzahl unserer Leser, und in der Welt eine enorme Menge von Leuten fürchterlich verwirrt, angesichts der Menge an Personen, die in einem nach dem anderen dieser Länder und so fort, den Anspruch anmelden, Gurus (Meister) und Götter zu sein und sagen ...
Shrila Prabhupada: Ich kann hiermit erklären, daß all jene Unsinn verzapfen.
Reporter: Mir kommt die Frage in den Sinn, ob Sie sich darüber etwas mehr ausbreiten könnten.
Shrila Prabhupada: Ich vermag außerdem zu sagen, daß sie alle ein paar Halunken sind.
Reporter: Zum Beispiel, der Berühmte, welcher Meditations-Mantren zu verkaufen pflegt?
Shrila Prabhupada: Jener ist der Halunke Nummer eins. Ich sage es öffentlich.
Reporter: Können Sie mir etwas an Grundwissen über Besonderheiten und über das Warum erklären und vermitteln, da unsere Leser ...
Shrila Prabhupada: Durch seine Lebensweise ist Ihnen verständlich, daß er der Halunke Nummer eins ist. Von ihm möchte ich nichts wissen, aber was mir von seinen (Un-)Taten bekannt ist, macht es mir offenbahr. Das Wunderbare ist, daß sich die Leute in den westlichen Ländern für so fortschrittlich halten. Wie können sie dann von jenen Halunken “über's Ohr gehauen” werden?
Reporter: Gut. ich meine, die Leute suchen nach etwas, und er begleitet sie ...
Shrila Prabhupada: Ja, aber sie möchten etwas sehr billiges, das ist deren Schuld. Was nun unsere Schüler angeht, geben wir nichts billig preis. Unsere Hauptbedingung ist: moralisch einwandfreier Charakter. Verstehen Sie? Wenn nicht jemand wenigstens strikt moralischen Prinzipien folgte, würde er nicht eingeführt werden, würden wir ihm nicht gestatten, unsrer Institution anzugehören. Und dieser vorgestellte Guru hat den Leuten gesagt: “Macht nur, wonach Euch der Sinn stehen mag, gebt mir so an die dreißig Dollars, und ich werd Euch einen Mantra geben.” Verstehen Sie? Dann wollen die Leute ja betrogen werden, und viele Betrüger kommen. Die Leute wollen sich keiner Gelehrsamkeit unterordnen. Sie haben Geld und sodann dünkt ihnen, “Wir bezahlen sofort und wir werden haben, was wir wollen”.
Reporter: Instant-Himmel.
Shrila Prabhupada: Ja. Das ist deren Torheit.
Reporter: Haben die wahrhaftigen Gurus, wie Sie, irgendwann einmal versucht, die falschen spirituellen Meister aufzuhalten, sie sozusagen aus dem Verkehr zu ziehen?
Shrila Prabhupada: Nein, das ist nicht meine Absicht. Meine Bewegung fing ich nur mit dem Hare-Krishna-Chanten an. Ich chantete in New York, in einem sogenannten “Tompkins Square Park”, und bald darauf kamen die Leute zu mir. So entwickelte sich schrittweise die Bewegung des Krishna-Bewußtseins. Viele akzeptierten sie und viele andere wiederum akzeptierten sie nicht. Jene beglückten haben sie akzeptiert.
Reporter: Was gibt es über eine Person zu sagen, die ernsthaft spirituelles Leben vorfinden möchte und am Ende an einen falschen Guru gerät?
Sie wollen betrogen werden
Shrila Prabhupada: Wenn Sie nur eine fortwährende Erziehung wünschten, müßten Sie ihm soviel Zeit widmen, Arbeit und Verständnis. Genauso, wenn Sie sich anschickten, das spirituelle Leben zu verinnerlichen, müßten Sie ernsthaft werden. Wie kann es sein, daß jemand sich allein durch einige wundervolle Mantras in sechs Monaten zu Gott bekehren könne? Warum wünschen die Leute denn sowas Ähnliches? Dies bedeutet, daß die Personen betrogen werden wollen.
Reporter: Wie kann eine Person erfahren, ob sie einen echten Meister erkannt habe?
Shrila Prabhupada: Kann mal einer meiner Studenten diese Frage beantworten?
Schüler:
Ich erinnere daran, daß John Lennon Sie einmal fragte: “Wie erfahre ich,
daß sie der echte Guru seien?”, und Sie erwiederten ihm: “Versuchen Sie nur
herauszubekommen, wer sich Krishna am meisten widmet.” Er ist echt.
Wer ist der Echte Meister?
Shrila Prabhupada: Ja. Der echte Meister ist Gottes Repräsentant, und spricht über nichts anderes, als über Gott. Der echte Meister ist der, welcher am materialistischen Leben kein Interesse hat. Er folgt Gott nach und nur Gott. Dies ist eine der Prüfungen eines echten Meisters, er ist in der Absoluten Wahrheit vertieft. In dem vedischen Buch “Mundaka Upanishad” wird gesagt: “Der echte Meister ist in den vedischen Schriften und Kenntnissen gut versiert und befindet sich in völliger Abhängigkeit zum Brahman”. Er sollte wissen, was das Brahman (Geist) ist, und wie man sich in das Brahman hineinfinden könne. Diese Merkmale gibt die vedische Literatur zu verstehen. Wie ich zuvor sagte, ist der wahrhaftige Meister ein Repräsentant Gottes. Er stellvertritt den Obersten HERRn, wie analoger Weise ein Vizekönig einen König vertritt. Der wahrhaftige Meister fabriziert nichts.
Alles, was er sagt, steht im Einklang mit den Schriften und mit den vorigen Autoritäten. Er wird Ihnen kein Mantra vermitteln und wird Ihnen dabei nicht sagen, daß sie sich in sechs Monaten zu Gott bekehren werden. Dies ist nicht die Aufgabe eines Meisters. Die Arbeit eines Meisters ist, jedes Wesen zu berufen, damit es sich für Gott weihen lasse. Dies ist die Oberste Substanz der Arbeit unseres wahrhaftigen Meisters. Er hat wirklich keine andere Arbeit. Jedem Wesen, das er antrifft, sagt er: “Bitte, sei so gefällig, und bekehre Dich bewußt zu Gott”. Wenn er so oder so in Gottes Namen beruft, und darum ringt, daß sich jede Person Gott weihe, dann ist er ein echter Meister.
Reporter: Aber würden Sie sich erhoffen, einem echten Meister, zum Beispiel, in einem Rolls Royce reisend und in einer penthouse-suite, eines hochklassigen Hotels absteigend, zu begegnen?
Shrila Prabhupada: Manchmal stellen uns die Leute ein erstklassiges Hotelzimmer zur Verfügung, aber im allgemeinen weilen wir in unseren eigenen Tempeln. Wir haben in der ganzen Welt verteilt etwa hundert Tempel zu stehen, so daß wir es also nicht nötig haben, Hotels zu beanspruchen.
Reporter: Es ging mir nicht darum, anzuklagen, sondern ich versuchte nur, deutlich zu machen, was Ihre Wachsamkeit wert sei. Es gibt Leute, die daran interessiert sind, ein spirituelles Leben finden, und gleichzeitig gibt es viele Interessierte daran, Nutzen aus dem “spirituellen-Meister-Geschäft” zu ziehen.
Shrila Prabhupada: Haben Sie denn den Eindruck, daß spirituelles Leben bedeute, freiwillig die Armut zu akzeptieren?
Reporter: Gut, ich weiß nicht.
Shrila Prabhupada: Ein durch die Armut geschlagener Mensch kann materialistisch sein, ein Reicher dagegen kann sehr spirituell sein. Das spirituelle Leben hängt weder vom Reichtum, noch von der Armut ab, das spirituelle Leben ist transzendental. Ziehen Sie, zum Beispiel Arjuna in Betracht. Er war Mitglied einer königlichen Familie, jedoch war er ein reiner Geweihter des HERRn, und in der Bhagavad-gita sagt der HERR Krishna: Diese Oberste Wissenschaft wurde durch die Kette der Schülernachfolge empfangen, und so verstanden es die heiligen Könige”.(Bg.4.2)
In der Vergangenheit verstanden sich alle heiligen Könige auf die Geisteswissenschaft. Daher ist das spirituelle Leben nicht von jemandes materiellen Bedingungen abhängig. Wie auch immer die materiellen Bedingungen seien, seien sie eines Königs, oder eines Armen, kann er das spirituelle Leben verstehen. Im allgemeinen wissen die Leute nicht, was denn spirituelles Leben sei. Und darum kritisieren sie uns unnötiger Weise. Wenn ich sie fragte, was nach ihren Meinungen spirituelles Leben sei, was würden sie mir da antworten?
Reporter: Gut, ich bin nicht sicher.
Shrila Prabhupada: Obwohl Sie nicht wissen, sagen Sie dennoch: “es ist dies”, oder “es ist jenes”, aber zuerst sollten Sie wissen, was eigentlich spirituelles Leben ist. Das spirituelle Leben beginnt, wenn Sie einsehen, daß Sie nicht dieser Körper sind. Das ist der wahrhaftige Beginn des spirituellen Lebens. Indem Sie den Unterschied zwischen Ihrem Ego und Ihrem Körper sehen, verstehen Sie, was eine spirituelle Seele ist. Unter chaotischen Bedingungen, in einem Lebenszustand der Verworrenheit, sollte man die Nähe dessen suchen, der mit vollständigem Wissen “in dieser Materie” stecke. Sie gehen zum Juristen, um Rechtsangelegenheiten zu klären, und in Gesundheitsfragen zum Arzt. In der materiellen Welt sind wir allesamt über die spirituelle Identität im Unklaren. Daher ist es unsere Pflicht, uns einem vertrauenswürdigen, spirituellen Meister zu nähern, der uns wahrhaftiges Wissen beibringen könne.
Wer die Barmherzigkeit Gottes empfangen hat, kann spiritueller Meister werden und diese Barmherzigkeit an andere weitergeben.
Reporter: Das Problem ist, diesem spirituellen Meister zu begegnen.
Shrila Prabhupada: Das ist kein Problem. Das Problem ist, ob Sie aufrichtig sind. Sie haben Probleme, aber Gott ist in Ihrem Herzen. Er ist nicht fern, wenn Sie aufrichtig sind, sendet Ihnen Gott einen spirituellen Meister. Deshalb wird Gott, der im Herzen präsent ist, DER spirituelle Meister genannt. Gott hilft von innen und von außen. So ist alles in der Bhagavad-gita beschrieben.
Reporter: Ein schlechter Meister (Guru) verlangt nur etwas Geld.
Shrila Prabhupada:
Nun gut, wenn er schlecht wäre, wie könnte er dann Meister sein? (lächelt)
Wie kann das Eisen Gold sein? In Wirklichkeit kann ein spiritueller Meister
nicht schlecht werden. Sie können nicht sagen “schlechter spiritueller Meister”,
das ist ein Widerspruch. Das einzige, was Sie versuchen sollten, ist zu verstehen,
daß er ein vertrauenswürdiger, spiritueller Meister ist. Die Definition eines
vertrauenswürdigen Meisters ist, daß er schlichtweg von Gott spricht, das
ist alles. Wenn er von etwas anderem, unsinnigen, spräche, dann wäre er kein
spiritueller Meister. Ein Guru kann nicht schlecht werden, dafür gibt es
keinen Freiraum.
Kapitel 10
Autorität ohne Ausbeutung
Shrila Prabhupada: Versuchen Sie das Prinzip der Autorität zu verstehen. Sie haben mir gesagt, daß Sie wissen möchten, wie man herausfinden könne, wer eine Autorität sei. Die Antwort auf diese Frage ist, daß Krishna DIE Autorität ist; darüber gibt es keinen Zweifel. Wenn es nicht Wahrheit wäre, warum kommentiert Maharishi denn Krishna's Buch? Und Aurobindo, Vivekananda und der Dr.Radhakrishnan. Das beweist, daß Krishna die wirkliche Autorität ist. Sogar Shankaracarya kommentiert das Buch von Krishna. Kennen Sie seinen Kommentar über die Bhagavad-gita? In diesem Kommentar akzeptiert er Krishna als Oberste Persönlichkeit Gottes. Sie sagen, Maharishi akzeptiere Shankaracarya, aber Shankaracarya akzeptiere Krishna als Oberste Persönlichkeit Gottes.
Akademiker: Ja, aber es ist vergleichbar mit dem, was die Bibel aussagt.
Shrila Prabhupada: Ach, kommen Sie mir doch jetzt nicht mit der Bibel. Wir sprechen gerade von Krishna (Er lächelt.). Es geht nur darum, einzusehen, daß Krishna die Autorität ist. Er wird von allen akzeptiert. Sie sagen mir, Maharishi gehöre zu Shankaracarya's Schülernachfolge, aber Shankaracarya akzeptiere Krishna nicht nur als Autorität, sondern als Oberste Persönlichkeit Gottes, so sagt er es in seinem Kommentar über die Gita: “Ihm, dem Obersten Gott, Krishna, mögen alle Grußworte zu Seiner Gesundheit gelten.” Die wirkliche Autorität ist demnach, wer Krishna als Den Obersten HERRn akzeptiert habe.
Akademiker: Wollen Sie die Frage zur Autorität mit anderen Worten beantworten? Sie haben gesagt, es gäbe an die fünfhundert Versionen der Bhagavad-gita. Warum mußte denn jede beliebige Person die Gita, ohne autorisiert zu sein, ins Englische übertragen? Was ist denn die Autorität, und wer hat die Autorität inne?
Shrila Prabhupada: Die Autorität ist der Originaltext.
Akademiker: Ja, alle sind doch aber damit beschäftigt, aus dem Original zu übersetzen.
Shrila Prabhupada: Ja.
Akademiker: Worin besteht dann der Unterschied zwischen der einen und anderen Übersetzung?
Die Schülernachfolge
Shrila Prabhupada: Die ganze Angelegenheit beruht auf dem Sampradaya-Prinzip, oder sagen wir, der Schülernachfolge. Wenn wir die Gita nicht aus der autorisierten Schülernachfoge heraus aufnähmen, dann würde sie uns nicht nutzen. In unserer Einführung zur Bhagavad-gita haben wir vorsichtig erklärt, daß es außer Krishna keine Autorität gibt. Krishna ist die Autorität, weil die Bhagavad-gita von Krishna's Aussprüchen zeugt. Können Sie es leugnen? Krishna ist die Autorität.
Akademiker: Ja, aber übersetzte Er denn die Bhagavad-gita ins Englische? Shrila Prabhupada, eine Kritik gegen die Hare-Krishna-Bewegung ist, daß sie der Absoluten Autorität nachfolgt. Die Leute kritisieren herum, weil man Seiner Autorität und die der Schriften so unbeugsam folgt, und sagen, es sei keine gesunde Psychologie.
Shrila Prabhupada: Ihre Kritik birgt einen Widerspruch. Warum kritisieren sie uns denn, wenn Sie sagen, daß die Autorität nicht gut sei? Somit sind Sie damit beschäftigt, sich uns mit Ihrer eigenen Autorität wichtig zu machen.
Akademiker: Ich sage ja nicht, daß Sie mich als Autorität akzeptieren sollen.
Shrila Prabhupada: Dann reden Sie Nonsense. Sie kommen mir vor wie ein Händler, der seine Waren zu verkaufen pflegt, sagen aber zum Kunden: “Sie sollen mir nichts abkaufen.” Wozu dient Ihnen dann der Verkauf? Und was nützt mir Ihre Belehrung, wenn ich Sie nicht als Autorität akzeptiere?
Akademiker: Na gut, jedes Wesen hat sein eigenes Leben zu leben, und ein jedes sollte das Beste von vielen Autoritäten aufnehmen. Ich kann einige Ideen Ihrer Philosophie akzeptieren, und auch von verschiedenen anderen Philosophen. Ich kann es nach meinen Gutdünken aufnehmen,
Shrila Prabhupada: Aber, wenn Sie von allem das Beste in nur einem Teil fänden, weshalb sollten Sie dann von hüben nach drüben rennen?
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Shrila Prabhupada: Das bedeutet biologische Kraft: Sie sind der Biologie untergeordnet. Weshalb sagen Sie dann, Sie seien unabhängig?
Akademiker: Also ich meine, daß ich es bin.
Shrila Prabhupada: Sie sind da nicht ganz auf dem Posten. Das ist mein Standpunkt. Sie sind untergeordnet und müssen sich den biologischen Kräften unterwerfen. Wenn es ans Sterben geht, dann können sie nicht sagen: “Oh, ich gehorche dem Tod nicht.” Dann sind Sie untergeordnet.
Akademiker: Ja, ich bin Gott untergeordnet.
Shrila Prabhupada: Nicht doch. Nun vergessen Sie 'Gott' jetzt mal. Er ist weit weg. Wir wollen jetzt mal von der materiellen Natur sprechen. Versuchen Sie nur zu verstehen, daß Ihr Körper zum Sterben gezwungen wird, weil er untergeordnet ist, obgleich Sie nicht möchten, daß er stürbe.
Wir haben weder die Absicht, uns hier zu brüsten, noch möchten wir jemand hintergehen, was wir sagen, ist autorisiert (bevollmächtigt).
Akademiker: Autorisiert? Durch wen?
Shrila Prabhupada: Autorisiert durch Krishna, das heißt durch Gott. In Indien hat die Philosophie des Krishna-Bewußtseins Millionen und Aber-Millionen von Nachfolgern - 80 % der Bevölkerung. Wenn Sie jeden beliebigen Hindu befragen, wird er fähig sein, Ihnen viele Dinge über das Krishna-Bewußtsein zu sagen.
Kapitel 11
Die Definition Gottes
Reporter: Wer ist Gott?
Shrila Prabhupada: Wer Gott ist, wird im Brahma-sutra erklärt: Gott ist DER, von DEM alles abstammt. Das ist Gott, das Oberste Wesen, von dem alles abstammt. Was ist nun die Natur dieses Obersten Wesens? Ist es ein toter Stein, oder ist es ein Lebewesen? Auch dies wird erklärt: Das Oberste Wesen ist völlig Kenner von allem, direkter und indirekter Weise.
Wenn Er nicht wenigstens alles wüßte, könnte Er nicht Gott sein. Dann kommt das in Betracht, wonach Sie gefragt haben: Wer belehrte Gott? Und auch darauf wird erwiedert: Er ist völlig unabhängig, Er braucht von niemandem etwas zu lernen. Das ist Gott. Wenn jemand von einem anderen Vorträge benötigt, so ist er nicht Gott. Krishna sprach die Worte, welche in der Bhagavad-gita nachlesbar sind, und Er mußte es von niemandem lernen. Ich hingegen mußte es von meinem spirituellen Meister erlernen, aber Krishna nicht. Wer es nicht nötig hat, von anderen Lehren anzunehmen, ist Gott.
Reporter: Das ist gewiß.
Shrila Prabhupada: Nur, wenn Gott völlig attraktiv ist, kann Er Gott sein. Ein Mensch ist wichtig, wenn er anziehend wirkt, nicht wahr?
Reporter: Ja, so ist es.
Shrila Prabhupada: So muß also Gott attraktiv sein, für alle anziehend wirken. Deshalb, wenn Gott einen Namen hat, oder wenn Sie Gott einen Namen geben möchten, dürfen Sie Ihm nur “Krishna” zubilligen.
Reporter: Warum nur “Krishna”?
Shrila Prabhupada: Weil Er ganz attraktiv ist (allanziehend). Das Wort “Krishna” bedeutet: “allanziehend”.
Reporter: Wie wäre denn ein Name, der bedeutete: “allmächtig”?
Akademiker: Also, die Geschichte lehrt uns, daß es nicht begrüßenswert wäre, wenn es eine absolute Autorität gäbe, wie zum Beispiel im Hitler-Deutschland.
Shrila Prabhupada: Die Absolute Persönlichkeit würde schlecht werden, wenn sie nicht echt wäre. Aber wenn SIE korrekt ist, dann ist SIE gut, weil man sich einer Autorität hingeben und alles Wissen empfangen kann. So, wie wenn man zum “Supermarkt” ginge (wenn auch diese Analogie etwas zu hinken scheint, Anmrkng.d.Übers.), finden wir alles an einer Stelle.
Akademiker: Mm', aber Gott und Seine Autorität ist doch nur eine Idee.
Shrila Prabhupada: Ich sage, daß Gott nicht nur eine Idee ist. Gott ist eine Tatsache. Können Sie mir das Gegenteil beweisen?
Akademiker: Nach meiner Ansicht gibt es keinen absoluten Bedarf nach einem Obersten Wesen.
Shrila Prabhupada: Aber sogar Ihr Lenin akzeptierte das Bedürfnis nach einer Obersten Autorität. Das Einzige dabei war, daß er den starken Wunsch hatte, dieser Obersten Autorität, Gott, gleich zu werden.
Akademiker: Er war es ja einige Zeit lang.
Shrila Prabhupada: Nein. Er kann nicht Gott sein. Sein Leib unterlag Gottes Gesetzen, er starb. Er konnte seinen Leib nicht selbst vom Tode erretten. Daher war er nicht die Oberste Autorität. Lenin mußte sterben, was bedeutet, daß es die Oberste Autorität woanders geben muß.
Akademiker: Das war der Gesichtspunkt von ihnen, Sie behaupten, einer höheren Autorität zu folgen.
Shrila Prabhupada: Wenn Sie eine perfekte Gesellschaft wünschen, müssen Sie der perfekten Autorität Folge leisten. Durch die mondänen Politiken können Sie keine Vollkommenheit finden. Sie müssen den wirklich anerkannten Autoritäten Folge leisten, das heißt, den perfekten und befreiten Seelen. Dies war das System der vedischen Kultur. Die Autorität war der HERR Krishna und die vedische Literatur, und die Gesellschaft wurde durch Manu (durch den Urahn der Menschheit) und durch die “Manu Saµhita” angeleitet, welche besagt,: “Um die Vollkommenheit zu erreichen, müssen wir den “Mahajanas” (den perfekten selbstverwirklichten Autoritäten Folge leisten.”
Akademiker: Aber diese jungen Leute sagten, daß sogar die spirituellen Autoritäten unvollkommen seien.
Shrila Prabhupada: Mag sein, daß sie das sagen, aber warum sollten wir Ihren unvollkommenen gaunerhaften Meinungs-Aspekt akzeptieren? Ihre einzige Vorstellung von Autorität ist: “Die Macht schaft Recht.” So daß Sie über etwas Macht verfügen und brüsten sich damit: “Ihr müßt diese Idee akzeptieren.” Dies geschieht in aller Welt: “Die Macht dem Volk”. Alle Gauner balgen sich miteinander, und wer mächtiger ist, ragt hervor, mehr ist da nicht.
Versuchen Sie nicht, das Unbegreifliche durch Argumente zu verstehen. Wie auch immer wir diskutieren mögen, kommen wir doch zu keiner Schlußfolgerung. Im Krishna-Bewußtsein besteht unser Vorgang darin, daß wir Wissen von der Autorität aufnehmen. Die modernen Wissenschaftler und Philosophen diskutieren, erwecken aber den Eindruck, als ob sie zu keiner Schlußfolgerung gekommen seien. Sie sind nur wie zwei miteinander vor dem Gerichtshof diskutierende Rechtsgelehrte: man gelangt zu keiner Schlußfolgerung, solange nicht die Autorität, der Richter, die Entscheidung trifft. Und seine Entscheidung muß akzeptiert werden, sie ist endgültig. Auf diese Weise akzeptieren wir die Autorität Krishnas, DER von allen Acaryas (spirituellen Meistern) und von den shastras (Schriften) akzeptiert wird. SEINE Autorität ist bestätigt, und wenn wir Seine Schlußfolgerungen verinnerlichen, ziehen wir unseren Nutzen daraus. Wenn wir hingegenüber mit unseren beschränkten Kenntnissen darüber diskutieren würden, so könnten wir das Wesentliche der Schlußfolgerung nicht verstehen. Wenn Sie sich Ihre Verworrenheit eingestehen, müssen Sie die geeignete Autorität akzeptieren, und diese ist Krishna.
Akademiker: Aber ich fühle mich niemandem gegenüber minderwertig.
Shrila Prabhupada: Dies ist die Krankheit der materiellen Existenz. Sie haben Ihre eigene Krankheit diagnostiziert. Einem jeden dünkt: “Ich begehre, der Erstrangige zu werden. Ich denke ja nicht daran, mich unterzuordnen.” Alle hegen diese Gedanken (wirklich alle?, Der Überstzr.), es ist nur Ihre Krankheit, alle haben diese kranke Mentalität: “Warum sollte ich mich unterwerfen und wieder unterordnen?” Aber die Natur zwingt mich gerade wieder, mich erneut unterzuordnen. Warum sterben die Leute jetzt? Können Sie mir darauf etwas erwidern?
Akademiker: Warum die Leute sterben?
Shrila Prabhupada: Ja, niemand möchte sterben, jedoch sterben alle. Warum?
Akademiker: Der Tod ist wohl biologisch bedingt.
Shrila Prabhupada: Ja... wie können Sie also allanziehend sein, wenn Sie nicht zumindest mächtig sind?
Reporter: Wahrscheinlich sind Sie damit vertraut, was die westliche Theologie “Das Problem des Dämons” nennt; warum existiert der Dämon eigentlich?
Shrila Prabhupada: Der Dämon ist die Abwesenheit des Guten, sowie die Dunkelheit die Abwesenheit des Lichtes ist. Wenn Sie sich stets im Licht halten, was für ein Problem gibt es dann mit der Dunkelheit? Gott ist insgesamt gut. So daß, wenn Sie sich stets im Gottes-Bewußtsein halten, dann gibt es keinen Dämon.
Reporter: Warum wurde denn die Welt mit dämonischen Menschen erschaffen?
Shrila Prabhupada: Warum wurde die Polizeiabteilung geschaffen? Weil es dafür eine Nachfrage gab. Und genauso möchten einige Lebewesen diese materielle Welt genießen, weshalb Gott es so erschuf. Er ist wie ein Vater, der SEINEN dreisten Kindern ein Viertel (von SEINEM Reich abgibt, damit sie dort spielen mögen. Demgegenüber würden Ihn die garstigen Kinder immer belästigen.
Ein anderes Beispiel ist die Sonne. Auf der Oberfläche derselben gibt es keinen Schatten. Wir schaffen ihn, indem wir der Sonne den Rücken kehren. “Analog dazu gäbe es eben Dämonen, sobald wir Gott den Rücken zukehren würden.
Reporter: In einigen westlichen literarischen theologischen Werken wird gesagt, daß Gott Liebe sei.
Shrila Prabhupada. Gott ist alles. Warum sagen Sie, es sei dies oder jenes? Alles ist Gott, weil Er absolut ist. SEINE Liebe und SEINE Feindschaft sind ein und dasselbe.
Niemand
weiß, was Liebe sei. Sobald man von “Liebe” spricht, muß es dazu eine Person
geben. Wir haben keine Erfahrung mit unpersönlicher Liebe. Die Leute sprechen
große Worte wie: “Liebe” und “Brüderlichkeit” aus, nur Wortspiel, aber keiner
hat persönliche Verwirklichung. Liebe bedeutet Geben: Ich gebe etwas hin
und du gibst etwas dafür.
Sinnliche Begrenzung
Reporter: Die Leute können akzeptieren, daß ihre Leiber jetzt Veränderungen durchmachen, aber im nächsten Leben können sie auf diese Erfahrung nicht zurückblicken.
Shrila Prabhupada: Nächstes Leben hat was mit Erfahrung zu tun. Wenn Sie ein Kind sind, ist das Ihr nächstes Leben.
Reporter: Sie können sehen, daß dieser Leib Veränderungen durchmacht, aber das nächste Leben können sie nicht sehen.
Shrila Prabhupada: Das bedeutet, daß sie viele Dinge nicht sehen können. Heißt das etwa, daß es nicht existiere? Welchen Wert haben Ihre Augen? Ich habe es schon erklärt; Sie können nicht sehen. Jetzt herrscht Nebel, Sie können nicht sehen. Wollen Sie etwa sagen, Ihre Augen seien perfekt? Wie können Sie also sehen? Ihre Augen sind nicht perfekt. Was Sie nicht sehen können, müssen Sie hören.
Reporter: Aber man sagt, ich solle es wieder versuchen, es probieren.
Shrila Prabhupada: Wie können sie probieren? Nehmen Sie mal an, Sie litten am Grauen Star, wenn Sie versuchten und versuchten und probierten, würden Sie sich vom Grauen Star kurieren? Nein, so würden Sie nie geheilt werden; Sie müßten zum Arzt gehen, sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen, um die Sehfähigkeit wiederherzustellen; durch Versuche könnten Sie nicht sehen.
Warum benutzt man ein Mikroskop, ein Teleskop, ein Binokular, wozu, wenn Ihre Augen angeblich perfekt sind? Wozu? Wenn Sie so darauf vertrauen, daß Ihre Augen perfekt seien, wozu dann diese Instrumente benutzen? Und welche Garantie haben Sie, daß Ihr Instrument korrekt sei? Weil es nämlich durch Ihre unvollkommenen Sinne hergestellt worden ist. So ist dann die Lage. Sie versuchen, durch Mikroskope zu sehen, aber was werden sie sehen können, solange sie weiterhin außerstande sind, ihre eigene spirituelle Identität zu sehen. Sie können Mikroskope haben, diese oder jene Maschine, sind aber blind. Dies wissen sie nicht einmal. Welcher ist der Unterschied zwischen dem erzogenen Wesen und dem unerzogenen? Der erstere hört auf die Autoritäten, das ist alles. Das ist Erziehung. Ohne, daß Sie zu besagter Schule gingen, hielte man Sie nicht für wohlerzogen. Weshalb? Wenn Sie nicht auf die Autoritäten hören, sind Sie nicht wohlerzogen.
Erlauben Sie ihm, alles zu lernen, er hat Augen, Sinne; aus welchem Grund man ihn zur Erziehung in eine Schule schickt? Bedingt dadurch, daß seine Augen keinen Wert haben, wenn er nicht auf die Autoritäten hört.
Reporter: Kann der Lehrer aber durch ein Experiment die Wahrhaftigkeit seiner Rede demonstrieren?
Shrila Prabhupada: Ja, alles kann man durch Experimente demonstrieren, alles.
Reporter: Aber Dinge über Krishna kann man doch nicht experimentell demonstrieren.
Shrila Prabhupada: Ja, kann man demonstrieren. Es ist demonstriert. Wenn Sie einen Samen nehmen und ihn aussäen, ein großer Baum aus demselben heraussprießt, ist das Demonstration. Wie können Sie sagen, man könne es nicht?
Reporter: So ist es also Demonstration, wenn ein Same wächst.
Shrila Prabhupada: Ja, der Same ist die Ursache und der Baum ist die Wirkung. Dies ist Demonstration.
Reporter: Wo aber ist Krishna?
Shrila Prabhupada: Krishna sagt: “ICH bin der Same”. Der Same ist Krishna. “ICH bin der ursprüngliche Same von allem, was existiert.” Sobald, wie wir den Samen sehen, sehen wir Krishna. Er sagt: “ICH bin der Same.” Wie können Sie also sagen, es sei unmöglich, Krishna zu sehen? Sie können ja Krishna sehen.
Reporter: Wahrlich sehen wir uns in der Welt vor einem Mysterium.
Shrila Prabhupada: Es ist kein Mysterium, sondern ein Fakt. Krishna sagt: “ICH bin der Same.”, was ich von Krishna gehört habe, daher sehe ich gerade Krishna, sobald ich einen Samen erblicke. Wie können Sie dann sagen, daß Sie Krishna nicht wahrnehmen? Sie sehen Krishna gemäß Seiner Unterweisung. Warum versuchen Sie denn beharrlich, Krishna auf Ihre Weise zu sehen? Krishna sagt: “ICH bin das Licht der Sonne und des Mondes. (Bg.7.10)” Sobald Sie die Sonne erblicken, sehen Sie gerade Krishna. Warum also sagen Sie, daß Sie Krishna nicht sehen? Welchen Grund haben Sie dazu?
Reporter: Ich habe nicht gewußt, daß Er “Krishna” heißt.
Shrila Prabhupada: Es gibt soviele Dinge, die Sie nicht wissen, darum müssen Sie vom Meister lernen, von Krishna.
Reporter: Kann ich denn nicht etwas ohne das perfekte Wissen lehren?
Shrila Prabhupada: Sie können bis zu dem Punkt lehren, den Sie kennen.
Reporter: Ich sollte aber ja nicht versuchen, mehr zu lehren, als ich weiß.
Shrila Prabhupada: Ja, das wäre Betrug.
Reporter: Mit anderen Worten: man kann die Wahrheit nicht mit Teilwissen lehren.
Shrila Prabhupada: Ja. Dies ist dem Menschen nicht möglich. Denn er hat unvollkommene Sinne. Wie wollen Sie dann perfektes Wissen lehren können? Nehmen Sie einmal an, Sie sähen die Sonne als eine Scheibe, hätten keine Mittel, um sich ihr zu nähern. Wenn Sie sagen, wir könnten die Sonne durch ein Teleskop sehen, dies und jenes, wäre dies auch von einem unperfekten Menschen hergestellt worden. Wie kann Ihr Instrument dann perfekt sein? Genauso unvollkommen ist Ihr Wissen über die Sonne. Sodaß Sie über die Sonne nichts lehren sollten, wenn Sie darüber nicht zumindest vollkommenes Wissen hätten. Im Gegenteil wäre das ja Betrug.
Schüler: Shrila Prabhupada; ein Buchhändler verlangte, ich solle ihm beweisen, daß die Bhagavad-gita vor fünftausend Jahren geschrieben worden war. Ich solle ihm eine Kopie von jener Epoche bringen.
Shrila Prabhupada: Nehmen Sie an, ich ginge in ein dunkles Zimmer, und ich sagte der darin befindlichen Person: “Die Sonne ist aufgegangen, kommen Sie, es zu sehen.” Die Person könnte aus der Dunkelheit sagen: “Wo ist der Beweis, daß es Licht gäbe? Beweisen Sie es mir zuerst, danach werde ich rauskommen.” Ich kann mit ihr rumstreiten, damit sie herauskomme, aber, wenn sie es nicht täte, würde sie in Erwartung des Beweises unwissend bleiben. Das heißt, Sie würden alles einsehen, allein, wenn Sie die Bhagavad-gita läsen. Kommen und sehen Sie, das ist der Beweis.
Schüler: Sie fragten mich, ob jemand Krishna momentan gesehen habe.
Shrila Prabhupada: Wie man Ihn jetzt sehen kann? Wir müssen durch die Schülernachfolge sehen. Gesetzt, Sie hätten Ihren Großvater nicht gesehen, wodurch erfahren Sie, wie er gewesen war?
Reporter: Die Eltern sagen es uns.
Shrila Prabhupada: Ja, also demzufolge erhalten Sie Wissen über Gott durch Autoritäten, durch die Schülernachfolge.
Reporter: Aber wenn wir davon ausgehen, daß Krishna ewig existiert, dann existiert Er heute.
Shrila Prabhupada: Ja, Krishna existiert jetzt. Des Nachts existiert die Sonne, obwohl Sie sie nicht erblicken, das heißt also, es bedeutet nicht, daß sie nicht existiere. Es liegt an Ihren Mängeln, daß Sie sie nicht sehen können.
Reporter: Also, benötigen wir eine Göttliche Sehung?
Shrila Prabhupada: Sie benötigen die Befähigung. Krishna existiert, doch Sie benötigen die Qualifikation, um Ihn zu sehen. Wie es in den vedischen Schriften beschrieben ist: “Die in extatischer Liebe für Krishna heiligen Personen können Ihn immer sehen, rund um die Uhr. Was nicht schwer zu verstehen ist. Wenn Sie jemanden lieben, werden Sie Ihn stets sehen. Ist es nicht so? Sie benötigen die Qualifikation zur Liebe. Dann erst wird SICH Krishna Ihnen zeigen, und täglich wird Er rund um die Uhr mit Ihnen reden. Das heißt, Sie selber haben es nötig, sich zu qualifizieren, um Krishna zuzuhören und Ihn zu sehen, aber Krishna ist stets gegenwärtig.
Reporter: Wenn Sie an etwas denken sollen, müssen Sie es zuerst sehen. Zeigen Sie Krishna denn Ihren Gottgeweihten?
Shrila Prabhupada: Oh, ja. Gleich.
Reporter: Na gut, ... und was ist nun Krishna, und wie sieht Er aus ...?
Shrila Prabhupada: Sehen Sie, hier ist Krishna.
Reporter: Aber dies ist ein Bild.
Shrila Prabhupada: Ja, es ist ein Gemälde. Nehmen Sie einmal an, es wäre ein Portrait von Ihnen. Dürfte ich nicht sagen: “Hier ist ein gewisser Herr So-und-so?
Reporter: Ja.
Shrila Prabhupada: Was also ist daran falsch? Wäre Ihr Portrait nicht ein Abbild von Ihnen selbst?
Reporter: Ja.
Shrila Prabhupada: Demzufolge ist dies ein Portrait von Krishna, nur mit dem Unterschied, daß wir nicht mit Ihrem Portrait sprechen können, während wir ja mit Krishna's Portrait reden können.
Reporter: Die Wissenschaftler sagen, daß ihre allgemeine Grundlage der Objektivität die Wahrnehmung durch ihre Sinne sei.
Shrila Prabhupada: Ja, sie nehmen die Dinge durch ihre Sinne wahr, aber auf sehr unvollkommene Weise. Sie nehmen den Sand mit denselben wahr, aber können sie sehen, wer ihn geschaffen hat? Hier sind das Meer und der Sand, man kann sie durch direkte Wahrnehmung sehen. Aber wie können wir auf direkte Weise den Ursprung des Sandes und des Meeres wahrnehmen?
Reporter: Bei der Grundlage, die sie “Wissenschaftliche Integrität” nennen, ist nur davon die Rede, was sie direkt erfahren.
Shrila Prabhupada: Sie könne von Ihrer Erfahrung reden, ich von der meinen. Aber, weshalb sollte ich Ihre Erfahrung akzeptieren? Sie können töricht sein, und warum sollte ich mich betören lassen? Sie könnten wie eine Kröte und ich wie ein Wal sein, weshalb sollte ich dann Ihre Quelle als ein allumfassendes begreifen? Sie haben Ihre Methode, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen, und ich die meine.
Reporter: Wie können wir nun erfahren, ob wir Gott zufriedenstellen?
Shrila Prabhupada: Wenn wir Ihn sehen, dann werden Sie es verstehen. Das ist, wie wenn Sie essen würden; dann nämlich bräuchten Sie niemanden zu fragen, ob Sie sich gestärkt fühlten oder ob der Hunger befriedigt wäre. Wenn Sie essen, fühlen Sie Energie, und haben es nicht nötig, danach zu fragen. Analog dazu ist es, wenn Sie wirklich Gott dienen, verstehen Sie Ihn. “Gott diktiert mir gerade, Gott ist präsent. Ich sehe Gott gerade eben.”
Reporter: Aber die Leute können sagen: “All diese Diskussion über die Seele ist jenseits unserer Erkenntnis”.
Shrila Prabhupada: “...ist jenseits unserer Erkenntnis” bedeutet, daß Sie nicht verstehen.
Kapitel 12
Ewiges Leben - Beseitigung des Individuellen
Student: Sartre behauptet, daß seine Absicht, in Gott einzugehen, zum Scheitern verurteilt sei.
Shrila Prabhupada: Gewiß, weil der Mensch an sich nicht Gott ist, sein eigener Wunsch, Gott zu werden, bedeutet, daß er es zur Zeit nicht ist. Und selbst, wenn er einmal Gott gewesen sein sollte, wodurch ist er etwas anderes geworden? Nein. Wenn der Mensch Gott werden könnte, gäbe es keinen Freiraum, um etwas anderes als Gott zu werden. Es gäbe keinen Platz für Unwissenheit. Ein anderer Name Krishna‘s ist 'Acyuta' , was bedeutet, “Der nie zu Fall kommt”. Das bedeutet, daß Gott niemals ein Nicht-Gott wird. Gott ist stets Gott, so daß nie jemand durch mystische Exerzitien Gott wird. Ein Mensch kann kein Gott werden, statt dessen kann er pietistisch werden. Wenn wir im Dunkeln sind, wünschen wir Licht, und unter den Sonnenstrahlen zu sein, was nicht bedeutet, wir wären selber die Sonne geworden. Analog dazu werden wir pietistisch, wenn wir die Ebene des perfekten Wissens erreichen. Wir werden doch aber nicht wie Gott.
Student: Sartre nennt den Menschen: “unnütze Leidenschaft” , bedingt durch seine Kenntnis davon, daß die Absicht desselben, wie Gott zu werden, belanglos ist.
Shrila Prabhupada: Ein Mensch ist nicht unnütz, wenn seine Absicht, Krishna-bewußt zu werden, eine Tatsache ist. Die Absicht, Krishna-bewußt zu werden, und die, Krishna zu werden, sind völlig verschieden voneinander. Die erste ist pietistisch und die andere dämonisch.
Student: Also denkt Sartre , daß es unmöglich ist, wie Gott zu werden; denn das übrige ist unnütz.
Shrila Prabhupada: Na, das wäre ja auch Blödsinn. Sie sind nicht wie Gott, sondern der Diener Gottes. Sie haben sich erkoren, die Absicht zu hegen, wie Gott zu werden, finden aber, daß es unmöglich ist, daher müssen Sie von dieser Auffassung lassen und sich dazu entscheiden, ein Diener Gottes zu werden. Dies ist die angemessene Entscheidung.
Student: Sartre schlußfolgert, daß das Leben keinen wesentlichen Zweck habe, da die Dinge keinen Grund für ein Sein hätten.
Shrila Prabhupada: Das ist Unsinn. Alles hat einen Zweck, nichts existiert ohne ihn. Es gibt eine Oberste Ursache für alles. Der Mangel bei besagten Philosophen ist, daß sie nicht über genügend Gehirnsubstanz verfügen, um über ihre oberflächlichen Ansichten hinaus zu blicken.
Sie sind außerstande, Gott zu verstehen, DIE Ursache aller Ursachen.
Student: Können wir uns nicht, da Gott reiner Geist ist, und wir ebenfalls reiner Geist sind, eventuell bis zu Gottes Niveau entwickeln?
Shrila Prabhupada: Nein. Wir geben zu, daß Gott ein Geist ist und Sie auch, aber die Macht Gottes und die Ihrige sind ungleich. Gott sagte: “Die Schöpfung (Erschaffung) geschehe.”, und dieselbe wurde durchgeführt. Aber, wenn Sie sagen würden: “Die Entstehung des capatis (spezielle Brotart) geschehe.”, dann gäbe es keine capatis, solange Sie es nicht täten. Man muß dafür arbeiten.
Student: Warum sagen Sie, Shrila Prabhupada, Gott sei Ihnen wichtiger als Ihre eigene Energie?
Shrila Prabhupada: Das kommt vom Gemeinschaftssinn. Die Sonnenstrahlung dehnt sich durch das gesamte Universum aus, und die an einem Ort befindliche Sonnenmasse ist die Quelle dieser Strahlung. Was ist denn nun wichtiger, die Sonne oder die Sonnenstrahlung? Diese Lampe befindet sich an einem Ort, und die Beleuchtung erstreckt sich durch den ganzen Salon. Welche von beiden ist da wichtiger, die Lampe oder die Lichtflut? Das Feuer befindet sich an der einen Stelle, und das Licht und die Hitze breiten sich bis zu mehreren Metern aus; was ist da nun wichtiger: das Feuer, oder das Licht und die Hitze? Analog dazu ist Gott eine Persönlichkeit (obwohl keine, wie Sie oder ich), und Er dehnt SICH als Energie aus, sowie das Feuer es in Form des Lichtes und der Hitze macht. Alles, was wir sehen, ist Ausdehnung der Energie Gottes.
Student: Swamiji, gibt es Möglichkeiten, daß Ihre Nachfolger die Oberste Wahrheit verwirklichen könnten?
Shrila Prabhupada: Sie verwirklichen sie schon.
Student: Sie verwirklichen sie schon?
Shrila Prabhupada: Gewiß, und ich könnte sie Ihnen ebenfalls vermitteln, wenn Sie es wünschten. Die Oberste Wahrheit ist, daß Gott eine Person ist, wie Sie und ich je eine Person sind. Welcher Unterschied besteht nun zwischen dieser Person und allen übrigen? Es ist dieser: Er erhält uns alle, wir werden durch Ihn erhalten. Aber Er ist eine Person, wie Sie und ich, verstehen Sie?
Student: Ja, ich verstehe.
Shrila Prabhupada: Dann verwirklichen meine Schüler eben die Oberste Wahrheit schon. Warum andererseits, werden sie denn gerade einem Meister, wie mir folgen? Ich bin nur ein armer Hindu. Warum folgen sie mir nach? Es gibt in den reichen Ländern Gottgeweihte. Wie könnte ich sie wohl bestechen? Diese jungen Leute sind erzogen, qualifiziert. Weshalb folgen sie mir nach? Nur, weil sie bereits ein höheres Wissen verwirklichen.
Student: Integriert man sich nicht in das Ganze, wenn man sich entwickelt?
Shrila Prabhupada: Nein. Sie sind bereits im Ganzen.
Student: Sodaß wir alle eins sind.
Shrila Prabhupada: Eins und verschieden von einander, ist unsere Philosophie. Wir sind wie eine kleine Schraube einer Maschine. Die Schraube ist ein Teil von ihr, im gewissen Sinne sind die kleine Schraube und die Maschine ein Ganzes, aber sie ist weder der ganzen Maschine gleich, noch könnte man sie mit Fug und Recht wie die ganze Maschine nennen.
Student: In der hinduistischen Philosophie verstand ich stets, daß man Gott nicht auf einen Namen festlegen dürfe, weil das hieße, Ihn einzugrenzen.
Shrila Prabhupada: Nein. Wir geben Gott nicht einen Namen. Er hat Namen gemäß SEINER Eigenschaften. Betrachten Sie einmal den Namen “Krishna”, der “auf alles anziehend” bedeutet. Dies ist eine der Qualitäten Gottes, daß Er völlig attraktiv ist, sowie “Al-lah”: “Groß” bedeutet. Gott ist groß, aber gemäß SEINER Tätigkeiten hat Er eben viele Namen.
Student: In einer Zeitschrift steht geschrieben, daß Gott Licht sei.
Shrila Prabhupada: Gott ist alles. Er ist auch die Dunkelheit. Wir sagen, daß Gott die Persönlichkeit ist, von DEM alles abstammt. Daher kommen sowohl das Licht, als auch die Dunkelheit von Gott.
Man versucht, materiell an Krishna zu denken, aber Er ist unbegreiflich, sodaß man sagt Er existiere nicht, daß Er unpersönlich sei. Man sagt, der Himmel sei größer als Krishna, weil er nicht an eine Form gebunden ist; aber sie wissen nicht, daß es im Munde Gottes Millonen von Himmeln gibt.
Verdrehtes Wissen
Student: Kann denn jede Person ihre Version der Gita abgeben?
Shrila Prabhupada: Die Absolute Wahrheit, soll nicht verdreht werden. Viele Anhänger der UnPersönlichkeitsthese interpretierten die Bhagavad-gita, wie Mahatma Gandhi, aber es nützt nichts. Die Bhagavad-gita ist hell wie das Licht der Sonne, sie benötigt keine Hilfe, um die Botschaft Krishnas zu vermitteln.
Stud: Was denken Sie, Prabhupada, über die anderen Meister, wie Ouspensky und Gurdieff, die in der Vergangenheit eine der Ihren ähnliche Botschaft überbrachten?
Shrila Prabhupada: Wir sollten die Einzelheiten ihrer Lehren studieren, um zu sehen, ob sie das vedische Niveau erreichen. Gottes-Bewußtsein ist eine Wissenschaft, so wie die medizinische oder eine andere Wissenschaft. Sie sollte keine Differenzen aufweisen, obgleich verschiedene Menschen darüber sprechen. Zwei + zwei sind überall = vier, niemals fünf oder drei. Das ist eine Wissenschaft.
Student: Meinen Sie, daß noch andere die echte, urwüchsige Methode des Gottes-Bewußtseins lehren können?
Shrila Prabhupada: Außer, wenn wir ihre Lehren detailliert studieren würden, wäre es schwierig, sich eine Meinung darüber zu bilden. Es gibt ja soviele Scharlatane.
Student: In den Unabhängigkeitserklärungen wird gesagt, daß Gott den Menschen gewisse angestammte Rechte zubillige, die man ihnen nicht verweigern dürfe, wie z.B. das Recht auf Leben, auf Freiheit ...
Shrila Prabhupada: Aber die Tiere haben auch ein Recht auf Leben. Warum sollten diese Arten kein Recht haben? Warum bevollmächtigt denn die Regierung die Jäger, sie zu erschießen?
Student: Weil nur von Menschen gesprochen wird.
Shrila Prabhupada: Dann haben sie keine wahrhaftige Philosophie. Die engherzige Idee, meine Familie, oder mein Bruder seien gut, und ich dürfte die übrigen töten, wäre verbrecherisch. Nehmen Sie einmal den Fall an, ich ermordete aus Rücksicht auf meine Familie Ihren Vater. Wäre das eine Philosophie? Die wahrhaftige Philosophie ist die Freundschaft für alle Lebewesen. Gewiß wird das auf alle Menschen angewandt, aber, wenn Sie unnötiger Weise ein Tier töten würden, da hätten Sie gleich mit meinem Widerspruch zu rechnen: “Was haben Sie da für eine Dummheit begangen?”.
Student: Was meinen Sie zu anderen philosophischen Studien?
Shrila Prabhupada: In Wirklichkeit müssen wir für ein philosophisches Studium verstehen, daß alles zu Gott gehört. Das ist die ursprüngliche Philosophie. In Ihren westlichen Ländern schreiben plumpe (flegelhafte) Leute gerade über die Philosophie des Geschlechtslebens. Dieselbe ist auch bei den Hunden bekannt. Diese Art Philosophie mag von den Halunken hoch geschätzt sein, von uns hingegen nicht. Wer die Absolute Wahrheit sucht, ist ein Philosoph, nicht der plumpe Freud, der daran gearbeitet hat, wie man Sex betreiben könne. Im Westen sind die Leute mit Freud, ihrem Philophen auf einem niedrigen Niveau angelangt. “Im Jungel ist der Schakal König.”
Kapitel 13
Das spirituelle Leben in der Praxis
Reporter: Die in Ihren Tempeln befindlichen Gottheiten sind aus Materialien gefertigt, sodaß Sie allesamt materielle Körper verehren.
Shrila Prabhupada: Die Gottheit ist kein materieller Körper. Sie sehen sie materiell, weil Sie materielle Augen haben, darum können Sie keine spirituelle Bildgestalt sehen. Daher erscheint die Gottheit gütiger Weise in einem materiellen Körper, damit Sie sie sehen können. Jedoch bedeutet es nicht, daß Er einen materiellen Körper habe, nur weil Gott über SICH SELBST verfügt hat, damit Sie Ihn in Augenschein nähmen. Stellen Sie sich vor, so der Präsident zu Ihrem Hause käme, würde es nicht bedeuten, daß Ihre Position und die seinige dieselbe wären. Es wäre seiner Güte zuzuschreiben. Er wäre aus Liebe zu Ihrem Haus gekommen, was nicht dem entspräche, was er an Niveau vorzuweisen hätte.
Reporter: Wenn Sie also wissen, wie es vonstatten geht, wird dann etwa aus der Gottheit Krishna?
Shrila Prabhupada: Sie wird es nicht. Sie ist Krishna.
Reporter: Aber ist denn die Gottheit nur Krishna, wenn Sie wissen, wie es vonstatten geht?
Shrila Prabhupada: Ja, so, wie dieses Elektrokabel Elektrizität darstellt. Wer über den Ablauf Bescheid weiß, kann daraus Elektrizität entnehmen.
Reporter: Andernfalls wär's ja nur ein Kabel.
Shrila Prabhupada: Nur ein Kabel.
Reporter: Wenn ich eine Statue von Krishna anfertigte, wäre es nicht Krishna sondern...
Shrila Prabhupada: Es ist Krishna. Sie müßten aber den Vorgang wissen, wie man verstehen könne, daß es Krishna ist.
Reporter: Nein, es ist doch nur Erde und Lehm.
Shrila Prabhupada: Ja. Da Sie nicht dazu ausgebildet worden sind, um Krishna zu sehen, erscheint Er in dieser Zeit auf gütige Weise vor Ihnen, damit Sie Ihm Ihre Wertschätzung zeigen können. Mag sein, daß Sie Erde und Lehm in Augenschein nehmen, aber Sie können ja nicht das sehen, was spirituell ist. Stellen Sie sich einmal vor, Ihr Vater wäre in einem Krankenhaus und läge im Sterben. Neben seinem Bett kämen Ihnen die Tränen: “Jetzt ist mein Vater weggegangen.” Warum aber sagten Sie, er sei weggegangen? Was soll denn da weggegangen sein?
Reporter: Nun, sein Geist.
Shrila Prabhupada: Und haben Sie seinen Geist denn gesehen?
Reporter: Nein.
Shrila Prabhupada: Das heißt, Sie können den Geist nicht sehen, und Gott ist der übergeordnetste Geist. In Wirklichkeit ist Er alles, Materie und Geist, aber Sie können Ihn in SEINER spirituellen Identität nicht sehen. Infolge dessen, um ihm SEINE Güte zu zeigen, erscheint Gott durch SEINE grenzenlose Barmherzigkeit, in Form der Gottheit, aus Erde und Lehm, damit Sie Ihn in Augenschein nehmen können.
Reporter: Was würde zum Beispiel passieren, wenn einer ein junger Werktätiger oder Sohn eines Gutsbesitzers wäre? Müßte er seiner ganzen Lebensweise entsagen und sich der Gemeinschaft in einem der Zentren anschließen? Wie würde er seinen täglichen Lebensunterhalt materiell bestreiten?
Shrila Prabhupada: Wie ich Ihnen sagte, ist diese Fortbildung dazu bestimmt, überall Brahmanen hervorzubringen, da es an Brahmanen mangelt. Wer ernsthaft zu uns kommt, kann ein Brahmane werden. Dann sollte er die Beschäftigung als Brahmane annehmen und die Beschäftigung als Kämpfer, oder als Werktätiger Kshatria oder Shudra aufgeben. Aber, wenn jemand seine Berufstätigkeit aufrechterhalten möchte, und gleichzeitig für unsere Bewegung Verständnis aufbringen möchte, ist das zulässig. Wir haben viele Lehrer, die unserer Bewegung folgen, zum Beispiel, Howard Wheeler, Dozent an der Staatlichen Universität zu Ohio. Er ist ein Schüler von mir und übt weiter seinen Beruf aus, aber das meiste von seinen finanziellen Einkünften gibt er für das Krishna-Bewußtsein aus. Von den verheirateten Gottgeweihten, die ihre Wohnstätten außerhalb des Tempels haben, erhoffen wir uns, daß sie fünfzig Prozent ihrer Einkünfte (50%) für unsere Gesellschaft ausgeben, fünfundzwanzig Prozent für die Familie, und fünfundzwanzig Prozent als Reserve für persönliche dringliche Fälle.
Aber der HERR Caitanya Mahaprabhu lehrt, daß die Bedingungen als außenstehender Gottgeweihter, oder als Verheirateter im oder außerhalb des Tempels lebender, als Brahmane oder Shudra, oder in der Ordnung der Zurückgezogenheit, keine besondere Bedeutung hat. Der HERR Caitanya sagt: “Jeder Beliebige, der für die Wissenschaft von Krishna Verständnis aufbringt, wird MEIN spiritueller Meister.”
Reporter: Wenn aber jemand Universitäts-Student wäre, könnte er dann in Ihrer Gemeinschaft eingeweiht und angenommen werden?
Shrila Prabhupada:
Wenn Sie in unserer Gemeinschaft zu leben und dann eingeweiht zu werden wünschten,
wären Sie willkommen. Wenn nicht, kommen Sie, versuchen Sie, unsere Philosophie
zu verstehen, lesen Sie unsere Bücher, es gibt so viele Bücher, Zeitschriften,
Fragen und Antworten. Versuchen Sie, die Philosophie zu verstehen. Es ist
nun nicht so, daß ein Student käme und augenblicklich unser Schüler würde.
Zuerst kommt er, gesellt sich uns bei und versucht zu verstehen. Wir rekrutieren
niemand, er bringt freiwillig seinen Wunsch zum Ausdruck, Schüler zu werden.
Abhängigkeit von Krishna
Reporter: Ist es obligatorisch, finanzielle Hilfe zu leisten?
Shrila Prabhupada: Nein. Das ist auf freiwilliger Basis. Wenn Sie spenden, ist das sehr gut. Und wenn Sie nicht spenden, kümmert es uns nicht. Wir sind von niemandes finanzieller Spende abhängig. Wir sind von Krishna abhängig.
Reporter: Bedeutet Hingabe etwa, daß man seine Familie verlassen muß?
Shrila Prabhupada: Nein.
Reporter: Stellen Sie sich vor, ich würde eingeweiht werden. Müßte ich kommen, um im Tempel zu wohnen?
Shrila Prabhupada: Nicht notwendiger Weise.
Reporter: Kann ich meinen Haushalt weiter behalten?
Shrila Prabhupada: Von da an, ja.
Reporter: Was würde bezüglich meiner Arbeit passieren? Müßte ich sie unterlassen?
Shrila Prabhupada: Nein. Sie müßten nur Ihre unguten Gewohnheiten aufgeben und der Mantra: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare; das ist soweit alles. Und man hat die Vaishnava-Prinzipien durchzuführen.
Reporter: In gewisser Weise ist Ihre Bewegung kritisiert worden.
Shrila Prabhupada: Wie kritisiert man sie denn?
Reporter: Die Leute haben gesagt, sie arbeite gegen die Familie und die westliche Gesellschaft.
Shrila Prabhupada: (Weist mit Gesten auf mehrere Schüler.) Sehen Sie, Herr, eine Familie. Wie kann unsere Bewegung gegen die Familie sein? Es gibt soviele Familien und Kinder. Haben Sie am Morgen den Unterricht gesehen? Es wohnen dem soviele Familienmitglieder bei, der Ehemann, die Ehefrau, die Kinder. Sie alle sind hier anwesend. Wie können Sie da sagen, wir widersetzten uns der Familie? Das ist so nicht richtig. Sie sollten dem Rechnung tragen, daß diese Art Kritik besonders durch Neid bestimmt wird. Sie ist fehl am Platze. Wir laden alle Familien ein, zu kommen und das Krishna-Bewußtsein wahrzunehmen.
Wir haben nichts gegen die westliche Gesellschaft, blicken Sie auf dieses so schmuck aussehende Auto. Wenn ich sagen würde: “Es ist ungereimtes Zeug.”, wäre das intelligent? Nein. “Der Zweck, für welchen es geschaffen wurde, ist ungereimt.”
Weiterhin wollen wir einfach, daß das Bewußtsein der Leute verändert wird. Wir verurteilen die von ihnen produzierten Dinge auch nicht. Zum Beispiel können Sie mit einem Messer Gemüse und Früchte zerschneiden und sie Gott opfern, aber wenn Sie es dazu benutzen würden, Ihre Gurgel durchzuschneiden, wäre das ja schlecht. In diesem (übertragenen) Sinne benutzen die Leute zur Zeit das 'Messer der Technologie', um sich selber die Gurgel durchzuschneiden, bedingt dadurch, daß sie sich nicht auf die (spirituelle) Selbstverwirklichung besinnen können, bzw. auf das Krishna-Bewußtsein. Das ist nicht gut.
Reporter: Mir kommt auch die Frage nach den so schönen Dingen in den Sinn, die Ihnen durch die Gottgeweihten gebracht werden. Zum Beispiel kamen Sie, in einem schönen Luxuswagen sitzend, aus dem Flughafengelände heraus.
Shrila Prabhupada: Das lehrt die Schüler, welche Rücksichten auf den spirituellen Meister zu nehmen seien, nämlich so gut wie auf Gott. Wenn Sie den Repräsentanten der Regierung so wie die Regierung selbst respektieren würden, dann müßten Sie ihn mit dem entsprechend hohen Niveau behandeln. Wenn Sie den spirituellen Meister so wie Gott respektieren wollten, dann müßten Sie ihm dieselben Annehmlichkeiten bieten, die Sie auch Gott zumuten würden. Er reist in einem goldenen Auto. Wenn die Schüler ihrem spirituellen Meister ein gemeinübliches Auto bieten würden, wäre es nicht ausreichend, weil der spirituelle Meister wie Gott behandelt werden muß. Wenn Gott zu Ihnen nach Hause käme, würden Sie Ihm dann einen ordinären Wagen bringen, oder würden Sie Ihm einen goldenen Wagen zur Verfügung stellen?
Reporter: Kann man denn ein spirituelles Leben außerhalb des Tempels führen?
Shrila Prabhupada: Ja. Die Methode ist einfach; singen (chanten) Sie Hare Krishna, überall können Sie es tun, sogar wenn Sie sich auf der Straße entlang bewegen. Sie brauchen dafür keine Steuer zu zahlen, haben keinen Verlust, und können Ihr spirituelles Leben entwickeln. Ist das schwierig? Sie haben eine Zunge, können singen. Tun Sie es, und sehen Sie das praktische Resultat. Der Tempel ist der Ort, wohin Sie ein Mal täglich kommen und beschwingt werden können. Wenn Sie aber nicht über die Zeit verfügen, können Sie das Maha mantra chanten (Hare Krishna ...), wo immer Sie sich auch befinden mögen, und stufenweise werden Sie Fortschritte machen. Wenn Sie über mehr Zeit verfügen, können Sie unsere Bücher lesen.
Kapitel 14
Jesus Christus und Krishna
Priester, Pater Emmanuel - Benediktinermönch aus Deutschland.
Shrila Prabhupada: Was ist die Bedeutung des Wortes Christus?
Priester: 'Christus' stammt aus dem Griechischen “Cristos”, was bedeutet: “der Gesalbte”.
Shrila Prabhupada: 'Cristos' ist die griechische Version des Wortes “Krishna”.
Priester: Das ist sehr interessant.
Shrila Prabhupada: Wenn eine hinduistische Person Krishna anruft, pflegt sie zu sagen: “Krischta”; was ein Sanskrit-wort ist und “Anziehung” bedeutet. Weiterhin, wenn wir uns an Gott als “Christus”, “Krishna” wenden, weisen wir auf dieselbe Oberste Persönlichkeit Gottes, die auf alles anziehend wirkende.
Als Jesus sagte: “Unser Vater, der DU bist in den Himmeln, geheiligt werde DEIN Name.”, war dieser Name “Krischta” oder “Krishna”. Stimmen Sie dem zu?
Priester: Ich meine, daß Jesus, als Sohn Gottes, uns den wahrhaftigen Namen Gottes offenbarte: “Christus”. Wir dürfen Gott “Vater” nennen, aber wenn wir uns an Ihn mit Seinem wahrhaftigen Namen wenden möchten, müssen wir “Christus” sagen.
Shrila Prabhupada: Ja, “Christus” ist eine andere Weise, “Krischta” zu sagen, und diese ist wiederum eine andere Weise, “Krishna” auszusprechen, den Namen Gottes. Jesus sagte, daß man den Namen Gottes verherrlichen sollte, aber gestern hörte ich zu, wie ein Theologe sagte, Gott habe keinen Namen, daß wir Ihn einzig und allein “Vater” nennen dürften. Ein Sohn darf seinen Vater “Vater” nennen, aber er hat auch einen speziellen Namen. Analog dazu ist 'Gott' der allgemeine Name der Obersten Persönlichkeit Gottes, dessen spezieller Name “Krishna” ist. Nennen Sie Gott daher: “Christus”, “Krischta” oder “Krishna”, wobei Sie sich derselben Obersten Persönlichkeit Gottes zuwenden.
Ist es denn möglich, Fleisch zu essen?
Priester: Darf Krishna denn keine Erlaubnis zum Fleischessen erteilen?
Shrila Prabhupada: Ja, im Tierreich. Aber der zivilisierte, religiöse Mensch ist nicht dafür vorgesehen, Tiere zu töten und zu essen. Wenn die Christen den Wunsch haben, Gott zu lieben, müssen sie aufhören, Tiere zu schlachten.
Priester: Es ist aber nicht der wichtigste Punkt. ...
Shrila Prabhupada: Wenn Sie in einem Punkt etwas falsch machen, gibt es in Ihrer Berechnung einen Fehler. Ohne zu erwägen, was Sie addieren oder hinterher subtrahieren müßten, wäre der Fehler schon in der Rechnung, und alles folgende würde unvollkommen sein. Wir dürfen nicht nur den Teil der Schrift akzeptieren, der uns gefiele, und den abweisen, der uns kein Vergnügen bereitete, und sogar das Ergebnis fordern. Zum Beispiel legt eine Henne mit ihrem Hintern Eier und ißt mit ihrem Schnabel. Ein Landwirt könnte in Erwägung ziehen: “Das Vorderteil ist sehr teuer, weil ich es ernähren muß, besser ich schneid's ab.” Wenn aber der Kopf fehlen würde, gäbe es keine Eier mehr, weil der Körper tot wäre. Dem entsprechend, würde uns solch eine Interpretation nicht helfen, wenn wir die schwierigen Teile der Schriften abwiesen und die Teile befolgten, die uns gefielen. Wir müssen alle Instruktionen der Schrift, wie sie gegeben sind, akzeptieren, nicht wie sie uns gefällig erscheinen mögen. Wenn Sie nicht die erstrangige Anweisung befolgen würden, “Du wirst nicht töten.”, wo wäre dann die Liebe zu Gott?
Priester: Das Wichtige ist, Gott zu lieben. Die praktischen Anweisungen können von einer Religion zur anderen variieren.
Shrila Prabhupada: Analog dazu ist in der Bibel das praktische Gebot Gottes, “Du wirst nicht töten.” deshalb ist für Sie das Abschlachten von Kühen eine Sünde.
Priester: Gott sagt den Hindus, daß Töten nicht gut ist, und sagt den Juden ...
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Jesus Christus lehrte: “Du wirst nicht töten.”, warum interpretieren Sie dies so, wie es Ihnen in den eigenen Kram paßt?
Priester: Aber Jesus gestattete doch die Opferung des Osterlammes.
Shrila Prabhupada: Aber Er hielt SICH nie einen Schlächter.
Priester: (lächelt) Nein, aber Er aß Fleisch.
Shrila Prabhupada: Wenn es nichts weiter zu essen gäbe, könnte jemand Fleisch essen, um nicht Hungers zu sterben. Das ist eine andere Sache, aber das sündhafteste ist, Schlächter zu unterhalten, nur um ihre (Geschmacksknospen an den) Zungen zufrieden zu stellen.
Na gut, Jesus kann von allem essen, denn Er ist mächtig. Aber Er wies an: “Du wirst nicht töten.” Sie müssen mit dem Schlachten aufhören. Er ist mächtig und kann die ganze Welt verzehren. Aber Sie alle dürfen sich Jesus Christus gegenüber nicht als ebenbürtig dünken. Sie können Jesus Christus nicht nachahmen, müssen Seine Anweisungen befolgen. Dann erst werden Sie durch Ihn geleitet; das wäre wahrhaftiger Gehorsam. Das ist im Bhagavata erklärt: Wem Macht verliehen ist (Ishvara), kann alles tun ( verliehen durch Gott ), wir aber können Ihn nicht nachahmen, wir haben Seine Anweisungen zu befolgen. Das, was Er mir sagt, ist das, was ich tun werde, Sie können Ihn nicht imitieren. Man sagt, Jesus habe Fleisch gegessen. Dies annehmend, ignorieren sie, unter welchen Bedingungen Er aß. Er ist der Selbe, der zwar Fleisch aß, jedoch riet Er den übrigen, nicht zu töten. Ja dünkt Ihnen denn, Jesus Christus hätte Sich Selber widersprochen?
Die Bibel besagt: “Du wirst nicht töten.”, ohne Rangunterschiede. Weiterhin gibt unsere vedische Philosophie zu, daß ein Lebewesen dem anderen Lebewesen als Nahrungsmittel dient. Das ist ein Naturgesetz, wie im Shrimad Bhagavatam festgelegt ist: “Jene Tiere, die Hände haben, ernähren sich von händelosen Tieren. Und die vierfüßigen Tiere ernähren sich von Tieren, die sich nicht fortbewegen können, wie auch von pflanzlicher Kost.
Das heißt, die Schwachen sind Nahrungsmittel für die Starken. Man muß entweder von Tieren, oder von Pflanzen essen. Wie der Fall auch sei, muß man sich unvermeidlicher Weise von Lebewesen ernähren. So geht eine Auswahl vonstatten. Jedoch lehrt uns unsere Philosophie vom Krishna-Bewußtsein nicht die Auswahl unserer Speise auf der Grundlage, daß das Leben der Pflanze weniger empfindsam sei als das des Tieres, oder daß das Leben des Tieres weniger empfindsam wäre, als das menschliche. Wir ziehen in Betracht, daß alle Menschen, Tiere und Pflanzen Lebewesen sind, spirituelle Seelen.
Demzufolge ernähren wir uns, abseits von vegetarischen oder nichtvegetarischen Diäten, grundsätzlich mit Prasada von Krishna (Die Barmherzigkeit von Gott-Krishna, mit Liebe und Hingabe für Krishna geopferte Speise). Wir nehmen einfach die Überreste von allem, was Krishna von uns an Speisen geopfert bekommt. In der Bhagavad-gita (9.26) sagt der HERR, Krishna: “Wenn man Mir mit Liebe und Hingabe ein Blatt, eine Blume, eine Frucht oder Wasser anbietet, dann nehme Ich es an.” Dies ist unsere Philosophie. Wir sind allein bereit, die Überreste von Krishna's Speisen zu uns zu nehmen, die wir Prasada, Barmherzigkeit nennen.
Dem Rechnung tragend, daß wir in der Ebene der liebevollen Hingabe vor Krishna in Erscheinung treten möchten, müssen wir herausfinden, was Er gerne hätte und Ihm nur das anbieten. Wir dürfen Ihm nicht etwas Unerwünschtes darbieten, oder worum Er nicht gebeten hätte. Daher dürfen wir Krishna weder Fleisch, noch Fisch, noch Eier darbieten. Wenn Er besagte Dinge gewünscht hätte, würde Er es uns gesagt haben. Im Gegenteil, Er bat klar um ein Blatt, um eine Blume, eine Frucht und um Wasser. So daß wir verstehen sollten, daß Er weder Fleisch, noch Fisch, noch Eier akzeptieren wird. Denn Pflanzen, Körner, Früchte, Milch und Wasser sind für Menschen die geeigneten Speisen und sind hier durch den HERRn, Krishna Selbst vorgeschrieben. Was wir ansonsten zu speisen wünschen könnten, darf Ihm nicht dargeboten werden, da Er es nicht akzeptieren würde, und auf diese Weise, wenn wir also solche Speisen zu uns nähmen, könnten wir nicht auf die Ebene der liebevollen Hingabe zu Krishna gelangen.
Kommentar:
Der Pater Emmanuel wurde nach diesem Gespräch mit Shrila Prabhupada Vegetarier.
Die Verleger.
Kapitel 15
Die Religion
Reporter: Sie haben das Gefühl, daß die Kirche westlicher Orientierung, sei sie eine Synagoge, Kirche, oder anderer Art, es nicht geschafft hat, das spirituelle Leben zu vergegenwärtigen. Würden Sie sagen, daß deren Botschaft ungeeignet sei? Oder, daß sie sie nicht in der angemessenen Weise präsentiert hätten?
Shrila Prabhupada: Nehmen wir zum Beispiel die Bibel, vor langer Zeit wurde über sie zu primitiven Leuten in der Wüste gesprochen, die nicht sehr fortgeschritten waren. Denn zu jener Zeit , die das Alte Testament beschreibt, war es ausreichend, zu sagen: “Es gibt einen Gott , und Er erschuf die Welt.” Das ist ein Fakt, aber jetzt sind die Leute wissenschaftlich fortgeschrittener und möchten detailliert wissen, wie die Schöpfung geschehen sei. Verstehen Sie? Und diese detaillierte wissenschaftliche Erklärung steht eben nicht in der Bibel. Die Kirche kann auch nicht mehr dazugeben. Aus diesem Grund sind die Leute unzufrieden. Nur so offiziell zum Bethaus zu gehen, um der Kirchenversammlung beizuwohnen und Gebete darzubringen, finden sie nicht attraktiv.
Andererseits befolgen die sogenannten religiösen Führer nicht einmal die grundlegendsten Prinzipien der Religion. Zum Beispiel gibt es im Alten Testament 10 Gebote, wovon eines lautet: “Du wirst nicht töten.” Jedoch wird das Töten in der christlichen Welt als achtbar angesehen. Die religiösen Führer billigen die Schlachthöfe, und fabrizierten eine Theorie, daß die Tiere keine Seele hätten. “Beschimpft den Hund und hängt ihn auf.”
So daß die Priester, wenn wir sie befragen: “Warum begeht Ihr diesen sündhaften Akt des Tötens?” sträuben sich die Priester dagegen, das Thema zu behandeln. Alle schweigen, was bedeutet, daß sie die 10 Gebote beschlossener Maßen nicht befolgen. Wo sind dann die religiösen Prinzipien? Es ist vollkommen deklariert: “Du wirst nicht töten.” Warum töten sie? Wie können sie das verantworten? In diesen Zeiten kennt niemand wirklich die Bedeutung der Religion. Diese bedeutet, im Rahmen der Gesetze Gottes zu verweilen, so wie die Staatsbürgerschaft bedeutet, im Rahmen der Gesetze der Regierung zu verweilen. Da niemand Verständnis für Gott hat, kennt niemand SEINE Gesetze, und auch nicht die Bedeutung der Religion. Dies ist der aktuelle Status der Leute in der Gesellschaft. Die Religion gerät bei ihnen in Vergessenheit, die sie für eine Art Glaube halten, der blind werden kann, und der nicht der wirklichen Bedeutung von Religion entspricht. Sie entspricht nämlich den von Gott gegebenen Gesetzen, und wer diese Gesetze befolgt, wird religiös, obschon er Christ, Hindu oder Muselmane sei.
Reporter: Können Sie mir erklären, welcher Vorteil sich daraus ergibt, wenn man Mitglied der Hare-Krishna-Bewegung wird?
Shrila Prabhupada:
Die Hare-Krishna-Bewegung ist für die Menschen, welche ernsthaft Verständnis
für diese Wissenschaft aufbringen. Wir dürfen aus keinerlei Motiv heraus
eine sektiererische Gruppierung werden. Jeder Beliebige darf sich ihr anschließen.
Wir akzeptieren Universitätsstudenten, Arbeiter, Hausfrauen, egal ob sie
Christen, Hindus oder Muselmanen seien. Die Bewegung des Krishna-Bewußtseins
akzeptiert jede Personn, die den Wunsch hat, die Wissenschaft von Gott zu
verstehen.
Was ist Religion?
Reporter: Und was für ein Vorteil ergibt sich für den, welcher sich als ein Hare-Krishna bildet?
Shrila Prabhupada: Ihre wahrhaftige Erziehung würde beginnen. Das erste ist, zu verstehen, daß man eine spirituelle Seele ist, und daß wir demzufolge von einem Körper zum anderen überwechseln. Das ist das ABC des spirituellen Verständnisses. Das heißt, daß Sie nicht verenden, wenn Ihr Körper zu funktionieren aufhört, oder vernichtet wird, als wenn man eine Jacke und ein Hemd wechselte. Wenn Sie mich morgen mit einem anderen Hemd und anderer Jacke besuchen kämen, wollten Sie mir dann vielleicht sagen, Sie seien ein anderer Mensch? Nein. In diesem Sinne tauscht man jedes Mal, wenn man stürbe, den Körper aus, aber Sie, die dem Körper innewohnende spirituelle Seele, bleibt mit sich identisch. Dieser Punkt muß verstanden werden; dann erst kann man in der Wissenschaft vom Krishna-Bewußtsein weitere Fortschritte machen.
Reporter: Es leuchtet mir ein, daß die Veden seit der Schöpfung existieren. Kommen wir nun zu etwas, worüber Sie gut unterrichtet sind. Worin unterscheidet sich das Krishna-Bewußtsein hauptsächlich von den orientalischen Lehren, die im Westen gelehrt werden?
Shrila Prabhupada: Der Unterschied besteht darin, daß wir das ursprüngliche Schriftgut befolgen, und jene fabrizieren ihre eigene Literatur. Wenn es zu spirituellen Themen irgend eine Frage gibt, muß man die ursprüngliche Literatur konsultieren, nicht irgendso eine von einem Heuchler hergestellte.
Reporter: Ich verstehe. Sie haben ja Ihre Schriften mehrmals erwähnt. Woher kommen sie? Können Sie es mir kurz erklären?
Shrila Prabhupada: Unsere Schriften entstammen der vedischen Literatur, die seit Anfang der Schöpfung existieren. Seitdem es eine neuere materielle Schöpfung gibt -wie dieses Mikrophon, zum Beispiel- gibt es eine Literatur, welche erklärt, wie man es zu betreiben habe.
Nicht wahr?
Reporter: Ja, das stimmt.
Shrila Prabhupada: Und diese Literatur kommt zusammen mit der Erschaffung des Mikrophons auf.
Reporter: Dem entsprechend, ist die vedische Literatur zusammen mit der Erschaffung des Universums aufgekommen, um zu erklären, wie man damit umzugehen habe.
Reporter: Was ist nun beim Krishna-Bewußtsein, gemessen an allen anderen Religionen, die ausschließliche Besonderheit?
Shrila Prabhupada:
Vor allem bedeutet Religion, von Gott zu wissen und Ihn zu lieben. Das ist
Religion. Heutzutage, bedingt durch ein Bildungsdefizit, hat niemand das
nötige Wissen über Gott, geschweige denn Liebe zu Gott.
Gott ist für alle da
Die Leute begnügen sich allein damit, zum Bethaus der Kirche zu gehen und WORTE des Gebets zu hören und zu sprechen (bzw. zu singen): “O Gott, gib uns unser täglich Brot.” Im Shrimad Bhagavatam wird das 'trügerische Religion' genannt, weil dabei weder der Zweck beabsichtigt wird, Wissen über Gott zu erlangen, noch Ihn zu lieben, sondern daraus einen persönlichen Nutzen zu gewinnen. Mit anderen Worten gesagt, wenn ich mich dazu bekennen würde, eine Religion zu befolgen, aber weder wüßte, wer denn Gott sei, noch wie man Ihn lieben könne, hätte ich ja eine (be)trügerische Religionspraxis. Was das Christentum angeht, bietet dieses eine weitgespannte günstige Gelegenheit, Gott zu erkennen, aber niemand nutzt sie. Zum Beispiel beinhaltet die Bibel das Gebot: “Du wirst nicht töten.” Aber 'Christen' haben die berüchtigsten Schlachthäuser der Welt gebaut. Wie können sie sich Gottes bewußt werden, wenn sie die Gebote des HERRn Jesu Christi nicht befolgen? Und dies passiert in jeder Religion, nicht nur in der christlichen. Der Titel 'Hindu', 'Muselmane' oder 'Christ' ist einfach nur ein Aushängeschild oder ein Stempelaufdruck. Weder weiß jemand unter ihnen von Gott, noch wie Er zu lieben sei.
Reporter: Gut, ich bin damit einverstanden, mein eigentlicher Konflikt ist, daß das Krishna-Bewußtsein das einzige Bewußtsein für alle Wesen sei.
Shrila Prabhupada: Ein anderes Bewußtsein ist partiell, das Krishna-Bewußtsein hingegen ist vollkommen. Zum Beispiel ist das national-amerikanische Bewußtsein partiell, aber wenn wir vom Krishna-Bewußtsein sprechen, ist dieses vollkommen.
Reporter: Wie, ist es denn vollkommender als der Hinduismus?
Shrila Prabhupada: Wir sprechen von Gott, nicht von Hinduismus oder Christentum. Gott ist für alle Wesen. Gott ist weder hinduistisch, noch christlich; Er ist für alle da. Liebe du Gott allein, egal, ob du Hindu, Muselmane, Christ, oder sonst wer seist.
Reporter: In Moskau sind viele Leute der Religion gegenüber feindselig eingestellt, völlig dagegen.
Shrila Prabhupada: Warum sagen Sie in Moskau? Überall. Wenigstens in Moskau ist man ehrlich. Sie sagen: “Wir glauben nicht an Gott.”
Reporter: Gewiß. Das ist gewiß.
Shrila Prabhupada: Woanders sagt man: “Ich bin Hindu.”, “Ich bin Muselmane.”, “Ich bin Christ.”, “Ich glaube an Gott.”, und wissen noch nichts von Religion. Sie befolgen Gottes Gesetze nicht.
Reporter: Meine Befürchtung ist dahingehend, daß wir in der Mehrheit so sind. Das ist gewiß.
Wir müssen anständig werden
Shrila Prabhupada: (lächelt) Ich muß sagen, daß sie wenigstens in Moskau anständig sind. Sie können die Religion nicht verstehen, so sagen sie: “Wir glauben nicht!” Aber diese Halunken sagen: “Ja, wir sind doch religiös. Wir vertrauen auf Gott.” Und schon sind sie dabei, die unreligiösesten Akte zu begehen. Oft habe ich Christen gefragt: “Ihre Bibel besagt >Du wirst nicht töten.< Warum sind Sie also damit beschäftigt, zu töten?” Sie wissen keine zufriedenstellende Antwort darauf. Es wird klar gesagt: “Du wirst nicht töten.” und sie unterhalten Schlachthäuser. Was hat dies nun zu bedeuten? Mm?
Der HERR, Caitanya und SEINE Mission
Reporter: Mich bewegt die Frage, was Sie dazu meinen. Was glaubten Sie, würden Sie in diesem Lande bei der Ankunft den bestehenden religiösen Ausdrücken hinzufügen können und so dieselben mit Ihrer Philosophie bereichern?
Shrila Prabhupada: Als ich zum ersten Mal in Ihr Land kam, wurde ich Gast eines hinduistischen Freundes in Butler, Pennsylvania, obwohl es eine kleine Grafschaft war, war ich sehr zufrieden, weil es viele kirchliche Bethäuser gab und ich in vielen von ihnen Gelegenheit hatte, zu sprechen. Mein Gastgeber hatte das arrangiert. Aber nicht, um irgendeinen anderen religiösen Vorgang zunichte zu machen, war ich dahingekommen. Unsere Mission, die Mission des HERRn Caitanya, ist es, jedes Wesen zu belehren, wie Gott zu lieben sei. Das ist alles.
Reporter: Aber, darf ich Sie fragen, auf welche Weise dies zugehen sollte, und ob Sie jetzt denken, daß die von Ihnen gepredigte Lehre von der Liebe zu Gott anders sei und vielleicht sogar besser als die Lehren der Liebe zu Gott, auf welche man in diesem Land orientiert und die es seit Jahrhunderten in dem Rest der Welt gegeben hat?
Shrila Prabhupada: Diese Lehre ist die autorisierteste. Das ist Fakt. Wir folgen den Schritten des HERRn Caitanya nach. Er wird von uns gemäß der Autorität der vedischen Religion akzeptiert, wie Krishna persönlich.
Reporter: Was für ein HERR ist das?
Shrila Prabhupada: Der HERR Caitanya.
Reporter: Ist Er der, welcher vor ca. fünfhundert Jahren kam?
Shrila Prabhupada: Ja.
Reporter: Nach Indien also?
Shrila Prabhupada: Ja. Er ist Krishna in Person und lehrt, wie man Krishna zu lieben hat. Daher ist Sein Vorgang der autorisierteste. Zum Beispiel sind Sie der Fachmann in diesem Bereich; wenn jemand etwas unter Ihrer Leitung täte, und Sie persönlich anweisen würden: “Machen Sie es so!”, dann wäre das sehr autoritär. Wenn dann der HERR Caitanya das Gottes-Bewußtsein lehrte, war Er Derselbe Gott mit der Lehrtätigkeit beschäftigt. In ähnlicher Form wird Krishna in der Bhagavad-gita als Gott akzeptiert und spricht von Sich Selbst.
Reporter: Aber worin besteht der Unterschied zwischen dem Krishna-Bewußtsein und dem Bewußtsein Christi?
Shrila Prabhupada: Bewußtsein Christi ist auch Krishna-Bewußtsein, aber bedingt dadurch, daß sie derzeitig keine Regeln befolgen und keine Regulierungen der Christenheit, nämlich die Gebote Jesu Christi, erreichen sie eben nicht das Niveau des Gottes (Krishna)-Bewußtseins.
Reporter: Ich verstehe das so, daß Ihre Bewegung eine Erweiterung der hinduistischen Religion ist.
Shrila Prabhupada: Nein. Das ist so nicht richtig. Nicht einmal das Wort 'Hindu' befindet sich in den vedischen Schriften. Wirkliche Religion oder Dharma sind keine Art Glaube. Es ist das ewige Merkmal aller Lebewesen. Man vergleicht mit einer chemischen Verbindung. Zum Beispiel, die chemische Verbindung Zucker hat Süßkraft. Wenn etwas scharf schmeckt, wissen Sie, daß es sich sicherlich nicht um Zucker handelt. Dem entsprechend ist das ewige Merkmal aller Lebewesen dasselbe -der Obersten Persönlichkeit Gottes zu dienen- , und das vedische System ist dazu da, die Menschen auszubilden, daß sie dieses wesentliche Lebensziel erreichen. Dieses System lehrt uns schrittweise, wie man ein vollkommener Mensch werden und das Lebensziel verstehen könne. Es ist nichts für eine einzelne Sekte oder Nation, sondern für die gesamte menschliche Gesellschaft.
Reporter: Wie lehren Sie die Leute, vollkommen zu werden?
Shrila Prabhupada: Vor allem müssen Sie unser spirituelles Selbstverständnis verstehen, -wir sind nicht dieser Körper- , aber in diesen Zeiten sind in der Welt alle von der körperlichen Auffassung des Lebens befangen. Dieser Irrtum ist der Mangel der modernen Bürgerschaft.
Sie sind damit beschäftigt, den Leib zu versorgen, haben aber keine Information über die Seele, über die Lebenskraft im Körper. Die gesamte menschliche Gesellschaft beharrt weiter auf der Ignoranz, sodaß wir bestrebt sind, Wissen zu vermitteln. Unsere Bücher werden zunehmend gut aufgenommen; in Millionenauflagen gedruckt und vertrieben. Das ist unser Dienst, und er ist für alle Menschen verfügbar, nicht nur für Hindus, Christen oder Muselmane. Krishna-Bewußtsein ist eine Wissenschaft für alle Wesen. Nicht, um Hinduismus zu predigen, bin ich gekommen.
Was würde es nützen, Christen zum Hinduismus zu bekehren? Was wir möchten, ist, das Wissen aller Menschen zu vervollkommnen.
Reporter: Das erinnert mich daran, daß die Geschichte zeigt, wie viele Leute die Religion schlecht genutzt haben. Nicht wahr?
Shrila Prabhupada: Diese Leute haben kein Wissen von Gott, und sind damit beschäftigt, Religion zu predigen. Was ist Religion? Religion bedeutet, daß: “Der Pfad der Religion wird direkt durch den Obersten HERRn geäußert.” Das heißt, wahrhaftige Religion ist die Erkenntnis der Ordnung Gottes. Da sie kein Wissen von Gott haben, haben sie keine Kenntnis davon, was Gott ist und sind damit beschäftigt, eine Religion zu bekennen. Für wie lange können sie es künstlich hinausführen? Das wird der Verderbnis anheimfallen.
Dies ist der gegenwärtige Zustand. Sie haben keine rechte Auffassung von Gott, wie werden sie dann wissen können, welche die Ordnung Gottes sei? Religion bedeutet die Ordnung Gottes. Zum Beispiel bedeutet 'Gesetz' die Ordnung eines Staates; wenn es keinen Staat gäbe, wo wäre das Gesetz?
Wir haben eine klare Auffassung von Gott-Krishna ( Der in äußerster Weise anziehend Wirkende). Und Er ist damit beschäftigt, uns Seine Ordnung zu vermitteln, und wir akzeptieren sie. Offenbar ist das Religion. Wenn es weder Andacht über Gott gäbe, noch eine Auffassung über Gott, noch Gottes Ordnung, wo gäbe es dann Religion?
Wenn es keine Regierung gäbe, wo gäbe es dann ein Gesetz?
Reporter: Na gut, wenn es kein Gesetz gäbe, dann würde es eine Gesellschaft außerhalb des Gesetzes geben.
Shrila Prabhupada: Außerhalb des Gesetzes... -alle sind außerhalb des Gesetzes- , indem sie ihr eigenes, von der Religion angestiftetes System fabrizieren. Es ist das, was gerade passiert.
Fragen Sie nur in jedem beliebigen religiösen System nach: “Welche ist Ihre Auffassung von Gott? Kann es jemand klar sagen?” Niemand kann es. Aber unverzüglich danach werden wir sagen: “Ich verehre Govinda, den ursprünglichen HERRn, der virtuos Seine Flöte spielen kann, dessen leuchtende Augen Lotusblumenblättern ähneln, Dessen Kopf mit einer Pfauenfeder geschmückt ist, Dessen schöne Gestalt mit der Farbe blauer Wolken getönt ist, und Dessen einzigartige Schönheit Millionen von Liebesgöttern bezaubert. (Brahma Sanghita 5.30)” Alsogleich können wir über Gott eine Beschreibung abgeben.
Wenn es keine auf Gott bezogenen Leitgedanken gäbe, welche Art Religion wäre das dann?
Reporter:
Ich weiß nicht.
Tierische Wesen
Shrila Prabhupada: Das ist keine richtige (Religion). All jene haben keinerlei Auffassung von Gott, und daher gibt es für Religion kein Verständnis. Das ist die Dekadenz, und bedingt dadurch, daß die Religion drauf und dran ist, zersetzt zu werden, schicken sich die (jeweils betreffenden) Menschen an, immer tierischeren Charakter anzunehmen.
Reporter:
Ihr östliches Programm scheint ja auf die jungen Leute eine große Anziehungskraft
auszuüben.
Gott allein Gehorsam leisten
Shrila Prabhupada: Es (das Programm) ist weder östlich noch westlich. Ist denn etwa das Suchen nach Frieden östlich oder westlich? Friedlich sein, heißt milde, sanftmütig sein. Krishna-Bewußtsein ist für alle da.
Reporter: Ein jeder sollte das Recht haben, auf seine Weise Verehrung auszuüben.
Shrila Prabhupada: Dann darf also in dem Staat ein jeder tun, was ihm beliebe? Nein. Wenn Sie nicht Ihr eigenes Gesetz machen können, wie können Sie dann Ihre eigene Religion machen? Das ist nicht möglich. Religion bedeutet doch, das Gesetz Gottes zu befolgen.
Reporter: Richtig, aber erlauben Sie mir diese Frage: Worin unterscheidet sich Ihre Interpretation von der ethisch jüdisch-christlichen Grundlage der Zehn Gebote?
Shrila Prabhupada: Da sehe ich keinen Unterschied. Wie ich Ihnen sagte, ist es eher so, daß keiner von ihnen sich in der Lage befindet, die Zehn Gebote strikt zu befolgen. Ich pflege nur zu sagen: “Seid so gefällig und befolget die Gebote Gottes.” Das ist meine Botschaft.
Reporter: Mit anderen Worten gesagt, bitten Sie sie inständig, diesen Prinzipien zu gehorchen.
Shrila Prabhupada: Ja. Ich sage nicht, daß die Christen nun Hindus werden sollten, sondern: “Seid doch so gefällig, den Euch ja bekannten Geboten zu gehorchen.” Ich werde mich darum bemühen, daß Ihr bessere Christen werdet. Das ist meine Mission. Ich pflege nicht zu sagen: “Gott ist nicht in Eurer Tradition - Er ist nur in der unsrigen.” Ich pflege einfach zu sagen: “Leistet Gott Gehorsam.” Auch pflege ich nicht zu sagen: “Ihr sollt akzeptieren, daß der Name Gottes 'Krishna' ist und kein anderer.” Nein. Ich pflege nur zu sagen: “Seid so gefällig, Gott Gehorsam zu leisten. Versucht, Gott zu lieben.”
Reporter: Erlauben Sie mir, die Frage so zu stellen: Warum sind denn die jungen Leute, oder die Leute im allgemeinen so enttäuscht und wenden sich den Religionen östlicher Neigung zu, wenn nun Ihre Mission und die der ethisch westlich jüdisch-christlichen gleich sind? Warum, wenn beide dasselbe sind?
Shrila Prabhupada: Bedingt dadurch, daß das Juden- und Christentum nicht im Einklang mit der Praxis lehren. Ich pflege, die Leute im Einklange mit der Praxis zu belehren.
Reporter: Mit anderen Worten gesagt, sind Sie damit beschäftigt, das, was Sie denken, als praktische Alltagsmethode zu lehren, um diese Verwirklichung des menschlichen Geistes zu erreichen.
Shrila Prabhupada: Liebe zu Gott wird sowohl in der Bibel, als auch in der Bhagavad-gita gelehrt. Aber die Fanatiker von heute sind in Wirklichkeit nicht darum bemüht, zu lehren, wie Gott zu lieben sei. Das ist der Unterschied, daß ich damit beschäftigt bin, die Leute zu belehren, wie man Gott lieben solle. Darum wirkt es auf die jungen Leute attraktiv.
Reporter: Richtig. Heißt das, der Zweck ist der gleiche, aber die Methode, es zu erreichen, ist anders?
Shrila Prabhupada: Nein. Der Zweck und die Methode sind die selben, aber die sogenannten religiösen Führer sind nicht damit beschäftigt, den Leuten beizubringen, die Methode zu befolgen.
Ich bin gerade
damit beschäftigt, anhand der Praxis zu lehren, wie man sie befolgen könne.
Tiernatur
Wenn Sie keine
Religion hätten, wären Sie tierisch und müßten gezüchtigt werden. Religion
bedeutet die von Gott gegebene Anweisung. Und religiös zu sein, bedeutet
gehorsam zu sein und Gott zu lieben. Ferner ist es unwichtig, durch welchen
Vorgang Sie Gott verstanden haben. Wichtig ist, daß Sie Gott lieben und Seinen
Anordnungen Folge leisten wollten; dann erst wären Sie religiös, aber wenn
Sie von Gott nichts wüßten, oder wenn Sie einen imaginären Gott hätten, dann
müßten Sie erst mal lernen, wer Gott wirklich ist, und wenn Sie sich weigern
würden, es zu lernen, müßten Sie eben gezüchtigt werden.
Wer Gott kennt
Wenn jemand sagt: “Ich kenne Gott.”, wie läßt sich überprüfen, ob es wirklich an dem sei?
Shrila Prabhupada: Die Prüfung dazu ist, daß man fähig werden muß, den Übrigen zu erklären, was Gott betrifft. Fragen Sie ihn: “Können Sie denn sagen, was Gott sei?”.
Reporter: Gott ist die Kraft, die das Universum bewegt.
Shrila Prabhupada: Das bedeutet, daß Sie Gott nicht kennen. Wer steckt hinter der Kraft? Immer, wenn es eine Kraft gibt, muß es eine energische Person geben, die sich abmüht. Wer also ist es?
Reporter: Diese Ansicht habe ich nicht.
Shrila Prabhupada: Sodann lernen Sie doch bei mir das, was Gott betrifft.
Manchmal geschieht es, daß die Studenten zu ausländischen Universitäten gehen, um postgraduale Studien zu betreiben, obwohl sie ihren Magister-Titel empfangen haben. Warum? Bedingt dadurch, daß sie noch mehr Erleuchtung wünschen. Genauso wird Sie jede beliebige Schrift erleuchten, die Sie befolgen. Aber, wenn Sie an dieser Bewegung für Krishna-Bewußtsein finden, warum können Sie das nicht akzeptieren? Wenn Sie das mit Gott ernst meinen, warum sollte man dann sagen: “Oh, ich bin ein Christ.”, “Ich bin ein Jude.”, “Ich darf Ihrer Versammlung nicht beiwohnen.”? Warum soll man sagen: “Oh, ich darf Ihnen nicht gestatten, in der Kirche zu sprechen, der ich angehöre.”? Wenn ich gerade über Gott spreche, was ließe sich dagegen einwenden?
Reporter: Dünkt Ihnen, daß dieses Bewußtsein die einzige Weise sei, Wissen über Gott zu erlangen?
Shrila Prabhupada: Ja.
Reporter: Wie können Sie sich dessen so sicher sein?
Shrila Prabhupada: Durch die Autoritäten und durch Gott-Krishna -. Er sagt: “Verlasse allerlei Art Religion und ergib dich Mir allein. ICh werde dich von allen sündhaften Reaktionen befreien. Fürchte dich nicht. (Bhagavad-gita 18.66)”
Reporter: Führen denn alle Pfade zum selben Ziel?
Die Arten von Menschen
Shrila Prabhupada: Nein. Es gibt vier Arten von Menschen: Die Karmis, die Jñanis, die Yogis und die Bhaktas. Ein jeder hat sich auf einen anderen Weg begeben. Die Karmis arbeiten für den materiellen Nutzen. Zum Beispiel arbeiten in einer Stadt viele Leute Tag und Nacht hart, und ihre Absicht ist, Geld zu verdienen. Deshalb sind sie fruchtbringende Werktätige, oder Karmis. Die Jñanis sind die, welchen dünkt: “Warum arbeite ich so hart? Die Vögel, Bienen, Elefanten und andere Geschöpfe haben keinen Beruf, jedoch haben sie auch zu essen. Warum sollte ich dann unnötiger Weise so hart arbeiten? Erlaubt mir besser, die Probleme des Lebens zu lösen, des Todes, des Alterns und der Krankheit.” Die Jñanis versuchen, unsterblich zu werden. Ihnen dünkt, daß sie gegen Geburt, Sterben, Altern und gegen Krankheit immun seien, wenn sie mit Gottes Existenz verschmelzen. Die Yogis versuchen einige mystische Kräfte zu erlangen, um eine wundervolle Show zu zeigen. Zum Beispiel versuchen manche, sehr klein zu werden; wenn man sie in einem verschlossenen Raum einsperrt, kann manch einer von ihnen durch eine enge Stelle entweichen. Beim Vorführen dieser Art Magie wird der Yogi unmittelbar als ein sehr wundervoller Mensch akzeptiert. Seitdem führen die modernen Yogis nur etwas Gymnastik vor -sie haben keine wirklichen Mächte-. Zudem kann ein wahrhaftiger Yogi Macht ausüben, die nicht spirituell, sondern materiell ist. Das heißt, der Yogi wünscht mystische Kraft, der Jñani wünscht sich Erlösung von den Undurchschaubarkeiten des Lebens, und der Karmi wünscht sich materiellen Nutzen. Aber der Bhakta -Gottgeweihte- wünscht nichts für sich. Er hat allein den Wunsch, Gott durch die Liebe zu dienen, so wie eine (gute) Mutter ihr Kind bedient. In dem besagten Dienst handelt es sich nicht etwa um Ver-dienst. Außer starke Zuneigung und reine Liebe zu hegen, sorgt sie sich um ihr Kind. Wenn du das Niveau der Liebe zu Gott erreichst, ist das Perfektion. Weder der Karmi, noch der Jñani, noch der Yogi können Gott erkennen, -nur der Bhakta. So wie es Krishna durch die Bhagavad-gita sagt (18.55): “Allein durch den Vorgang der Bhakti kann man Gott verstehen.” Er sagt nicht, daß man mittels anderer Vorgänge dazu in der Lage wäre, sondern durch die Bhakti. Wenn du daran interessiert wärst, Gott zu erkennen und zu lieben, dann müßtest du den hingebungsvollen Vorgang akzeptieren.
Kapitel 16
Die Frau, das Geschlecht und die Freiheit
Reporterin: Was raten Sie den Frauen, die sich den Männern nicht unterordnen wollen?
Shrila Prabhupada: Es ist nicht mein Rat, sondern der Rat der vedischen Literatur; gemäß derer die Frauen ihren Ehemännern keusch und treu ergeben sein sollen.
Frau und Mann sind verschieden von einander
Reporterin: Was sollten wir in den Vereinigten Staaten machen? Wir versuchen gerade die Gleichstellung der Frauen mit den Männern zu erreichen.
Shrila Prabhupada: Niemals werden Sie den Männern gleich werden, weil ihre Funktionen in vielerlei Hinsicht andersartig sind. Warum sagen Sie so gekünstelt, daß sie denen der Männer gleich seien? Die Ehefrau ist die, welcher weiterhin die Schwangerschaft zusteht, nicht der Mann. Wie wollen Sie das ändern können? Ist es etwa möglich, daß von nun an die Schwangerschaft dem Ehemann und der Ehefrau zukommt?
Reporterin: (Ohne Kommentar)
Shrila Prabhupada: Ist das denn möglich?
Reporterin: Nein. Das ist es nicht.
Shrila Prabhupada: Fernerhin muß man, der Natur entsprechend, dem Instinkt im Kontakt mit dem anderen (Geschlecht) Rechnung tragen.
Reporterin: Weshalb bedeutet das, die Frauen seien nur untergeordnet, weil sie die Kinder (unter dem Herzen) tragen, und die Männer es nicht können?
Shrila Prabhupada: Naturbedingt benötigen Sie, sobald Sie Kinder haben, die Hilfe Ihres Ehemannes. Anderen Falls wären Sie in Schwierigkeiten.
Reporterin: Viele Frauen mit Kindern haben von ihren Ehemännern keine Hilfe, keine.
Shrila Prabhupada: Dann müssen sie eben von anderen Menschen Hilfe haben. Sie dürfen das nicht negieren. Die Regierung gewährt ihnen ja derzeitig Hilfe und ist somit belastet. Wenn die (betreffenden) Männer die Frauen mit Kindern unterstützen würden, wäre die Regierung von so vielen Wohlfahrtsausgaben entlastet. Dieses Problem besteht weiter.
Reporterin: Was geschieht, wenn nun die Frauen die Männer unterstützen?
Shrila Prabhupada: Vor allem versuchen Sie zu verstehen, daß Sie alle abhängig sind.
Die Vereinigung eines Mannes mit einer Frau ergibt gewöhnlich Kinder. Und wenn der Mann davongeht, -sind Sie in Verlegenheit- ist die Frau in einer notdürftigen Situation. Warum? Die arme Frau muß so mit dem Kind die Regierung oder die Familie belügen. Meinen Sie, das sei etwas Angenehmes? Der vedische Leitgedanke ist, daß sich eine Frau mit einem Mann verheiraten solle, und der Mann sollte der Frau und den Kindern -unabhängiger Weise- Fürsorge angedeihen lassen, damit sie weder der Regierung, noch der Öffentlichkeit zur Last fallen mögen.
Reporterin:
Welche Rolle spielt die Frau im Krishna-Bewußtsein?
Die Wahre Gleichheit
Shrila Prabhupada: Es gibt dabei keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen.
Reporterin: Ich habe von gewissen Neigungen erfahren, welche die Frauen von den Neigungen der Männer trennen würden.
Shrila Prabhupada: Gut, noch ist es die Pflicht des Mannes, der Gatte zu werden, und die der Frau, die Gattin zu werden; also diese Neigungen sind vorhanden. Aber all dies kann zurechtgerückt werden. Ich habe viele Studenten, und ich vermähle sie, sie leben friedlich miteinander und machen im Krishna-Bewußtsein Fortschritte. Nicht alle sind sie Brahmacaris (im Zölibat). Wir haben viele Grihasthas (Verheiratete nach d. ved. Prinz.) und ihre Kinder. So werden die Neigungen des Mannes und der Frau in die richtigen Bahnen gelenkt. Ein Mann wünscht eine Frau, und eine Frau wünscht einen Mann, sodann sagen wir: “Sehr gut, nehmt einander an, lebt friedlich miteinander, macht aber keinen Partnerwechsel.” Wir stimmen keiner Scheidung zu; wenn sie sich erst mal verheiratet haben, dann gibt es keine Zertrennung. Auch stimmen wir nicht zu, daß die Jugendlichen und die jungen Mädchen so als Freunde zusammen leben. Wenn sie schon Verlangen nacheinander haben, dann sollten sie sich auf eine Ehe einigen, friedlich miteinander leben und im Krishna-Bewußtsein Fortschritte machen; das ist unsere Absicht. Auf diese Weise gibt es in dieser Bewegung allerlei Einrichtungen. Unser Programm ist, aus den Leuten Gottgeweihte zu machen, und jeder Mensch sollte uns helfen. Jeder gesunde Mann sollte dieser Bewegung zum Wohle der menschlichen Gesellschaft helfen.
Reporterin: Was halten Sie von der Befreiung (Emanzipation) der Frauen?
Shrila Prabhupada: Die sogenannten gleichen Rechte für die Frauen bedeuten, daß die Männer die Frauen betrügen. Stellen Sie sich vor, eine Frau und ein Mann träfen sich, verliebten sich ineinander, hätten sexuelle Beziehungen, die Frau wäre schwanger und der Mann ginge von dannen. Die Frau müßte sich mit dem Kind abmühen und von der Regierung oder von jemand anderem Hilfe erbitten. Oder sie ließe das Kind durch den 'Abort' töten. Das wäre die Unabhängigkeit der Frau. In Indien bleibt eine Ehefrau im Schutze ihres Ehemannes, auch wenn sie noch so sehr unter der Armut zu leiden hätte, und er geht mit ihr verantwortlich um. Wenn sie schwanger ist, hat sie es nicht nötig, es zu töten, oder es mit Almosen zu unterhalten. Welche ist dann also die wahre Unabhängigkeit, - unter der Fürsorge des Gatten zu bleiben, oder von jeder beliebigen Person ausgenutzt zu werden?
Reporterin: Was meinen Sie zu den kinderlosen Frauen?
Shrila Prabhupada: Gut, das ist noch eine weitere unnatürliche Sache. Manchmal benutzen sie (gewisse Frauen) Empfängnis-verhütungsmittel, oder töten ihre Kinder durch den 'Abort', was nicht sehr gut ist. Das sind sündhafte Tätigkeiten.
Reporterin: Verzeihung (Glaubt wohl, nicht richtig hingehört zu haben.)?
Shrila Prabhupada: Das sind sündhafte Tätigkeiten, -das Kind im Mutterleib zu töten und zum Abort Zuflucht zu nehmen. Durch diese sündhaften Tätigkeiten zieht man Leid auf sich.
Reporterin: Gibt es deswegen soziale Ängste in diesem Land?
Shrila Prabhupada: Bedingt durch diese Dinge, wissen sie nichts davon. Die Männer ziehen aus dieser Situation den Nutzen. In Bengalen gibt es ein Sprichwort: “Was hat man davon, eine Kuh zu besitzen, wenn auf dem Markt Milch zur Verfügung steht?” In diesem Sinne nehmen die Männer davon Abstand, eine Frau zu haben, da der Sex so billig sei. Sie (die Frauen) lösen sich von ihren Familien ab, und während die Männer vom weiblichen Sex abhängig sind, wird in der Welt eher die weibliche Bevölkerung an Zahl zunehmen.
Vorbestimmung
Reporter: Ist die Bestimmung des Menschen programmiert, oder durch den freien Willen vorverordnet?
Shrila Prabhupada: Durch den freien Willen. Was heißt vor-verordnet? Sie sind doch aus freien Stücken hier. Wenn Sie es wünschen, dürfen Sie sich setzen und zu mir sprechen, wenn Sie es nicht wünschen, ja dann dürfen Sie davongehen. Dies ist ihre freie Wahl. Der freie Wille macht die Bestimmung; wenn ich in Güte auftrete, wird meine Zukunft ebenfalls gut. Das ist die Bestimmung. Und wenn ich schlecht handelte, würde meine Zukunft ebenfalls schlecht werden. Der Mensch ist der Architekt seiner eigenen Bestimmung. Wenn Sie ein wohlerzogenes Wesen wären, wäre Ihre Zukunft attraktiv, und wenn Sie töricht blieben, würde es mit Ihrer Zukunft schlecht bestellt sein. Die Bestimmung ist von der gegenwärtigen Tätigkeit abhängig.
Reporter: Warum ist die Arbeit in der Welt notwendiger Weise mit Leid verbunden? Sie ist eine Mischung aus Vergnügen und Schmerz. Es erscheint negativ, sie als totale Form der Züchtigung anzusehen.
Shrila Prabhupada:
Das ist es, weshalb die Leute die Krishna-bewußten Menschen so beneiden.
Die Leute sagen: “Diese Menschen 'hämmern' nicht (quälen sich nicht ab) wie
wir. Sie müssen ja denken, unser 'Gehämmer' habe keinen Wert.” Somit dünkt
der Mehrheit der Leute, daß das 'Gehämmer' die wirkliche Pflicht des Lebens
sei. Ferner ist es unsere Aufgabe, sie dahingehend zu erziehen: “Ihr 'Gehämmer'
ist nicht Ihre wahre Pflicht. Die (spirituelle) Befreiung ist ihre wahre
Pflicht.”
Kapitel 17
Die Bewegung des HERRn Caitanya Mahaprabhu
Reporter: Was haben Sie nun zu bieten, das Ihre Studenten so zugeneigt, begeistert und liebevoll macht?
Shrila Prabhupada: Ich versuche nur, ihnen Krishna nahe zu bringen. Ich habe sie nicht bestochen.
Reporter: Wie sind Sie in den Westen gelangt, um die Bewegung des Krishna-Bewußtseins zu Gründen?
Mein spiritueller Meister (Shrila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakura) ordinierte mich; durch seine Anweisung kam ich in die Vereinigten Staaten, allein, ohne Hilfe, oder ohne Geld (fast ohne -, der Übersetzer), und so oder so blieb ich da.
Reporter: Was taten Sie, um Nachfolger heranzuziehen? Sie kamen nach New York und was weiter?
Shrila Prabhupada: Mein Heranziehen bestand im Chanten des Mantra: Hare Krishna. Weiter nichts. Andere üben etwas Magie aus. Ich hatte nichts an Magie vorzuweisen.
Reporter: Shrila Prabhupada, Ihrer Bewegung ist viel Aufmerksamkeit geschenkt worden, bedingt dadurch, daß sich Ihre Gefolgsleute in einer Art kleiden, die im Westen als eine befremdende Mode gilt. Warum baten Sie sie, sich derart zu bekleiden und in den Straßen zu trommeln?
Shrila Prabhupada: Das ist unsere Predigt-Methode, so oder so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf uns zu lenken, damit sie eine Gelegenheit bekommen, ihre ewige Beziehung zu Gott wieder zu beleben.
Reporter: Ich bin mir dessen sicher, daß Sie deshalb als so bedeutend angesehen werden, weil Ihre Schüler vielen Leuten dadurch als sonderbar erscheinen, wie sie auf den Straßen in Erscheinung treten. Was meinen Sie dazu?
Shrila Prabhupada: Ja, sie sollen sonderbar erscheinen, weil sie spirituell in Erscheinung treten. Den materialistisch gesonnenen Menschen kommen wir sicherlich seltsam vor.
Reporter: Ist diese Art der Kundgebung denn der einzige Weg, spirituell zu werden?
Shrila Prabhupada: Nein. Es gibt noch mehr, viel mehr. Zum Beispiel haben wir keinen illegalen Sex, essen kein Fleisch, keine Eier, nehmen (möglichst) keine toxischen Stoffe zu uns, betreiben keine Glücksspiele.
Reporter: Worauf ich aber hinaus wollte, ist dies: Ob es die einzige Art ist, spirituell zu werden, indem man sich derart kleidet, indem man trommelt und singt und auf den Straßen tanzt?
Shrila Prabhupada: Nein. Wir haben an die siebzig Bücher publiziert (Übersetzungen von Shrila Prabhupada und Kommentare zu den vedischen Schriften). Wenn Sie durch Wissenschaft und Philosophie etwas über unsere Bewegung lernen möchten, stehen Ihnen unsere Bücher zur Verfügung. Haben Sie sie gesehen?
Reporter: Ja. Aber können die Leute mit der Bekleidung spirituell werden, die sie sich gewöhnlich anziehen? Ohne auf den Straßen zu tanzen?
Shrila Prabhupada: Ja. Na klar; können Sie mit der Bekleidung, die Sie anhaben, auf die geistige Höhe gelangen. Sie müssen nur das Wissen über das spirituelle Leben verarbeiten. Die Bekleidung ist dabei nicht so wichtig. Noch kleiden sich die Menschen in der materiellen Welt auf verschiedene Weise.
Reporter: Diese Art, uns zu kleiden, gestattet uns in allen Kreisen eine gewisse Bewegungsfreiheit. Aber, wie Sie gekleidet sind ...
Shrila Prabhupada: Um faktisch deren Bedeutung zu untermauern: Wenn man eine spezielle Arbeit erledigt, dann zieht man sich eben anders an. Die Polizisten sind anders gekleidet, damit die übrigen verstehen, daß sie Polizisten sind. Analog dazu machen wir es anders, damit man verstehen möge, daß wir die Hare-Krishnas sind.
Reporter: Woran würde ich einen glaubwürdigen Gefolgsmann der Bewegung für Krishna-Bewußtsein erkennen, an seinem Verhalten? Welche Merkmale hätte er? Welche äußeren Ausdrucksformen hätte er?
Shrila Prabhupada: Der Schüler wäre ein sehr vervollkommneter Ehrenmann. Sie würden keinen Fehler an ihm finden können. Das ist perfektes Krishna-Bewußtsein. Daher untersage ich meinen Schülern, Fleisch zu essen.
Assistent: Wie entwickelt sich das Krishna-Bewußtsein bei einem Praktizierenden?
Shrila Prabhupada: Das Krishna-Bewußtsein ist schon im Kern des Herzens eines jeden Wesens. Aber da unser Leben materiell bedingt ist, haben wir es vergessen. Der Vorgang, das Maha Mantra zu chanten: Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare; Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare, belebt das Krishna-Bewußtsein wieder, das uns ja schon innewohnt. Diese abendländischen jungen Leute, Jungen und Mädchen, wußten zum Beispiel nichts über Krishna, aber gestern sahen wir, wie sie während der ganzen Prozession beim extatischen Chanten und Tanzen sehr glücklich aussahen. Meinen Sie, das sei gekünstelt? Nein. Gekünstelt vermag niemand Stunden lang zugleich zu chanten und tanzen. In Wirklichkeit haben Sie ihr Krishna-Bewußtsein erweckt, indem sie einen echten, vertrauenswürdigen Vorgang befolgen. So, wie es die Caitanya-Caritamrita erklärt (Madhya lila 22.107): Das Krishna-Bewußtsein schlummert im Herzen eines jeden Wesens, und wenn man mit Gottgeweihten in Kontakt tritt, wird es erweckt. Das Krishna-Bewußtsein ist nicht künstlich; so wie sich ein junger Mann durch eine Jugendliche angezogen fühlt, wenn er mit ihr in sozialen Kontakt tritt, und dabei die natürliche Anziehungskraft wirkt, erwacht analog dazu bei jemandem sein schlummerndes Krishna-Bewußtsein, wenn er in Gesellschaft von Gottgeweihten zuhört, wie über Krishna gesprochen wird.
Student: Shrila Prabhupada, überrascht es Sie nicht, welche Formen das Gedeihhen des Krishna-Bewußtseins angenommen hat?
Shrila Prabhupada: Ich bin nicht überrascht. Es ist natürlich. Wenn Sie den Handel korrekt betreiben, dann werden Sie Gewinn erzielen. In diesem Sinne wird Ihre Bemühung eine sich ausbreitende und gedeihliche Wirkung haben, wenn Sie in Erscheinung treten, wie es dieses Buch des Wissens, die Bhagavad-gita vorschreibt. Zwei plus zwei sind gleich vier und weder drei, noch fünf. Der HERR sagt: “Wer vierundzwanzig Stunden lang in Meinem Dienst engagiert ist, den versorge Ich mit dem, was er benötigt, und Ich beschütze das, was er hat.” Das heißt, wenn Sie Krishna dienen, wird Ihnen zufallen, wieviel auch immer Sie benötigten.
Psychologe: Etwas mir unverständliches ist, daß Sie und die Sie Umgebenden danach suchen, Menschen neu zu bekehren (Proselytismus), um sie zu einem verbindlichen Engagement bei Ihnen zu bewegen. Warum?
Shrila Prabhupada: Sie betreiben ja auch Proselytismus, denn wenn zu Ihnen ein mental Verwirrter kommt, dann machen Sie Ihn gesund. Betreiben Sie da etwa keinen Proselytismus?
Psychologe: Ja. Aber er kommt zu mir, während Sie alle zu den Leuten gehen.
Shrila Prabhupada: Dann sind wir bessere Freunde der Leid tragenden. Sie beziehen Geld von ihnen, aber wir machen die Untersuchungen ohne jeglichen persönlichen Nutzen. Daher meinen wir, daß wir freundlicher als Sie sind.
Wahrhaftige Philosophen
Reporter: Wieviel Gefolgsleute haben Sie?
Shrila Prabhupada: Gut, das ist schwierig. Wir haben wirklich keine große Anzahl von Gefolgsleuten. Wenn Sie versuchen würden, einen Diamanten zu verkaufen, dann könnten Sie nicht auf viele Käufer hoffen. Jedoch ist ein Diamant eben ein Diamant, auch wenn es keine Käufer gäbe. Die Anzahl der Käufer ist nicht der Prüfstein. Der Kunde muß den Wert des Objekts bezahlen. Unser Ansinnen in dieser Bewegung ist, daß Sie den unerlaubten Sex, das Essen von Fleisch, die Selbstvergiftung und die Glücksspiele unterlassen mögen. Wenn die Leute zuhören, nehmen sie Abstand und sagen: “Oh, Swamiji ist sehr konservativ.” Aber, wie kann ich denn liberal werden und allen sagen: “Begeht weiter alle Arten von Torheiten, Sie können ja Gottes-bewußt werden.” Möglicher Weise kann ich dies nicht empfehlen. Daher ist meine erste Bedingung, daß, wer Student des Krishna-Bewußtseins werden möchte, diese vier regulierenden Prinzipien befolgen muß. Infolge dessen habe ich nicht viele Gefolgsleute, aber ich habe wenige Auserwählte. Bedingt dadurch, daß sie auserwählt sind, führen sie in der Welt eine Revolution durch. Ein Mond genügt, um die Dunkelheit aufzulösen. Wenn es einen gibt, braucht man nicht eine Million Sterne. Es ist unnütz, auf eine große Menge von Gefolgsleuten zu hoffen. Wir wollen nur einen guten Gefolgsmann haben. Wenn ich erreichen kann, daß ein Mensch Krishna-bewußt wird, dann betrachte ich meine Mission als erfüllt. Wenn Sie mit einem der wenigen Gefolgsleute, die ich habe, sprechen, werden Sie finden, daß er besser spricht, als jeder beliebige große Philosoph, Wissenschaftler, oder Politiker. Das ist die Qualität meiner Studenten.
Reporter: Gestatten Sie mir, Sie zu fragen, warum die Jugend von heute eher den östlichen Religionen zugeneigt ist.
Shrila Prabhupada: Weil sie durch die materialistisch gesonnene Manier, in der Sie alle leben, gar nicht mehr zufrieden gestellt werden. Speziell in Amerika hat man genug zu essen, Frauen, Wein, Häuser, von allem. Aber noch mehr als in Indien (von dem gesagt wird, daß es mit Armut geschlagen werde) werden der Wirrwarr und die Unbefriedigung unterhalten. Aber in Indien wird man transzendentale, d.h. spirituelle Freude vorfinden.
Wirkliches spirituelles Leben
Student: Warum hat diese Bewegung soviel Anziehungskraft?
Shrila Prabhupada: Weil wir die wahrhaftigen spirtuellen Fakten bekannt geben. Wir betrügen nicht, indem wir sagen: “Meditiert und bekehrt euch zu Gott.” Krishna-Bewußtsein ist die Wissenschaft davon, wie man Gott verstehen könne, wie Sie sich selbst verstehen, wie Sie Ihre Beziehung zu Gott wiederherstellen können.
Student: Kann man zur strengen Lebensweise gezwungen werden, wenn man sie nicht freiwillig praktiziert?
Shrila Prabhupada: Die strenge Lebensweise ist der Unterschied zwischen dem Menschen und Tier. Ein Tier kann die Strenge nicht akzeptieren, aber der Mensch ja. Zum Beispiel, wenn es in einem Laden etwas Gutes zu essen gäbe, und ein Mensch hätte den Wunsch, davon zu essen, könnte er sich dessen enthalten, wenn er sähe, daß er kein Geld mehr dabei hätte. Wenn aber eine Kuh daherkäme, würde sie unverzüglich ihr Maul hineindrängeln. Sie würde es aushalten, von Ihnen mit einem Stock geschlagen zu werden und würde auf jeden Fall ihr Maul hineinstoßen. Daher kann ein Tier sich keiner Strenge unterwerfen. Unsere Strenge hingegen ist uns sehr angenehm. Wir chanten Hare Krishna, tanzen, und Krishna sendet uns erstaunliche Speisen und wir essen. Mehr ist da nicht. Warum mögen die Leute solche Strenge bloß nicht? Chanten, tanzen und reichlich essen?
Reporter: Wie bestreiten die Gottgeweihten ihren Unterhalt?
Shrila Prabhupada: Krishna unterstützt sie.
Reporter: Krishna unterstützt sie?
Shrila Prabhupada: Ja. Alles gehört zu Krishna, und da Krishna in Ihnen ist, und wenn Krishna Ihnen anwiese: “Geben Sie dem Tempel Krishna's drei tausend Dollars.”, würden Sie es tun. Das ist wirklich Tatsache. Ein Mensch kam und gab mir einen Check über drei tausend Dollars. Ich hatte ihn nie darum gebeten, aber durch ihn sandte Krishna Geld. Wir machen uns keine Sorgen darum, was morgen passieren wird, jedoch unterstützt uns Krishna sehr gut. Das ist Krishna-Bewußtsein. In der Bhagavad-gita (9.22) sagt Krishna: Diejenigen, welche Mich mit Hingabe verehren, indem sie über Mich transzendentell meditieren, denen gebe Ich, woran ihnen mangelt und treffe Vorsorge für das, worüber sie verfügen.”
Reporter: Aber jedenfalls müssen Sie doch ausgehen und ab und zu erbitten?
Schüler: Nun gut, es ist nicht so, daß wir da sitzen blieben und darauf warteten, daß nun Krishna für uns Dinge herbeisenden möge. Wir sind keine müßigen Prediger. Wir arbeiten sehr hart, mehr als die Leute im allgemeinen.
Reporter: Was für einen Zweck hat es, um vier Uhr morgens aufzustehen, zu singen und zu studieren?
Shrila Prabhupada: Um sich an das spirituelle Leben zu gewöhnen. Anfangs ist es wie eine millitärische Ausbildung: “Sie müssen dies zu dieser Stunde tun und jenes zu jener Stunde.” Das heißt, jede Ausbildung bedeutet reguliertes Leben.
Schüler: Die Opposition beanstandet, daß, sich mit der Bewegung des Krishna-Bewußtseins zu vereinen, nicht die Ausübung von Religionsfreiheit sei, sondern wir seien der “geistigen Kontrolle” schuldig.
Shrila Prabhupada: Wer seinen Geist schon im Krishna-Bewußtsein hat, den möchten die Deprogrammierer gerne mit Macht kontrollieren. Sie sind für die 'Geisteskontrolle' verantwortlich, nicht wir. Sie beschlagnahmen und verpflichten ihn, ihren Wünschen gemäß zu denken.
Schüler: Unsere Opposition ist oft unter den Geschäftsleuten und den Eltern von Gottgeweihten zu finden, die empört sind.
Shrila Prabhupada: Sie müssen ja empört sein. Wenn die Bewegung des Krishna-Bewußtseins Fortschritte macht, dann geht ihre Kultur zur Neige.
Schüler: In einem Tagesblatt von Boston wird in einem ausgedehnten Artikel gesagt, daß die Geweihten Krishnas “Parasiten” seien.
Shrila Prabhupada: Wir sind keine Parasiten. Wir veröffentlichen die beste Literatur des Universums. Entstammt diese Literatur denn etwa aufgeklärten Hippies? Viele Gelehrte akzeptieren uns doch. Wieso sind wir dann Parasiten? Eine intelligente Person ist nicht dafür vorgesehen, wie ein Esel zu arbeiten. Wenn wir Parasiten wären, dann würden die Richter des Obersten Gerichtshofes Parasiten sein. Ein plumper Mensch sieht, daß ein Richter da sitzt, ein bissel spricht und ein großes Gehalt einstreicht, sodaß er einen Richter “Parasit” nennt.
Assistent: Ich denke, daß es der Stärkung der Gemeinschaft mehr nützen würde, wenn die Programmentwicklung an einem ärmeren Platz der Stadt stattfände, als an diesem üppigen Ort.
Shrila Prabhupada: Unsere Behandlung ist für geisteskranke Menschen. Wenn Menschen an einer Krankheit leiden, wird kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht. Beide werden im selben Krankenhaus zugelassen. Wo sowohl der Reiche wie der Arme mit Leichtigkeit hingelangen könnten, dort muß sich eben auch die Stätte befinden, wo alle leichten Zugang zum SaÜkirtana (Gemeindegesang der Namen Gottes) haben. Denn alle sind materialistisch infiziert, alle sollen befähigt werden, Wohlstand zu erlangen.
Reporter: Wieviele Schüler gibt es in der Welt?
Shrila Prabhupada: Für etwas echtes, urwüchsiges muß es wenige Befolger geben, hingegen gibt es für abfälliges viele Nachfolger. Dennoch haben wir etwa fünftausend eingeweihte Schüler.
Reporter: Ist die Bewegung zur Zeit beständig anwachsend?
Shrila Prabhupada: Ja, aber langsam. Bedingt dadurch, daß wir Einschränkungen haben, haben die Leute keinen Gefallen daran.
Die Offenbarung
Reporter: Wie kommt es zur Offenbarung?
Shrila Prabhupada: Es kommt dazu durch diesen Vorgang des Krishna-Bewußtseins, indem man sich den Gottgeweihten beigesellt, Hare Krishna chantet, Prasada ißt (dem HERRn Krishna geopferte Nahrungsmittel) so nacheinander. Sie müßten sich einem Vorgange unterordnen. Wer unbewußt ist, kann durch einen Vorgang wieder Bewußt werden. Wenn Sie auf das Unbewußtsein verfallen, können Sie durch Betreiben dieses Vorganges wieder zum Bewußtsein zurückgebracht werden.
Assistent: Gottgeweihte haben sich mir auf Flugplatzgeländen, auf der Straße und an anderen Orten genähert, und haben mich darum ersucht, Literatur abzukaufen. Ist das etwa der Weg zum Gottes-Bewußtsein, indem man verkaufe und ersuche? Wie paßt das zusammen?
Shrila Prabhupada: Wenn ich Ihnen ein Buch über das Krishna-Bewußtsein verkaufte, und Sie würden es lesen, da hätten Sie sich dadurch nützlich gemacht, indem Sie die Spende für Krishna gegeben und über Krishna gelesen hätten.
Assistent: Und welcher Nutzen springt für die Person heraus, die auf der Straße verkauft?
Shrila Prabhupada: Sie macht sich durch den Dienst an Krishna nützlich, indem sie Krishna ohne Lohn dient. Das ist ein Erweisen von Liebe. Auf materiellem Gebiet gibt es viele Philosophen, Wissenschaftler, Künstler, die aus Liebe zum Thema arbeiten, nicht für einen Lohn. Das ist Liebe. Aber unsere Gottgeweihten sind dabei, sich spirituell zu reinigen. Je mehr Dienst man für Gott leistet, desto mehr spirituelle Fortschritte macht man.
Kapitel 18
Die Regierung und die Gesellschaft
Beamter: Wie muß die Regierung werden?
Shrila Prabhupada: Die Tätigkeit der Regierung ist, darüber zu wachen, daß jede Person ihren Fähigkeiten gemäß angestellt werde. Es sollte bei keinem Berufsfähigen Zeiten ohne (steuerpflichtig vergütete) Anstellung geben, da diese für die Gesellschaft sehr gefährlich sind. Aber die von der Regierung haben Leute vom Lande in die Städte geholt und haben sich so überlegt: Wozu dient es, wenn soviele Leute das Land bearbeiten? Statt dessen können wir die Tiere töten und von ihnen essen.” Das kommt ihnen alles sehr leicht vor, weil ihnen das Karma-Gesetz, die unvermeidlichen Resultate der sündhaften Tätigkeiten nicht wichtig erscheinen. “Wenn wir von den Kühen essen können, wozu problematisieren wir es uns denn, indem wir das Land kultivieren? Das geschieht in aller Welt.
Beamter: Ich pflege Scheidungs- und Adoptionsfälle zu behandeln. Zur Zeit ist es sehr leicht geworden, die Scheidung durchzusetzen.
Shrila Prabhupada: Also der erste Fehler der derzeitigen Führungskräfte ist, daß sie der Scheidung stattgeben. Das ist für die Gesellschaft sehr gefählich, weil es dem unrechtmäßigen Sexualverkehr Vorschub leistet.
Beamter: Die Gesellschaft wünscht es halt so.
Shrila Prabhupada: Die Gesellschaft ist wie ein Geschöpf (Kreatur). Sollte der VATER sie dahin ziehen lassen, wenn sie ins Inferno zu gehen wünschte? Die Gesellschaft kann noch so viele törichte Sachen wünschen, die Pflicht der Regierung ist es, zu wissen, wie die Bürger zu erheben seien.
Beamter: Für meinen Bereich wäre es unmöglich, zu lehren...
Shrila Prabhupada: Es ist nicht unmöglich. Die Regierung muß eben nur wissen, wie es zu tun sei und weiß es nicht, was ein weiterer Fehler ist. Sie haben keine Methode, um erstklassige Mitglieder der Gesellschaft auszubilden. Jedoch in der Bhagavad-gita wird der ideale Mensch beschrieben, und wir sind damit beschäftigt, unsere Menschen auf diesem Niveau auszubilden. Das ist der Vorsatz der Bewegung für Krishna-Bewußtsein. Derzeitig gibt es in der Gesellschaft keine idealen Menschen, bedingt dadurch, daß den jungen Leuten gestattet wird, jegliche Art sündhafter Tätigkeiten zu begehen. Gestern war ich mit einem Priester im Gespräch über Sexualmißbrauch. Er sagte mir: “Was ist daran so schlecht? Es ist ein großes Vergnügen.” Meine erste Bedingung, ehe ich jemanden als Schüler akzeptiere, ist, daß er sowohl den Sexualmißbrauch unterlassen müßte, als auch das Fleischessen, jegliche Art von Selbstvergiftung und Glücksspiele.
Beamter: Aber der Prozentsatz an Leuten, die Sie ausbilden könnten, wird bezüglich der Bevölkerung minimal sein.
Shrila Prabhupada: Ja, aber das Beispiel ist besser als das Gebot. Wenn das eine Prozent der Bevölkerung sich zu idealen (Leitbilder vermittelnden) Menschen ausbildet, dann werden die neunundneunzig Prozente das Beispiel sehen und ihm nacheifern. Aber an jenem Vorbild mangelt es derzeitig in der heutigen Gesellschaft. Noch immer sind Priester ausschweifend geworden, und tausende von ihnen gehen in Krankenhäuser, um sich vom Alkoholismus kurieren zu lassen. Sie sind drauf und dran, die homosexuellen Beziehungen einzusegnen. In einer 'christlich' genannten Zeitschrift las ich, ein Priester zelebriere die Eheschließung zwischen zwei Männern. Das heißt, daß ich außerhalb der Bewegung des Krishna-Bewußtseins keine Gruppierung idealer Wesen antreffe. Daher müßten Sie von uns lernen, wie Wesen mit idealen Merkmalen auszubilden seien, wenn Sie der Gesellschaft helfen möchten.
Beamter: Was Sie “Ideale Merkmale” nennen, ist allein Ihr Gesichtspunkt, sie könnten den anderen nicht ideal erscheinen.
Shrila Prabhupada: Nein. Das ist nicht meine Meinung, sondern die der vedischen Schrift. Wozu dient die Meinung, wenn die Leute nach der Weise der Hunde und Esel dahinleben? Wozu dient die Meinung eines Esels? Dieser Popularismus, die Meinung der Öffentlichkeit aufzunehmen, ist dabei, die moderne Gesellschaft zu degradieren. Wenn sich die Öffentlichkeit sowohl aus Alkohol-suchtgefährdeten, oder gar -abhängigen zusammensetzt, als auch aus Rauchern, Fleischessern, Glücksspielern und “Schürzenjägern”, wozu dient dann deren Meinung? Wozu soll man die Meinung von Wesen vierter Klasse aufnehmen; das heißt von den Degradierten? Was Krishna sagt, ist das Ausgeglichene. Krishna ist der Erstrangigste und Seine Version ist endgültig. Die davon abweichende Meinung ist nicht vollmächtig (nicht autorisiert). Als ich das Prinzip vorstellte: “Kein sexualmißbräuchliches Leben”, da bat ich um keine Meinungen, “Man soll es praktizieren.”
Beamter: Meinen Sie nicht, daß die Leute ihre eigene Mentalität haben?
Shrila Prabhupada: Ja, sie haben ihre Mentalität, wie sie's im Geiste Verworrene haben. Aber welchen Wert haben ihre Gedanken? Werden Sie einen Gemütskranken um seine Meinung bitten? Die Bhagavad-gita sagt: “Das Wissen des Übeltäters wurde von Maya (Illusion) zugedeckt; daher ist seine Mentalität auf Abwege geraten.” Somit haben die Meinungen eines Geisteskranken keinen Wert.
Beamter: Es ist ja unsere Arbeit, diejenigen zu umsorgen, welche mit Problemen behaftet seien.
Shrila Prabhupada: Derzeitig sind es mit die Führungskräfte der Regierungen, die in Problemen stecken.
Beamter: Aber würde denn die Ökonomie nicht problematisch werden, wenn sich alle zum Krishna-Bewußtsein bekehrten?
Shrila Prabhupada: Nein. Alle fristen ihr Leben mit Getreide. Das heißt, wenn ein jeder sein Land bestellte und seine Kühe hielte, so würde es keine Wirtschaftsprobleme geben. Man sollte einfach leben und die Zeit sparsam verwenden, um die Probleme von Geburt, Tod, Alterung und Krankheit zu lösen.
Beamter: Ich sehe ein, daß Sie einige Leitgedanken haben, die uns helfen könnten, dem Verbrechen vorzubeugen, die ich gerne anhören würde.
Shrila Prabhupada: Der Unterschied zwischen einem pietistischen Menschen und einem verbrecherischen ist, daß der erstere reinen Herzens ist und der andere verunreinigten Herzens. Diese Verunreinigung ist wie eine Krankheit, in Form unkontrollierbarer Lüsternheit und von Ausschweifung im Herzen des Verbrechers. Heutzutage befinden sich die Leute im allgemeinen in einem kränkelnden Zustande, weshalb das Verbrechen sehr verbreitet ist. Wenn die Leute sich von diesen unsauberen Bestandteilen reinigen, verschwindet das Verbrechen. Der einfachste Vorgang der Reinigung ist, sich mit der Gemeinde zu vereinen und die Heiligen Namen Gottes zu chanten (zu singen). Dies wird 'sankirtana' genannt und ist die Grundlage unserer Bewegung für Krishna-Bewußtsein. Das heißt, um dem Verbrechen Einhalt gebieten zu wollen, müssen Sie für massenhaften sankirtana soviel Leute versammeln, wie Sie können. Dieses Gemeinde-Chanten der Heiligen Namen Gottes wird alle unsauberen Sachen aller Herzen zerstreuen; wonach es kein Verbrechen mehr geben wird.
Beamter: Der Führer von 'Hare Krishna' muß wie ein Vater werden.
Shrila Prabhupada: Ja. Diese Qualität wurde persönlich durch den Herrn Ramacandra vorgestellt. Er handelte an seinen Individuen, wie wenn sie seine angestammten Kinder gewesen wären, und sie handelten an ihm, als wenn es ihr Vater gewesen wäre. Die Beziehung zwischen dem König und den Bürgern sollte wie die zwischen einem Vater und seinen Kindern sein.
Beamter: Der König pflegte zu züchtigen...
Shrila Prabhupada: Aus Liebe, nicht aus Süchtelei. Die Züchtigung bedeutet Berichtigung. Wenn ein Bürger unkorrekt in Erscheinung träte, müßte seine Einstellung zu den Dingen korrigiert werden. Das ist Krishna's Plan in der menschlichen Gesellschaft, die Bösewichte zu züchtigen, die pietistischen Personen zu beschützen und die wahrhaftigen, religiösen Prinzipien beständig zu bewahren. Das ist die Mission der Erstrangigen Persönlichkeit Gottes in der Welt, und wir sollen diese Mission ausführen. Von Stufe zu Stufe sollen die Krishna-bewußten Gottgeweihten führende Plätze einnehmen und die gesamte menschliche Gesellschaft auf den richtigen Weg bringen.
Beamter: Kann man in der Gesellschaft besser funktionieren, wenn man Krishna-bewußt wird?
Shrila Prabhupada: Ja, wie Sie sehen können, sind meine Schüler weder dem Alkohol verfallen, noch Fleischesser und sind physisch sehr reinlich und werden von keinerlei schweren Krankheiten heimgesucht werden. In Wirklichkeit ist das Unterlassen des Fleischessens keine Angelegenheit des Krishna-Bewußtseins, sondern des menschlichen zivilisierten Lebens. Gott hat der menschlichen Gesellschaft soviele Dinge zu essen gegeben: himmlisch schmeckende Früchte, Gemüse, Getreide und erstklassige Milch, aus der man hunderte nahrhafte Zubereitungen anfertigen kann, aber die Leute wissen nichts von dieser Kunst. Im Gegenteil, Sie halten sich enorme Schlachthäuser und essen von dem Fleisch. Sie sind noch nicht zivilisiert, da der unzivilisierte Mensch die armen Tiere tötet und davon ißt.
Die zivilisierten Menschen kennen die Kunst, milchhaltige Nahrungsmittel zuzubereiten. Zum Beispiel auf unserem Landgut 'New Vrindaban' bereiten wir mit Milch hunderte erstklassige Variationen zu, sodaß die Besucher überrascht werden, wenn sie kommen, daß man mit Milch so liebliche Nahrungsmittel zubereitet. Das “Blut der Kuh” ist sehr nahrhaft, aber die zivilisierten Menschen nutzen es in Gestalt der Milch, da die Milch nichts anderes ist, als das, was von der Kuh aus ihrem Blut umgebildet wurde. Aus der Milch können Sie unter anderem Joghurt, geronnene Milch, ghee (geklärte Butter) machen, und durch Kombination dieser Produkte mit Getreide, mit Früchten und mit Gemüse können Sie hunderte Zubereitungen anfertigen. Das ist zivilisiertes Leben. Die Regierung sollte uns Führungskräfte schicken, damit sie ausgebildet werden, da unter ihnen Alkoholmißbräuchler, Schürzenjäger, Fleischesser und Spieler sind.
Beamter: Sie möchten die ganze Gesellschaft umgestalten.
Shrila Prabhupada: Wie könnte man denn sozialen Wohlstand schaffen, wenn die Gesellschaft nicht zumindest verändert werden würde? Wozu dient der soziale Wohlstand, wenn Sie die Gesellschaft in ihrem derzeitigen Zustande erhalten wollten? Sie arbeiten mit der Öffentlichkeit, so wie wir, wobei wir vom Krishna-Bewußtsein die Alkoholiker, die Prostituierten, und die Fleischesser aufnehmen und sie wieder gesund werden lassen. Das heißt, daß unsere Methode praktisch ist. Sie können sehen, welche ihre Vorgeschichte war, und welche Geschichte es jetzt ist. Man muß eine Art Menschen wie sie ausbilden, Wesen mit idealen Merkmalen.
Beamter: Wenn nun in einer Gesellschaft jemand Christ werden wollte, die von einem Hare Krishna-Führer geleitet wäre, würde diese Person dann gezüchtigt werden?
Shrila Prabhupada: Der Vater züchtigt nicht immer, nur, wenn das Kind sich schlecht beträgt. Die christliche Religion zu praktizieren, bedeutet, an Gott zu glauben und sich gemäß Seines Gebotes zu verhalten. Ein echter Christ würde in einer Gesellschaft, die durch Krishna-Bewußtsein geleitet wäre, nicht verfolgt werden.
Beamter: Worin unterscheidet sich das vedische Leitbild von der modernen Gesellschaft?
Shrila Prabhupada: Jetzt gibt es eine breite Palette an Industrialisierung, was Ausbeutung von Menschen durch Menschen bedeutet. Von solch einer Industrie wußte man in der vedischen Zivilisation nichts, sie war unnötig. Außerdem widmete sich die moderne Zivilisation der Ermordung und dem Aufessen der Tiere, was barbarisch ist. Es ist nicht einmal human.
In einigen
Teilen der Welt sterben die Leute, die gerne Getreide gehabt hätten, und
woanders sind sie damit beschäftigt, Tabak auszusäen, was nur Krankheit und
Tod erzeugen wird. Das ist deren Intelligenz.
Begünstigte Religionslosigkeit
In Amerika und in Indien und in anderen Ländern rund um die Welt hat man einen “Weltlichen Zustand”. Die verschiedenen Führer der Regierung sagen, daß sie insbesondere keinerlei Religion begünstigen wollen, aber in Wirklichkeit begünstigen sie die Religionslosigkeit.
Beamter: Es gibt da ein Problem, wir haben eine multireligiöse Gesellschaft. Ferner müssen wir, die Leute der Regierung, vorsichtig sein, wir dürfen in Bezug auf Religion keine starken Positionen beziehen.
Shrila Prabhupada: Nein, nein. Die Regierung muß eine starke Position einnehmen. Weiterhin sollte die Regierung gegenüber allen glaubwürdigen Religionsformen eine neutrale Haltung einnehmen. Es ist aber deren Pflicht, darüber zu wachen, damit die Leute auf echte Weise religiös werden mögen. Nicht, daß die Regierung im Namen des “weltlichen Zustandes” gestatte, daß die Leute zur Hölle gingen. Keine Regierung darf das jemals wieder tun. Zum Beispiel gibt es eine Handelskammer, die davon abhängig ist, daß sich die Industriebetriebe gut und korrekt entwickeln. Die Regierung versendet an sie Lizenzen, hat Oberaufseher und Inspekteure. Oh, es gibt da auch eine für die Bildung verantwortliche Abteilung, deren Inspekteure die Studenten überprüfen, ob sie sich gerade in einer guten Erziehungsphase befänden. Analoger Weise sollte die Regierung Experten haben, die kontrollieren mögen, ob die Hindus, Muselmanen und Christen tatsächlich ihren eigentlichen Religionen getreu in Erscheinung treten. Die materielle Umgestaltung ist keine Garantie für die spirituelle Evolution. Haben Sie in Russland glückliche Leute gesehen?
Beamter: Nein.
Shrila Prabhupada: Wozu ist dann die Reolution dienlich? Auch, wenn sich die Lage gebessert haben sollte, wird sie sich auf jeden Fall verschlechtern. Das Beste ist, Hare Krishna... zu chanten und sich für die beständige Lösung zu entscheiden.
Beamter: Man hat die Theorie, daß sowohl Russland, als auch China und die USA durch die Vermehrung nuclearer Waffen über soviele Waffen verfügen, daß ein Jeder davor Angst habe, sie in Anwendung zu bringen.
Shrila Prabhupada: Durch die regulierenden Kräfte in der Natur ist es unvermeidlich, daß sie die gebrauchen werden. “Alle werden sie sterben.” So ist der Lauf der Natur. Zum Beispiel gibt es in Ihrem Lande soviele Autos, sodaß sogar ein Armer noch überallhin per Auto zu fahren und wegen der Fülle an Autos Schwierigkeiten zu haben pflegt, mal einen Zoll weit zu gehen. Analog dazu werden diese derzeitigen Übermengen an Waffen in Gebrauch genommen werden müssen. Das ist die natürliche Konsequenz.
Beamter: Die Kommunisten versuchen alles in den “Händen des Staates” zu zentralisieren: Geld, Nachrichtenwesen, Verkehrsmittel.
Shrila Prabhupada: Aber welcher Nutzen ergibt sich daraus? Sobald man den Reichtum zentralisieren würde, eigneten ihn sich die Mitglieder der Zentralregierung an, so wie es bei Kruschtschow geschah. All diese Ideen sind unnütz, solange man die Tendenz zur Ausbeutung nicht reformiert. In der Menschheit werden die führenden Kräfte zu Schwindlern. Wo haben sie ihr Programm, um die Neigung zum Betrug umzukehren? Der Mensch könnte Religion verstehen, während es der Hund nicht kann, das ist der Unterschied dabei. Das heißt, wie könnten Sie auf Frieden in der Gesellschaft hoffen, wenn die menschliche Gesellschaft das Niveau der Hunde und Katzen beibehielte? Setzen Sie ein dutzend Hunde in ein Zimmer; wird es dann möglich sein, deren Frieden zu erhalten? In diesem Sinne ist auch fraglich, ob wir den Frieden werden erhalten können, wenn die menschliche Gesellschaft voller Menschen wäre, deren Mentalität sich auf dem Niveau von Hunden und Katzen befände.
Beamter: Die kommunistische These besagt, daß der Werktätige eine zufriedenstellende Vergütung erhalte, wenn er zum zentralen Fond beigetragen habe.
Shrila Prabhupada: Ja, aber er sieht die Unvollkommenheit im Zentrum und wird nicht mit Begeisterung arbeiten, weil er nicht daran glauben wird, daß er voll zufriedengestellt werde. Nie wird es im Staate Vollkommenheit geben; daher werden die Werktätigen stets unzufrieden bleiben.
Beamter: Aber mit der Sexualthese von Freud kommt man zur Zufriedenheit.
Shrila Prabhupada: Nicht allein Freud, sondern alle sind in dieser materiellen Welt in der Illusion (in Maya). Ein Psychiater des öffentlichen Dienstes in Bengalen wurde zur Aufhellung eines Falles berufen, bei dem der Mörder seine Gemütskrankheit abstritt. Der Psychiater untersuchte ihn, um zu überprüfen, oder zu sehen, ob jener eine intensive Verspannung aufzuweisen hätte. Bei der Gerichtsverhandlung sagte er aus: “Ich habe schon viele Personen untersucht und schlußfolgere, daß wir alle etwas gemütskrank sind.”
Wie alle wahrhaftigen Yogis praktizierte und lehrte Shrila Prabhupada den Vegetarismus.
In seinen Diensten gründeten die von ihm unterrichteten Schüler viele vegetarische Gaststätten, genannt: “GOVINDA” und erarbeiteten eine Liste von überzeugenden Vernunftsgründen zu Gunsten der vegetarischen Diät, welche wir zu Ihrem Nutzen als Anhang mit einfügen.
Anhang
Warum denn Vegetarier werden?
(Herausgeber: Bhaktivedanta- Institut, USA)
1. Die menschliche Physiologie, die Körperlichen Funktionen und die Verdauungssysteme sind von den Fleisch fressenden Tieren völlig verschieden.
2. Die Fleisch fressenden Tiere haben einen kurzen Verdauungstrakt, weil das Fleisch sehr schnell verwest. Hauptsächlich töten sie mit ihren Zähnen, sodaß sie mächtige Kiefer und spitze und verlängerte Eck- (Augen)-zähne haben (parallel zu den Krallen, bzw.”Fängen”), um festes Leder zu durchstoßen und um Fleisch zu zertrennen und zu zerstückeln. Sie haben keine Mahlzähne, welche die vegetarischen Tiere nötig haben, um die Speisen zu zermahlen. Anders als beim Getreide, braucht das Fleisch nicht gekaut zu werden, um es vorzuverdauen. Ein Kater zum Beispiel kann fast gar nicht kauen.
3. Die Nicht-Fleisch-fressenden Tiere haben 24 besondere Mahlzähne und eine leichte Kaubewegung von einer Seite zur anderen, um ihre Speisen zu mahlen, im Gegensatz zu der Kaubewegung der Fleischfresser, die ausschließlich von oben nach unten geht. Außerdem haben sie weder Fänge, noch spitze Zähne. Die Nicht-Fleisch-fressenden haben viel längere Verdauungstrakte. Man lieferte Nicht-Fleisch-fressenden Tieren zugleich mit ihrer regulären Spezialkost Fleisch, woraus ernsthafte Erkrankungen resultierten, während die Fleisch-fressenden Tiere sich ohne Probleme unbegrenzt von Fleisch ernähren können.
4. Die menschlichen Merkmale sind den Merkmalen derjenigen sehr ähnlich, die sich von Gräsern ernähren. Jedenfalls sind sie ähnlich, wie bei Früchteessern und ganz anders als es bei den Fleischfressern der Fall ist. Unsere natürlichen Instinkte sind ebenfalls den Nicht-Fleisch-fressenden entsprechend. Die meisten Leute sähen sich außerstande, das Tier zu töten, dessen Fleisch sie zu verzehren beabsichtigten; davor würden sie sich scheuen. Anstatt lebendes Fleisch zu fressen, was die Tiere ja machen, die sich davon ernähren, kochen und vermengen es manche von uns mit mehreren Soßen und Gewürzen, damit es keine Ähnlichkeit mehr mit seinem lebenden Zustande habe. Einem Kater fließt beim durch Hunger verursachten Wunsch der Speichel herab, wenn er gerade ein Stück lebendes Fleisch wittert, und nicht, wenn es nach einer Frucht duftet. Der Anblick einer Traube schimmernder Weinbeeren läßt uns schon mal das “Wasser im Mund zusammenlaufen” und nicht etwa die Vorstellung davon, wie man einen noch lebenden Vogel in Stücke reißen und das noch warme Blut auslutschen würde.
5. Im 1.Buch Mose 9:4 heißt es: “Aber lebendes Fleisch und Blut sollt ihr nicht essen.”
In der Epistel an die Christengemeinde zu Rom, Kap.:14, Abschnitt: 21 wird gesagt: “Es ist nicht gut, Fleisch zu essen.”
6. Die Eskimos, die sich größtenteils von Fleisch und Fett ernähren, haben ein durchschnittliches Lebensalter von 27,5 Jahren. Die mehr Fleisch konsumierenden Nationen haben den Obersten Krankheitsindex. Die mit Vegetariern durchgeführten Krebs-Testreihen zeigen eine überraschend niedrige Krebs-taxierung. Man hat herausgefunden, daß die Bakterien in den Gedärmen der Fleischfresser so auf die Verdauungssäfte reagieren, daß von eben diesen Bakterien Krebs-verursachende Toxine erzeugt werden.
8. Die mit Pestiziden behaftete Gräser und Getreide verzehrenden Tiere, reichern diese Pestizide in ihren Körpern an und verändern sie, wenn sie davon fressen. Das heißt, wenn Sie Fleisch essen würden, nähmen Sie DDT in konzentrierter Form ein und noch andere Chemikalien, die in dem Tierleben angesammelt wurden. Das Fleisch enthält 13 X mehr DDT, als die Früchte und das Gemüse, und auch Fett.
9. Die USA sind das Staatswesen mit dem Obersten Pro-kopf-Fleischkonsum. Eine von zwei Menschen wird an Herzkrankheiten sterben, oder an Erkrankungen des Blutgefäßsystems, während dessen man praktisch aus den Ländern niedrigen Fleischkonsums nichts von solchen Krankheiten hört. Die Ärzte legen den “Herzpatienten” Einschränkungen des Fleischkonsums auf. Dasselbe geschieht bei Krankheiten, wie Gicht, Artritis und Rheumatismus.
10. Die stärksten und zugleich langlebigsten Tiere sind die Vegetarier, Pferde, Ochsen, Büffel und Elephanten.
11. Die Soja (-bohne) enthält zwei X mehr Proteine, als die entsprechende Menge Fleisch. Ein Studium über den Vegetarismus, durch Dr. Stare aus Harvard, zeigte auf, daß die vegetarischen Gruppen die doppelte Menge an Proteinen aufnehmen, als pro Tag erforderlich ist.
12. Bei der Ernährung durch Fleisch werden nur 10% der darin enthaltenen Proteine und der Kalorien für unseren Bedarf und für die Lebensreserven verwertet, das heißt 90 % des Gehalts sind Verlust.
Um Fleisch zu essen, würden wir 17 X mehr Landfläche benötigen, als für die Soja-bestellung nötig wäre.
Mahatma Gandhi sagte: “Das Land hätte genug für die Bedürfnisse eines jeden Wesens zu bieten, aber nicht für die Extravaganzen eines jeden.”
13. Neun Millionen Geschöpfe werden täglich ermordet. Leon Tolstoi sagte: “Wie können wir auf der Erde ideale Bedingungen verlangen, während wir selber zu lebenden Grabstätten ermordeter Tiere werden?”
14. Das Wort “Vegetarier” entstammt dem lateinischen Wort “vegetare” und bedeutet: “lebendig machen”. Damit beziehen sich die Römer auf eine sowohl kräftige, als auch gesunde Person. Trotzdem das Fleisch gewisser Maßen eine konzentrierte Proteinquelle darstellt, ist es sehr arm an nahrhaften Mineralien, Vitaminen und Kohlehydraten. Außerdem ergibt das Essen vom Fleisch der Kühe und anderer Tiere aus vielerlei Gründen eine Einbuße an menschlicher Gesundheit. Zum Beispiel ergeben sich beim Fleisch essenden Menschen, der im Gegensatz zum Fleischfresser einen viel längeren Grimmdarm hat, folgende Probleme:
14.1. Die Darmbakterien werden im langen Darm aus Fermentierern zu Fäulniserregern, die somit Gifte hervorbringen, die durch das Blutgefäßsystem absorbiert werden. Diese Gifte müssen eliminiert werden, sodaß Energie von anderen notwendigen Körperfunktionen abgeleitet wird, einschließlich von der Denkarbeit.
14.2. Die natürliche Synthese von Vitamin B12 wird verhindert, was möglicher Weise zu Anämie führt.
14.3. Die animalischen Toxine sind geneigt, den angemessenen Umsatz der Kohlenhydrate zu desorganisieren. Dies kann Diabetis verursachen.
14.4. Die aus der Verdauung tierischen Fleisches resultierenden, nicht nahrhaften Substanzen sind Reizstoffe, die dahin tendieren, die Bildung eines Krebswachstums zu fördern. Der tägliche Mindestbedarf an Proteinen, der nach Berechnungen der Nahrungs-Experten zwischen 70 und 90 Gramm beträgt, wird ganz leicht durch Verzehr von Erzeugnissen aus Milch, oder aus pflanzlichen Nahrungsmitteln gedeckt. Das Protein befindet sich in großem Umfange in Milch, Käse, Joghurt, Weizen, Mais, in einer großen Vielfalt von Nüssen und Körnern, und einigen Gemüsesorten. Fernerhin liefern Gemüse, Früchte, Körner und Milchprodukte eine völlig ausgewogene Diät.
Andererseits ergibt die Konsumtion tierischen Fleisches ein Überangebot an Proteinen, was zu Leberkrankheiten, zu hohem Blutdruck und zu Arterienverhärtung führt.
Außerdem enthält totes tierisches Fleisch viele toxische Bestandteile, nämlich solche:
1.) Im abgestorbenen Blut befindliche Abfallstoffe, Krankheitskeime und gegen tierische Krankheiten injizierte Drogen.
2.) Gifte, die das Wesen aus Todesangst in den Blutkreislauf abgesondert hat, als es ermordet wurde.
3.) Fäulnisbakterien, die im toten Tierleib sofort aktiv werden. Da das Fleisch ein exzellenter Wärmeisolator ist, werden nicht all diese durch das Kochen abgetötet.
Bedingt durch die erzwungene Fütterung, Beimengung und andere unnatürliche Praktiken erleiden die für das Ermorden gezüchteten Tiere dutzende Krankheiten, wie Maulfäule-fieber, andere Fieberarten, katarrh-artige Zustände, Krebsgeschwüre, Tuberkulose und “Mastitis”. Außerdem wird das Geflügel oft mit Östrogenen durchtränkt, was Krebs verursachen kann. Viele Studien in der Krebsforschung offenbaren, daß die Bevölkerung in den Gebieten, wo man viel Fleisch konserviert, zur Obersten Krebsrate tendiert, während die Krebsrate in den Gebieten vorwiegend vegetarischer Ernährung verschwindend gering ist.
Gleich, nachdem ein Tier ermordet wurde, tritt die bleibende Totenstarre ein, und danach geht der Fäulnisprozeß vonstatten. Weiterhin ist beim Fleischessen stets der Konsum angefaulten Fleisches mit im Spiel, mit seinen eminenten Gefahren für die Gesundheit.
Bezüglich der Wirtschaftlichkeit:
Die Entwicklung des Schutzes der Kuh auf internationalem Niveau wäre eine massive Maßnahme für die Lösung der Welt-Ernährungs-Krise. Einige Vorteile des Schutzes der Kuh sind folgende:
1.) Die aus Fleisch gemachten Nahrungsmittel bestehen zu mehr als 50% aus Wasser, und daher sind sie als Proteinquelle für den Kauf extrem teuer.
2.) Das Land, welches eine Tonne Fleisch produzieren wird, erzeugt dafür zehn bis zwanzig Tonnen hochnahrhafter vegetarischer Nahrungsmittel.
3.) Je hundert Pfund von Trockenfuttersubstanz für das Vieh werden für nur vier bis sechzehn Pfund fleischlicher Nahrungsmittel erzeugt.
Einige ethische Erwägungen:
1. Die Ermordung von Tieren verursacht extremes Leid. Die Tiere sind Bewußte Geschöpfe mit Gefühlen, wie sie auch bei Menschen vorkommen. Speziell können Kühe ihre Ermordung vorausahnen, und so leben sie in ständigen Ängsten.
2. Wir sind nicht dazu berechtigt, dem Leben irgendeines Tieres auf künstliche Weise ein Ende zu bereiten, besonders dem Leben von Kühen, die durch ihre Milch ihre eigenen Nachkommen und die gesamte Menschheit ernähren.
3. Das Abschlachten von Tieren erzeugt Unempfindlichkeit gegenüber den Wesen, Sadismus und allgemeine Unehrerbietigkeit.
Pythagoras lehrte: “Jene, die Tiere töten, um sich zu ernähren, werden eher bereit sein, ihre Nächsten zu quälen und zu töten, als die Vegetarier.”
Das strikte Gesetz des Karmas handelt je nach Maß an dem, der die Naturgesetze vergewaltigt. Während die weltlich gesonnenen Leute weiterhin ihre zwei gütigsten Freunde ermorden (bzw. ermorden lassen), die Kuh und den Ochsen, werden sie ständig unter den sündhaften Reaktionen verbrecherischer Gewalt und kathastrophaler Kriegshandlungen zu leiden haben.
Was für die Zufriedenstellung unseres Gaumens sterben müßte, das würden wir mit einer zukünftigen Geburt in einem tierischen Körper bezahlen, der auf dieselbe Weise getötet werden würde.
Seine Exzellenz, A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada
Seine Exzellenz, A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada erschien in dieser Welt im Jahre 1896, in Kalkutta, Indien. Im Jahre 1922, ebenfalls in Kalkutta, erkannte er seinen spirituellen Meister, Shrila Bhaktisiddhanta Sarasvati Gosvami, den hervorragendsten Gelehrten und Gottgeweihten seiner Epoche, den Gründer der Gaudiya Math (ein vedisches Institut mit vierundsiebzig Zentren in ganz Indien).
Dem Shrila Bhaktisiddhanta gefiel dieser erzogene junge Mann, und er überzeugte ihn, daß er sein Leben der Lehre des vedischen Wissens widmen möge. Shrila Prabhupada wurde sein Schüler, und elf Jahre danach (im Jahre 1933), in Allahabad, bekehrte er sich zu seinem formell eingeweihten Schüler.
Bei seinem ersten Treffen (1922) bat Shrila Bhaktsiddhanta den Shrila Prabhupada, er möge doch das vedische Wissen durch die englische Sprache verbreiten. In Folge dessen schrieb Shrila Prabhupada einen Kommentar über die Bhagavad-gita, den wichtigsten aller vedischen Texte, und wohnte den Aktivitäten des Gaudiya Math bei. Im Jahre 1944 begann er ohne irgend eine Hilfe mit einer halbmonatlich erscheinenden Zeitschrift, genannt “Back to Godhead” (“Zurück zur Führung Gottes”). Er redaktierte sie und schrieb die Manuskripte mit der Schreibmaschine, sah die Korrektur- bzw. Probefahnen durch, und inclusive vertrieb er die Exemplare derselben unentgeldlich und unternahm große Anstrengungen, um diese Publikation aufrecht zu erhalten.
Die Gaudiya Vaishnava - Gesellschaft ehrte ihn im Jahre 1947, in Anerkennung der Gelehrsamkeit und der Hingabe des Shrila Prabhupada mit dem Titel, “Bhaktivedanta”. Im Jahre 1950 zog sich Shrila Prabhupada aus dem familiären Leben zurück. Vier Jahre danach nahm er die Ordnung der Zurückgezogenheit (vanaprastha) an, um seinen Studien und Schreibarbeiten mehr Zeit zu weihen, und kurz danach reiste er zu der sakralen Stadt “Vrindavana”. Dort lebte er in dem historischen Radha- Damodara -Tempel, wo er sich mehrere Jahre lang dem Schreiben und gründlichen Studieren widmete. Im Jahre 1959 nahm er den Orden des Lebens in Entsagung (sannyasa) an. Im Radha- Damodara schrieb Shrila Prabhupada “Easy Jurney to Other Planets (= “Leichte Reise zu anderen Planeten”; deutschsprachiger Titel lautet: “Jenseits von Raum und Zeit”) und begann das Meisterwerk seines Lebens: Übersetzung und Kommentare über das Shrimad-Bhagavatam - der creme der vedischen Schriften, eine 18 000 Verse umfassende Bücherkollektion.
Nach der Veröffentlichung von drei Bänden des Bhagavatam fuhr Prabhupada im Jahre 1965 zu den Vereinigten Staaten, um die ihm von seinem spirituellen Meister anvertraute Mission zu erfüllen. Sich schon im Westen befindend, schrieb Seine Exzellenz achtzig Bände an Übersetzungen, Kommentaren und Studien über die klassischen Werke Indiens. Als Shrila Prabhupada in einem Frachtschiff zum ersten Mal in der Stadt New York ankam, befand er sich da praktisch ohne einen cent und ohne einen Nachfolger, aber im July 1966 gründete er nach fast einem Jahr großer Schwierigkeiten die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein. Bis zu dem Augenblick seines beklagenswerten Fortganges, der auf den 14.November 1977 fiel, leitete er die Gesellschaft und sah sie wachsen und sich zu einer Weltföderation von mehr als hundert asramas, Schulen, Tempeln, Instituten und landwirtschaftlichen Gemeinschaften umwandeln.
Im Jahre 1968, gründete Shrila Prabhupada “New Vrindavana”, eine experimentelle vedische Gemeinschaft, die sich auf den Anhöhen West Virginia's, USA, befindet. Schüler von ihm, die durch den Erfolg von New Vrindavana begeistert wurden, welche heutzutage eine üppige landwirtschaftliche Gemeinschaft von zweitausend “acres (1 acre = 40,47a)” ist, haben seidem in aller Welt mehrere ähnliche Gemeinschaften gegründet.
1975 wurden in Vrindavana, Indien, der erhaben wirkende Krishna-Balarama-Tempel und das Internationale Gästehaus eingeweiht. 1978 wurden am Juhu-Strand, Bombay, ein von einem Tempel gebildeter Kulturkomplex, ein modernes Theater, ein Gästehaus und ein Restaurant mit vegetarischer Küche gebildet. Vielleicht war die Erschaffung einer Stadt mit fünfzigtausend Einwohnern, in Mayapur, West-Bengalen Shrila Prabhupada's kühnstes Projekt. Shridhama Mayapur wird ein ideales Modell des vedischen Lebens sein, das in den Veden erwähnt wird, welches zum Ziel hat, die materiellen Bedürfnisse der Gesellschaft zufrieden zu stellen und ihr spirituelle Vervollkommnung darzubringen.
Shrila Prabhupada brachte außerdem das vedische System der Unter- und Oberstufenerziehung in den Westen. Die “gurukula” (“Die Schule des spirituellen Meisters”) war im Jahre 1972 gerade erst in Betrieb genommen worden und hat schon hunderte von Studenten und viele über die Welt verteilte Zentren.
Jedoch bilden Shrila Prabhupada's Bücher seinen bedeutendsten Beitrag. Die akademische Gemeinschaft respektiert sie als seine Autorität, Gründlichkeit und Klarheit und hat sie in zahlreichen Universitätskursen zu regulären Textbüchern gemacht. Außerdem erscheinen die Übersetzungen der Bücher Shrila Prabhupadas nunmehr in mindestens vierzig Sprachen. Der Bhaktivedanta Book Trust, welcher 1972 eingerichtet wurde, um die Werke Seiner Exzellenz zu publizieren, hat sich somit auf dem Gebiete der Religion und Philosophie Indiens angeschickt, das größte Verlagshaus zu werden. Unter seinen wichtigsten Vorhaben war die Veröffentlichung der Shri Caitanya Caritamrita, ein klassisches Werk aus dem Bengalischen. Shrila Prabhupada schaffte die Übersetzung und den Kommentar ihrer achtzehn Bände in knapp achtzehn Monaten. Trotz seines vorgerückten Lebensalters begab er sich in nur zwölf Jahren auf Vortrags-rundreisen, die ihn vierzehn Mal um die Welt, zu sechs Kontinenten führten. Trotz einer so kräftezehrenden Reiseroute schrieb Shrila Prabhupada fortwährend weiter. Seine Schriften bilden eine Gedenkbibliothek der vedischen Philosophie, Religion und Kultur.
Bibliographie
“Shrila Prabhupada's Bewegung in Kolumbien”
Shrila Prabhupada's Lehren sind immer noch lebendig. Mit der Hilfe eines echten spirituellen Meisters kann eine Persönlichkeit, die nach Selbstverwirklichung sucht, den Vorgang des Bhakti-Yoga beginnen. In Shrila Prabhupadas Abwesenheit empfingen seine Schüler die Verantwortlichkeit, die Botschaft ihres Meisters zu unterhalten und für die Welt zu verbreiten. Bedingt durch unsere Unerfahrenheit, empfing die Bewegung nach einigen Schwierigkeiten die Inspiration von Shrila Prabhupadas spirituellem Bruder, “Shrila Deva Goswami Maharaja”, der in einem Lebensalter von 91 Jahren in seinem Ashram in Indien residiert. Einen urwüchsigen spirituellen Meister zu haben, ist sehr wichtig, und die Entrückung des Gurus von jemandem ist im Leben eines aufstrebenden Geweihten Krishna's eine große Betrübnis. Gleichzeitig haben wir bisher gesehen, daß uns dies verpflichtet, unsere Verwirklichungen zu vertiefen und zu beweisen, daß wir die Botschaft unseres spirituellen Meisters ja auch wirklich verstanden haben. In Kolumbien erwarten wir Sie in unseren Tempeln, um Ihnen bei Ihrer spirituellen Suche zu helfen. Shrila Prabhupadas unsterbliche Worte in diesem Buch, das durch ihn Geschriebene und die Schriften, angefertigt durch Shrila Shridhar Maharaja, und tausende Aufzeichnungen von Vorträgen, die diese großen Meister hingebungsvoll hielten, warten nur darauf, Sie zur Obersten Vervollkommnung Ihres Lebens anzuleiten. Erlauben Sie uns, Ihnen bei Ihrer Suche dienstbar zu werden.
Die Geweihten Krishnas in Kolumbien,
B.B.Harijan Swami und B.A. Param Advaiti Swami
Hari Bol.